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Mittwoch, 23. Mai 2012

Donnerstag 09. Februar 2012 - 08:30

Einsparungspotential für verarbeitendes Gewerbe

Von: Anne-Catherine Jung

48 Milliarden Euro Sparpotential pro Jahr bei Materialkosten

Deutschland muss Rohstoffe größtenteils importieren (Foto: Oliver Haja/pixelio.de)

(Fraunhofer ISI) Auf im Durchschnitt sieben Prozent schätzen Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes ihr Materialeinsparpotenzial in der Produktion ein, ergab eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Da die Materialkosten mit über 40 Prozent den größten Anteil an den Gesamtkosten im Verarbeitenden Gewerbe ausmachen, könnten hier durch Effizienzmaßnahmen pro Jahr aus Sicht der Betriebe etwa 48 Milliarden Euro eingespart werden.

Deutschlands ist ein rohstoffarmes Land

Aufgrund steigender und schwankender Rohstoffpreise sowie der Abhängigkeit Deutschlands als rohstoffarmes Land vom Import vieler Rohstoffe werden Materialeffizienzmaßnahmen, wie der Einsatz von Recyclingmaterialien zur Produktherstellung oder die Substitution klassischer Materialien durch Werkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe, immer wichtiger. Auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen lohnt es sich. "Wollte man die durch die Realisierung dieses Einsparpotenzials verbesserte Rendite stattdessen durch zusätzlichen Umsatz erzielen, müsste der Maschinenbau seinen Umsatz um etwa 30 Prozent, der Fahrzeugbau sogar um 75 Prozent steigern", sagt Dr. Marcus Schröter, Projektleiter am Fraunhofer ISI.

Viele Betriebe wissen allerdings häufig wenig über das in ihrer Produktion existente Materialeinsparpotenzial und sehen somit auch keine Notwendigkeit, in diesem Bereich aktiv zu werden. Oftmals wird auch der zeitliche und organisatorische Aufwand gescheut, um sich über Konzepte zur Reduzierung des Materialverbrauchs zu informieren. Kritisch sind aus Sicht der Betriebe auch die vermuteten langen Zeiträume, die zur Amortisation der Investitionen in Maßnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz benötigt werden.

Den gesamten Lebenszykluskosten im Blick haben

Die Studie zeigt jedoch, dass es Ansätze gibt, diese Hemmnisse zu reduzieren. So setzen Betriebe, die bei ihren Investitionsentscheidungen die gesamten Lebenszykluskosten im Blick haben, vermehrt auf Materialeffizienz und die dafür notwendigen Konzepte. Gleiches zeigte sich auch bei Betrieben, die sich breiter über Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Produktionsprozesse informieren oder hierzu mit Kunden, Lieferanten oder Forschungseinrichtungen kooperieren.

"Insgesamt konnten wir feststellen, dass sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht in der Materialeffizienz noch großes Potenzial steckt, das es zu erschließen gilt“, fasst Marcus Schröter zusammen. Es gibt bereits einige Ansatzpunkte, um die Verbreitung von effizienten Konzepten zu fördern: Beispielsweise unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in seinem Förderprogramm "BMWi Innovationsgutscheine" (go-inno) die qualifizierte, externe Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zur Steigerung ihrer Rohstoff- und Materialeffizienz über die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea) (http://www.bmwi-innovationsgutscheine.de). Die Praxis zeigt, es rechnet sich für die Unternehmen; im Durchschnitt sparen sie pro Jahr allein an Materialkosten gut 200.000 Euro.

Die vollständige Studie gibt es unter http://www.demea.de/dateien/fachartikel/2011-12-07-endbericht-materialeffizienz-in-der-produktion.pdf.


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„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
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