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Mittwoch, 23. Mai 2012
Trotz Euro- und Schuldenkrise erwarten europäische Unternehmen Gewinne von 11 Prozent
Von: Anita Mueller M.A. Primäres Ziel der Manager ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und langfristig zu investieren
(Simon-Kucher) Die Unternehmen in Europa planen für das Jahr 2012 Gewinnzuwächse im zweistelligen Bereich, verbessern weiter die Wettbewerbsfähigkeit, wollen mit neuen Produkten und Services wachsen und investieren weiter in Forschung & Entwicklung. Das ergibt eine Online-Studie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners mit knapp 300 Managern aus ausgewählten Industriesektoren in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Großbritannien und den Benelux-Ländern. Allerdings fallen die Erwartungen unterschiedlich aus: Die optimistischsten Erwartungen haben die Unternehmen der Gebäudetechnik mit 20 Prozent Gewinnsteigerung, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau (14 Prozent) und der Baustoffindustrie (13 Prozent). Stagnierende Gewinne erwarten 14 Prozent der Unternehmen. 12 Prozent der Manager, verteilt über alle Branchen, rechnen für dieses Jahr mit geringeren Gewinnen als 2011.
Absatz steigern durch neue Produkte und Services
Die hohen Gewinnplanungen resultieren nach Meinung von zwei Dritteln der Manager aus Effizienzsteigerungen gepaart mit Maßnahmen zur Absatzsteigerung. Konkret planen über zwei Drittel der Befragten Effizienzsteigerungen in Produktion, Personal und Logistik sowie Vertrieb. Es folgen mit rund 60 Prozent der Befragten Absatzsteigerungen durch erweiterte Produkt- und Serviceangebote. „Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass die Aktivitäten zur Effizienzsteigerung deutlich an Gewicht gewinnen“, erklärt Dr. Fabian Braun, Studienleiter und Partner bei Simon-Kucher. „Letztes Jahr konnte noch von den Optimierungseffekten aus der Wirtschaftskrise gezehrt werden. Für 2012 planen die Unternehmen, Gewinne sowohl durch neue Effizienzsteigerungsprogramme als auch durch innovationsgetriebenes Wachstum zu steigern“.
Der stärkste Gewinnhebel, der Preis der Produkte, wird in den Industrien unterschiedlich gewichtet: Während auf der einen Seite über 65 Prozent der Unternehmen der Chemie- und Basismaterialbranche Preiserhöhungen als Gewinntreiber ansehen, sind es nur 29 Prozent im Bereich Elektrotechnik und Maschinen- und Anlagenbau. „Hier werden Chancen vergeben. Auch im intensiven Wettbewerbsumfeld können und müssen zumindest Kostensteigerungen in den Preisen weitergegeben werden“, warnt Stefan Herr, Partner und Leiter des Bereichs ‚Technologie‘ bei Simon-Kucher. „Darüber hinaus werden Wettbewerbsvorteile in diesen Industrien noch nicht ausreichend durch Preise abgeschöpft. Ein hoher Marktanteil allein reicht nicht, er muss auch profitabel sein.“
Die Notwendigkeit, die Effizienz im Vertrieb zu steigern, hat gegenüber dem letzten Jahr insbesondere in den frühen Stufen der Wertschöpfungskette zugenommen. Hatten vor einem Jahr nur 30 Prozent der Chemie- und Basismaterialunternehmen auf Vertriebsoptimierung gesetzt, sind es in diesem Jahr schon 60 Prozent in der Chemie und immerhin 44 Prozent der Basismaterialunternehmen. „Gerade traditionell technisch orientierte Unternehmen können hier weiter profitieren, indem sie konsequenter den Mehrwert ihrer Produkte verkaufen und in entsprechende Mengen und Preise umsetzen“, kommentiert Herr.
Der Gewinn wird weiter vorausschauend investiert
Ein konsistentes Bild ergibt sich bei der geplanten Verwendung der Gewinne. Die Gewinne sollen in Forschung und Entwicklung (F&E), Optimierungsprojekte, Kapazitäten, Internationalisierung und in die Mitarbeiter investiert werden. Die Schwerpunkte der Investitionen variieren je nach Industrie. Die Gebäudetechnik sowie der Maschinen- und Anlagenbau setzen zu über 75 Prozent auf F&E. Investitionen in neue Kapazitäten stehen weiterhin auf der Agenda, liegen aber bei nur 47 Prozent der Befragten im Fokus und fallen somit im Vergleich zum Vorjahr in der Bedeutung deutlich hinter F&E zurück. Experte Braun sagt: „Die Strategien und Maßnahmen sind auch im Jahr 2012 langfristig angelegt – wilder Aktionismus findet nicht statt. Das ist ein gutes Zeichen, das die Schulden- und Eurokrise nicht ändern konnte.“
Berater Braun bewertet die Studienergebnisse insgesamt als positives Signal für die künftige wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Insbesondere die fortgesetzten Investitionen der Gewinne in Innovationen begrüßt Braun: „Absatz und Marktanteile können nur nachhaltig gesteigert werden, wenn die Produkte und Services innovativ sind und gegenüber der starken Konkurrenz auch einen ausreichenden Leistungsvorteil bieten“.

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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten
„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt








