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Wir lassen Visionen Taten folgen!
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist nicht nur die stärkste Regionalbank Österreichs, sondern auch seit 19 Jahren erfolgreich in Süddeutschland unterwegs. Dr. Ludwig Scharinger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ, plädiert im Gespräch mit dem P.T. Magazin für eine Finanztransaktionssteuer und erläutert das Geschäftsmodell „Kundenorientierung“, das zum Erfolg der Raiffeisenlandesbank OÖ geführt hat.

Dr. Ludwig Scharinger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft: „Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges Wachstum des süddeutschen Mittelstandes zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern.“

Grundsätze wie Sicherheit, Vertrauen, Nachhaltigkeit und vor allem die Kundenorientierung haben höchsten Stellenwert in der Raiffeisenlandesbank OÖ. (Fotos: RLBOÖ)

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist mit acht Niederlassungen in Süddeutschland vertreten. (Grafik: RLBOÖ)
P.T.: Was unterscheidet die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich von anderen Instituten?
Dr. Scharinger: In wirtschaftlich turbulenteren Zeiten hat sich die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft einmal mehr als ein verlässlicher, seriöser und starker Partner ihrer Kunden erwiesen. Grundsätze wie Sicherheit, Vertrauen, Nachhaltigkeit und vor allem die Kundenorientierung haben dabei höchsten Stellenwert. Unser solides Geschäftsmodell, nämlich bei unseren Kunden zu bleiben und das zu tun, was unsere Kunden brauchen, hat gehalten.
Neben dieser besonderen Kundenorientierung hat sich die Raiffeisenlandesbank OÖ breit aufgestellt und auf ein gut überlegtes Financial Engineering gesetzt. Wir finanzieren über Sondermodelle und unterstützen damit die Innovationskraft der Unternehmen und der Menschen, die in den Betrieben arbeiten. Wir stellen nicht nur Fremdkapital, sondern auch alle möglichen Arten des Eigenkapitals zur Verfügung. Daher gibt es auch keine Kreditbremse bei der Raiffeisenlandesbank OÖ.
Darüber hinaus verfügt die Raiffeisenlandesbank OÖ über einen Liquiditätsspielraum von aktuell 3,3 Mrd. Euro.
P.T.: Was bedeutet Kundenorientierung noch?
Dr. Scharinger: Kundenorientierung bedeutet bei der Raiffeisenlandesbank OÖ auch, Unternehmen nicht nur isoliert anhand einiger Daten aus der Vergangenheit zu beurteilen, sondern aufgrund zu erwartender Daten. Wir achten auf aktuelle Ziffern, die Marktkenntnisse, die Innovationskraft und vor allem auf die Menschen in einem Unternehmen. Wir beobachten, ob Mitarbeiter motiviert sind und ob beim Verkauf Verlässlichkeit, Kompetenz, Biss und Charme mitschwingen.
Basel II hat unnötige Bürokratie und eine gefährliche negative, prozyklische Wirkung auf die Kreditvergabe gebracht. Die Raiffeisenlandesbank OÖ aber verfügt über ein zeitgemäßes Risikomanagement, das wesentlich moderner ist als Basel II. Unser Risikomanagement ist zukunftsorientiert. Wir blicken gemeinsam mit unseren Kunden nach vorne. Dabei beziehen wir auch die so wichtigen Softfacts mit ein.
P.T.: Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist bereits seit 1991 erfolgreich in Süddeutschland vertreten. Was steckt hinter diesem Erfolg?
Dr. Scharinger: Auch in Süddeutschland verfolgen wir eine den Kunden fokussierende Strategie. Vor allem für mittelständische Unternehmen sind wir ein verlässlicher und starker Partner. Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges Wachstum des Mittelstandes zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern. Mittlerweile betreuen wir über unsere acht Niederlassungen in München, Regensburg, Würzburg, Nürnberg, Passau, Landshut, Ulm und Heilbronn 12 074 Kunden – davon 7 756 Unternehmen.
Und wir intensivieren die Kontakte zur deutschen Wirtschaft weiter. Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist seit kurzem die neue Landesdelegation der Deutschen Handelskammer in Österreich. In dieser Funktion ist sie auch die neue Hausbank der Interessensvertretung von österreichischen Unternehmen in Deutschland und deutschen Unternehmen in Österreich.
P.T.: Welche Auswirkungen hat die Krise auf Bankkunden?
Dr. Scharinger: Ich sage ausdrücklich, dass wir keine Krise haben, sondern eine Verunsicherung. Für Kunden wird in Zukunft die Wahl ihrer Hausbank immer wichtiger. Wenn die Sonne beim Kunden scheint, stellen sich alle Banken an. Sobald jedoch bei Kunden die Bilanzen etwas schlechter ausfallen, wollen sich manche Banken davonstehlen. Grund dafür ist, dass den Banken die Risikotragfähigkeit fehlt und dass sie nicht mehr ausreichend für zusätzliche Risiken vorsorgen können. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat jedoch ausreichend Risikovorsorgen getroffen und kann so ihre Kunden optimal begleiten.
P.T.: Wie müssen Unternehmen auf die schwierigen aktuellen Marktbedingungen reagieren?
Dr. Scharinger: Gute Unternehmen zeichnen sich aus, indem sie sich der jeweiligen Situation schnell anpassen. Wenn Umsätze sinken, muss kostenseitig reagiert werden, und es muss mit neuen Produkten oder Dienstleistungen gegengesteuert werden. Wichtig sind vor allem auch aktuelle Daten und auch Planziffern, denn es geht auch um die Planungssicherheit.
Aus der Verunsicherung heraus werden sehr viele Unternehmen gestärkt hervorgehen. Nämlich jene, die sich „entschlackt“ haben. Denn wie der Mensch braucht auch ein Unternehmen ab und zu eine Entschlackungskur. Unternehmen, die das nicht getan haben, tun sich jetzt schwer.
P.T.: Die Raiffeisenlandesbank OÖ begleitet 17 410 Unternehmen bei ihren Geschäften nach Osteuropa. Bietet Osteuropa nach wie vor Expansionsmöglichkeiten?
Dr. Scharinger: Sowohl Deutschland als auch Österreich haben ihre Chancen in Osteuropa erfolgreich genutzt. Risiko besteht nur, wenn man es isoliert betrachtet. Unsere Strategie ist, mitteleuropäische Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen in Osteuropa gebraucht werden, aufgrund ihrer Bonität zu begleiten. Wir investieren daher nicht schlechthin in Osteuropa, sondern begleiten Kunden beim Nützen der Chancen auf neuen Märkten.
Wir suchen uns auch in allen Ländern eine erfahrene Kooperationsbank. Ein mögliches Desaster werden nur jene erleben, die blind darauf losmarschieren, ohne den Markt ganz genau analysiert zu haben, oder – anders als wir – die falschen Partner haben. Osteuropa wird weiterhin viel höhere Wachstumsraten als Westeuropa aufweisen, doch Unternehmen müssen dort überlegt und vorsichtig agieren. Wichtig sind die Währungsrelationen.
Ich erwarte von der Europäischen Zentralbank und von allen involvierten Notenbanken, dass sie nicht nur Liquiditätsversorgung betreiben, sondern auf stabile Währungskorridore achten, was unsere Exportmärkte anlangt. Eine Art „Marshallplan“ für Osteuropa, der für stabile Währungsrelationen sorgt, wäre ein lohnendes Engagement.
P.T.: Sie plädieren auch für eine Finanztransaktionssteuer.
Dr. Scharinger: Ja, ich bin ein Befürworter einer Finanztransaktionssteuer auf rein spekulative Finanztransaktionen. Wir leiden immer noch unter zu vielen spekulativen Finanztransaktionen. Es wäre eine lohnende Aufgabe für die Europäische Zentralbank und die Notenbanken, brauchbare Vorschläge für eine weltweite Finanztransaktionssteuer zu erarbeiten, um Transaktionen, die der reinen Spekulation dienen und ständig die Geld- und Kapitalmärkte destabilisieren, einzudämmen.
Es ist an der Zeit, dass die Ursachen beseitigt werden, die zu dieser Destabilisierung der Finanzmärkte geführt haben und dass weniger nur die Symptome behandelt werden.
P.T.: Auf Wirtschaftsforscher und ihre Prognosen konnte man sich in den vergangenen Jahren nicht verlassen. Welchen Rat würden Sie geben?
Dr. Scharinger: 2009 war ein Jahr der Fehlprognosen. Selbst wenn derartige negative Erwartungen gar nicht eintreten, haben sie immer auch eine psychologische Wirkung. Und trotz dieser zusätzlichen Bremse durch die Prognosen waren die Märkte und Unternehmen viel besser und stärker. Festzuhalten ist, dass Vertrauen die Basis jeder Geschäftsbeziehung ist. Daher muss alles, was wir machen, einfach erklärbar und nachvollziehbar sein. Das Jahr 2010 wird spannend. Wir können mehr gestalten, wenn wir uns auf all das konzentrieren, was machbar, gestaltbar und nachhaltig sinnvoll sein wird.
P.T.: Welche Folgen hat das konkret zum Beispiel für die Reichtums-Armuts-Diskussion?
Dr. Scharinger: Die Diskussion zwischen Arm und Reich wird künftig anders zu führen sein. Denn künftig werden nicht jene reich bleiben, die viel geerbt haben, sondern jene mit einer souveränen Aus- und Weiterbildung und jene, die lebenslang weiterlernen. Insbesondere E-Learning mittels Multimedia nimmt einen wachsenden Stellenwert ein.
Das beginnt bereits in der Volksschule und reicht bis zu den Hauptschulen, den Höheren Schulen, den Fachhochschulen und ganz besonders den Universitäten. Gerade Universitäten mit begrenzten Mitteln werden mit ihren Ressourcen beispielgebend moderne Aus- und Weiterbildungssysteme fakultätsübergreifend anbieten müssen.
Eine spannende Herausforderung wird auch die Frage sein, woran sich unsere Jugend künftig orientieren wird. Orientierung funktioniert nicht unter einem Glassturz, sondern die jungen Menschen orientieren sich an Vorbildern und hoffentlich am eigenen Einkommen. Sie müssen ihre eigenen Fähigkeiten erkennen können und brauchen ein adäquates Aus- und Weiterbildungssystem, das in der Folge ihr gesamtes Leben begleitet.
P.T.: Mit welchen Vorsätzen ist die Raiffeisenlandesbank OÖ ins Jahr 2010 gegangen?
Dr. Scharinger: Die Raiffeisenlandesbank OÖ will Optimismus und keine Angst verbreiten. Menschen, die ängstlich sind, tun nicht das, was machbar wäre. Menschen, die nur Angst verbreiten, können in keinem Unternehmen Verantwortung tragen, weil sie nichts vorwärts bringen und nicht motivieren können. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden auch 2010 wieder erfolgreich sein. Wir haben Visionen, wir haben einen klaren Blick, wir lassen den Visionen Taten folgen – und wir sind keine Träumer.
P.T.: Herzlichen Dank für das Gespräch!
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 3/2010
„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“
Christian Kalkbrenner

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