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Freitag, 30. Juli 2010

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Kategorie: P.T. Innovation
Mittwoch 10. März 2010

TransferBONUS: ziemlich nutzwertig und wenig bürokratisch

Von: Hans-Werner Oertel

Berliner Förderprogramm öffnet KMU Türen zu regionalen Wissenschaftseinrichtungen - Spiegelgleiches Programm auch in Brandenburg aufgelegt

Innovation mit mehrereren "Vätern" aus Wirtschaft und Wissenschaft: ein Seilförderer aus Sachsen (Foto: Päckert)

Berlin. Produkte und Dienstleistungen „Created & made in Berlin“ sind künftig noch wissenschaftshaltiger und damit innovativer. Seitdem der Wirtschaftssenat im vergangenen Herbst das Förderprogramm „TransferBONUS“ (www.transferbonus.de) gestartet hat, haben bereits einige Dutzend Unternehmen wie das von Ulrich Sieber aus Pankow oder die in Steglitz ansässige BANDELIN electronic GmbH & Co. KG Erstkontakte zu einer der regionalen Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen geknüpft oder bestehende Kooperationen zu entsprechenden Fachbereichen erweitert.

Volle Kostenübernahme in der Einstiegsvariante

Mit dem O.K. der Fördergeber konnte sich die kleine Entwicklungsfirma aus Pankow erstmals überhaupt eine Wissenschaftskooperation leisten. Sie bekam in der sogenannten Einstiegsvariante die Zusage für die komplette Kostenübernahme von 1.500 Euro zur Bezahlung eines Miniauftrags, den sie zuvor beim Fraunhofer-Institut IZM ausgelöst hatte. Dessen Experten in der Berliner Gustav-Meyer-Allee lieferten Zuarbeiten für eine Produktstudie zur Entwicklung einer neuen Unterwasserpumpe. Jetzt wisse er genau, dass die Hürden für ein Neuprodukt „ziemlich hoch“ liegen. „Aber wir haben schon eine technische Idee….“, frohlockt Diplomingenieur Sieber.

Innovationsgutscheine jetzt auch in Brandenburg

Berlin fördert nach dem Vorbild von Baden-Württemberg die Inanspruchnahme von Leistungen aus Wissenschaftseinrichtungen der Hauptstadtregion; seit 2010 hat auch das Umland mit dem „Brandenburger Innovationsgutschein“ ein spiegelgleiches Programm am Start. Transferbonus gewährt mit Blick auf umsatzträchtige Inventionen aus kleinen und mittleren Unternehmen pro Projekt einen Zuschuss von bis zu 7.000 Euro auf Vorhaben im Wert von maximal 10.000 Euro. Mit dem Geld werden extern vergebene Forschungsarbeiten anteilig bezahlt – und geben den Anstoß für Neuentwicklungen bzw. Neueinstellungen wie im Fall des Medizintechnik-Herstellers Pneumatik Berlin GmbH PTM eines auf Grenzflächen spezialisierten Chemikers. „Durch Zusammenarbeit mit Fraunhofer zu Fragen der thermodynamischen Speicherung hat unser Kooperationspartner Zeosys jetzt mehr zu tun“, sagt PTM-Geschäftsführer Hartmut Welke.

Transferexperte Helling: Programm trifft die Bedürfnislage

Obwohl im Vergleich zu anderen Technologie-Hilfen von Land und Bund vom Volumen her eher bescheiden, trifft Transferbonus offensichtlich genau die Bedarfslage des innovativen Berliner Mittelstands, umreißt Siegfried Helling, Leiter des Servicebereiches für Wissens- und Technologietransfer bei der TSB Innovationsagentur Berlin, die neuen Möglichkeiten. Diese werden auch durch kurze „Online-Wege“ über www.transfercafe.de zu Profilen aktiver Experten aus der Wissenschaft ergänzt. Seinen Angaben zufolge arbeiten inzwischen bereits ca. 35 Unternehmen, darunter auch Gründer sowie erste Handwerksbetriebe, mit dem Programm. Weitere Firmen haben Anträge gestellt, die zügig geprüft und bewilligt werden. „Für uns erfreulich: Es gibt darunter auch einige ‚Wiederholungstäter, die mit erfolgreichen Erstprojekten bereits Ideen für weitere Kooperationsvorhaben entwickelt haben“, sagt Helling.

Folgeanträge möglich & erwünscht

Zu dieser Gruppe gehört die DIGALOG Industrie-Mikroelektronik GmbH aus Wedding. Das Echtzeit-Systemhaus für die Industrieautomation nutzt die Fördemittel in Zusammenarbeit mit dem Fraunhoferinstitut IZM zur Entwicklung neuer Maschinensteuerungen. „Wir werden so angeregt, mit anderen Branchen besser ins Gespräch zu kommen“, erläutert Vollgesellschafter Manfred Brustat. Da sich die „Antragsbürokratie“ zum Glück in Grenzen halte, würden auch Kleinfirmen ermutigt, Folgeanträge zu stellen.

Ähnlich sieht es der Ultraschallgeräte-Hersteller Bandelin – seit 1945 als Familienunternehmen in Berlin ansässig. Nachdem das erste Transferbonus-Projekt mit dem Bereich Maschinenbau der TU Berlin „einfach und gut“ gelaufen war, hatte sich Firmenchef Stefan Bandelin entschlossen, zwei weitere Anträge zu stellen. Neueste Bandelin-Entwicklungen, bei denen auch Transferbonus-Erkenntnisse einfließen: spezielle Ultraschallgeräte zum Einsatz in der Pathologie bzw. in Analyselaboren.

Indessen überlegt Dr. Heinz Kieburg, Geschäftsführer der auf Laserausrüstungen spezialisierten LMK GmbH, bereits einen zweiten Förderantrag zu stellen. „Der ist ja nicht kompliziert“. Seine fünf Mitarbeiter zählende Firma aus Adlershof hatte mit Blick auf neue Dienstleistungen via Tranferbonus bestimmte Machbarkeitsuntersuchungen praktisch nach nebenan ausgelagert: in das Forschungsinstitut für optoelektronische Hochtechnologien OUT e.V. in der Wuhlheide. „Wir als Spezialdienstleister mit hohem Kostenvorlauf für Forschung und Entwicklung sind auf Wissenschaftstransfer ebenso wie auf entsprechende Förderung angewiesen“, beschreibt Dr. Kieburg den Nutzen dieses Programms für sein Haus.


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 3/2010

„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“

Christian Kalkbrenner