Textiler Heimvorteil von Chemnitz zahlt sich aus
Zwei Chemnitzer Forschungsinstitute zählen zu den 15 am stärksten nachgefragten Forschungspartnern der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland

Udo Tiepmar (2.v.l.), Techniker im Zentrum für Integrative Leichtbautechnologien der TU Chemnitz, und Dr. Frank Helbig (r.), Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, besprechen mit den Maschinenbaustudenten Rainer Wallasch (l.) und Ralf Bartsch die technische Realisierung textiler Verstärkungsstrukturen für Verbundbauteile, die aus drei verschiedenen Komponenten gefertigt werden. (Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Schmidt)
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) setzen zunehmend auf die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Entwicklung von Produkten und Verfahren zu nutzen. Um diese Innovationsbemühungen zu unterstützen, startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Juli 2008 das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), in dem Kooperations- und Netzwerkprojekte bis 2013 gefördert werden. Dieses Programm forciert den direkte Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die mittelständische Wirtschaft und hilft somit, deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Bisher sind 597 Forschungseinrichtungen Kooperationspartner von 2.596 Unternehmen. ZU den 15 am meisten nachgefragten Forschungspartnern zählen laut Information des Bundeswirtschaftsministeriums (ZIM-News 1/2010) auch zwei Chemnitzer Forschungsinstitute - das Institut für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik der Technischen Universität Chemnitz und das Sächsische Textilforschungsinstitut, ein An-Institut der TU Chemnitz. Ein Wissenschaftler, der im Rahmen des ZIM-Programmes viele Projekte gemeinsam mit Unternehmen bearbeitet, ist Prof. Dr. Lothar Kroll, Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz. Er freut sich, dass die Kompetenzen der Chemnitzer Wissenschaftler sachsen- und bundesweit so stark nachgefragt sind. "Allein in unserer Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau existiert heute ein Netzwerk von mehr als 200 modernen Unternehmen mit nahezu allen Gliedern der textilen Kette, mit denen wir in vielen Projekten eng zusammenarbeiten", berichtet Kroll.
Insbesondere Textilien aus Hochleistungsfasern erleben derzeit eine Renaissance als Verstärkungen von hochbelasteten, leichten Strukturbauteilen. So etwa wird bei der nächsten Flugzeuggeneration der Anteil an Faser-Kunststoff-Verbunden mehr als verdoppelt und damit fast die Hälfte des Gesamtgewichts ausmachen. "Auch im Fahrzeugbau und im Allgemeinen Maschinenbau besteht ein erheblicher Bedarf an textilverstärkten Leichtbaukomponenten", schätzt Kroll ein. Deshalb entstehen auch in Sachsen Forschungsnetzwerke und -cluster zum Thema "Textilverstärkte Leichtbaustrukturen", die unter anderem vom Bund finanziell unterstützt werden.
Die Stadt Chemnitz kann hier ihren "textilen Heimvorteil" voll ausspielen. Denn der in Chemnitz beheimatete Textilmaschinenbau und die Textiltechnik stehen am Anfang der Wertschöpfungskette von Hochleistungsstrukturen mit Textilverstärkung. Die Herstellung derartiger Hochleistungsbauteile ist aufgrund der komplexen Prozessschritte heute noch mit zahlreichen manuellen Schnittstellen sehr zeit- und kostenintensiv und für die Großserie ungeeignet. Daher fokussieren Chemnitzer Forschungseinrichtungen wie das Sächsische Textilforschungsinstitut und das Institut für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik der TU Chemnitz vor allem großseriennahe Fertigungstechnologien mit komplementären Schwerpunkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette "Vom Faden zum Hochleistungsbauteil". "Wir bieten Deutschlands mittelständischer Wirtschaft eine geballte Kompetenz, von der viele bereits heute und ganz bestimmt auch in Zukunft profitieren", ist Kroll überzeugt.
(Quelle: Technische Universität Chemnitz)
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Leserbrief
P.T. Magazin 4/2009
Zu: „Rettet unsere Söhne!“
„Haben Sie vielen Dank für diesen längst überfälligen Artikel! Der Aufschrei über die ideologisch gewollte Diskriminierung von Jungen und Männern hierzulande ist indes, wie Sie richtig schreiben, schon viel zu lange ausgeblieben. Inzwischen leben wir in einem Gemeinwesen, in dem feministische Seilschaften, zahlreiche reine Frauenlobbies und ein Bundesministerium, das sich schon im Titel für alle außer Männer zuständig weiß, den Ton angeben und die veröffentlichte Meinung beherrschen. Dieser Verkrustung zu begegnen, sie aufzubrechen und der beginnenden, politisch diktierten Geschlechterapartheid etwas entgegenzustellen, sind wir alle dringend gefordert, weil Humanismus und nicht Feminismus unser Leitbild sein muss. Ganz wenige mutige Journalisten haben mit ihren viel zu seltenen Artikeln hier einen Anfang gemacht. Schön, dass Sie dazugehören.“
Dr. Berndt Goossens

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