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Mittwoch, 10. März 2010

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Kategorie: P.T. Mecklenburg-Vorpommern
Mittwoch 03. Februar 2010

Gefräßiger Muschel den Appetit auf hölzerne Hafenpfähle vermiesen

 

Neue Technik der Uni Rostock zum Schutz von Holzpfählen unter Wasser - DBU gibt 123.000 Euro

Muschel frisst Hafen: Innerhalb kurzer Zeit zerstört die Schiff- oder Pfahlbohrmuschel Holz unter Wasser. (Foto: © Universität Rostock)

Rostock. Unter der Meeresoberfläche an den Küsten der Welt findet das große Fressen statt: Die Pfahlbohrmuschel pult sich in tragende Planken und Pfähle, um sich vom Holz zu ernähren und richtet damit jährlich Schäden in Milliardenhöhe an. Versuche, die Pfähle vor dem Tier zu schützen, sind meist umweltschädlich oder zu teuer. An der Universität Rostock wurde bereits ein Überzug für Pfähle aus umweltfreundlichem Kunststoff entwickelt, der der gefräßigen Muschel Einhalt gebieten kann. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt nun ein Projekt der Universität und der Taucherfirma Tai GmbH, mit dem diese Hülle in einem schnellen, einfachen und für Hafentaucher ungefährlichen Verfahren zum Schutz der Holzkonstruktionen befestigt werden soll. "Das Vorhaben ermöglicht die Instandsetzung und den Erhalt großer und alter Hafenanlagen, ohne dass neue Holzressourcen verbaut werden müssen", lobte der Generalsekretär der DBU, Dr. Fritz Brickwedde. Die Stiftung sagte rund 123.000 Euro zu.

Schon Christoph Kolumbus hatte seine Schwierigkeiten mit dem kleinen Schädling und verlor Schiffe an die wurmartige Muschel. Innerhalb eines Jahres nage sich der Parasit durch Holzstämme mit 30 Zentimeter Dicke, erklärte Dr. Christian Dede von der Universität Rostock die Problematik. "Imprägnierungen mit Chemikalien helfen nicht immer, die Pfähle zu schützen und belasten zudem die Gewässer", so Dede. Muschelresistente Stützen aus Beton, Stahl oder Kunststoff seien ökologisch bedenklich und teuer. "Würde man nicht anfällige Tropenhölzer für die Pfeiler verwenden, förderte man die Abholzung wertvoller und geschützter Wälder." Eine Ummantelung mit einem speziellen umweltfreundlichen Textil sei die Lösung. "Das Anlegen des Stoffes um die Pfähle ist allerdings sehr aufwändig und extrem gefährlich für die Taucher", so Dede. Schlechte Sicht, die Strömung und enge Abstände zwischen den Pfählen erschwerten die Arbeiten unter Wasser.

Bevor der Kunststoff angelegt werden könne, müssten die Pfähle mit Hochdruckreinigern von dem zentimeterdicken Muschelbewuchs befreit werden. "Im DBU-geförderten Projekt kann diese langwierige Prozedur, bei der drei Taucher höchstens ein bis zwei Pfähle pro Tag reinigen, von einem ringförmigen und um den Holzpfahl klappbaren Druckstrahler schneller erledigt werden", so Dede. Mit einem weiteren Gerät, das nun in der Entwicklung stecke, könne dann der Schutzstoff von oben nach unten um die bis zu zehn Meter langen Pfähle gestreift und an ihnen befestigt werden.

"Der umweltverträgliche Kunststoff hat den Vorteil, dass sich anschließend Tiere, und Pflanzen wieder an dem Pfahl ansiedeln können, ohne ihm zu schaden", sagte Dede. Schließlich sei viel daran gelegen, das ökologisch Biotop in Häfen und in Uferbereichen nicht verarmen zu lassen. Dede: "Mit dem natürlichen 'Labor' Rostocker Hafen direkt vor unserer Haustür haben wir ideale Bedingungen, um die neue Technologie auszuprobieren."


(Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU))


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Leserbrief

P.T. Magazin 4/2009

Zu: „Rettet unsere Söhne!“

 

„Haben Sie vielen Dank für diesen längst überfälligen Artikel! Der Aufschrei über die ideologisch gewollte Diskriminierung von Jungen und Männern hierzulande ist indes, wie Sie richtig schreiben, schon viel zu lange ausgeblieben. Inzwischen leben wir in einem Gemeinwesen, in dem feministische Seilschaften, zahlreiche reine Frauenlobbies und ein Bundesministerium, das sich schon im Titel für alle außer Männer zuständig weiß, den Ton angeben und die veröffentlichte Meinung beherrschen. Dieser Verkrustung zu begegnen, sie aufzubrechen und der beginnenden, politisch diktierten Geschlechterapartheid etwas entgegenzustellen, sind wir alle dringend gefordert, weil Humanismus und nicht Feminismus unser Leitbild sein muss. Ganz wenige mutige Journalisten haben mit ihren viel zu seltenen Artikeln hier einen Anfang gemacht. Schön, dass Sie dazugehören.“

 

Dr. Berndt Goossens