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James Cook und die Entdeckung der Südsee
Noch bis 28. Februar 2010 präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle Bonn eine einmalige Sammlung über den legendären Seefahrer

Nathaniel Dance, Captain James Cook (1728-1779), London, 1776 (© National Maritime Museum, Greenwich, London)

Schale mit menschlichen Figuren, Hawaii, 18. Jh. (© The British Museum, London)

William Hodges, Kriegskanus in Otaheite, Tahiti, 1777 (© National Maritime Museum, Greenwich, London, Ministry of Defence Art Collection)

William Hodges, Resolution und Adventure in Matavai Bay, Tahiti, 1776 (© National Maritime Museum, Greenwich, London, Ministry of Defence Art Collection)

Angelhaken, Hawaii, 18. Jh. (© Museum für Völkerkunde, Wien)
(KAH Bonn) - Der britische Seefahrer und Entdecker James Cook (1728-1779) wurde durch drei Expeditionsreisen (1768-1779/80) in die damals noch unbekannten Weiten des Pazifischen Ozeans berühmt. Ihm gelang es erstmalig, Neuseeland, Australien und die Inselwelt der Südsee zu kartographieren. Damit vervollständigte er unser neuzeitliches Bild von der Erde und widerlegte die Vorstellung von einem mythischen Südkontinent.
Exponate aus aller Welt
Die Ausstellung erzählt mit 550 Exponaten von den Reisen des James Cook und seines internationalen Wissenschaftlerteams. Zum ersten Mal werden in Bonn die von den Cook-Reisen mitgebrachten ethnographischen und naturhistorischen Objekte aus den verschiedensten pazifischen Kulturen wieder zusammengeführt, nachdem sie bereits Ende des 18. Jahrhunderts in frühe völker- und naturkundliche Sammlungen in ganz Europa verstreut worden waren.
Hierbei ist erstmals eine Kooperation zwischen den wichtigsten britischen ethnographischen Sammlungen in London, Oxford und Cambridge und den Sammlungen im deutschsprachigen Raum – allen voran Göttingen, Wien und Bern – sowie anderen Museen weltweit gelungen. Viele der kostbaren Federornamente, Holzskulpturen und anderen ozeanischen Artefakte sind kunsthistorisch von unschätzbarem Wert, da Vergleichbares heute in der Südsee nicht mehr zu finden ist. Sie sind Zeugnisse der Zeit vor der Begegnung mit den Europäern und somit Quellen, die es den heutigen pazifischen Kulturen ermöglichen, ihre Identität in einer globalisierten Welt zu behaupten oder gar erst wiederzufinden.
Neben den ethnographischen Ausstellungsstücken werden prachtvolle Gemälde und Zeichnungen der mitreisenden Maler präsentiert, die den euphorischen und wissbegierigen Blick der Entdecker auf die exotischen Szenerien der Südsee eingefangen haben. Auch die gezeigten Schiffsmodelle, Seekarten und Navigationsinstrumente machen die Cook-Reisen auf faszinierende Weise wieder lebendig. Neben den eindrucksvollen Londoner Leihgaben des National Maritime Museum, des Natural History Museum und der British Library konnten wertvolle Gegenstände aus James Cooks persönlichem Besitz aus Australien entliehen werden.
Reiserouten und Ziele
Alle drei Reisen Cooks führten auf Empfehlung der Royal Society in London vornehmlich in jenen Teil der Südsee, der heute Polynesien („Vielinselwelt“) genannt wird, aber auch in extreme Regionen wie die Antarktis im Süden und Alaska im Norden. Die Ausstellungsarchitektur, die die zentralen Inseln und Kontinente des Pazifiks abbildet, ermöglicht dem Besucher das selbstständige Entdecken der ozeanischen Kulturen des 18. Jahrhunderts entlang der drei Reiserouten Cooks.
Die erste Reise (1768-1771) diente in erster Linie der Beobachtung des Transits der Venus auf Tahiti. Zudem konnte James Cook mit Unterstützung des Tahitianers Tupaia Neuseeland und Teile Australiens kartographieren.
Auf der zweiten Reise (1772-1775) wurde James Cook von dem deutschen Naturforscher Johann Reinhold Forster und seinem Sohn Georg begleitet. Sie brachten reiche Erkenntnisse in Botanik und Zoologie zurück nach Europa und darüber hinaus eine umfangreiche Sammlung von „Kuriositäten“, die u. a. die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen begründeten. Das vorrangige Ziel der Reise war die Suche nach jenem unbekannten, und wie Cook beweisen konnte, nicht vorhandenen Südkontinent. Entlang der Route besuchte man u. a. die Tonga-Inseln, Vanuatu und die Osterinsel. Der Maler William Hodges hielt bedeutende Ereignisse der Reise in monumentalen Ölgemälden fest.
Auf der dritten Reise (1776-1780) begab man sich im hohen Norden auf die Suche der Nordwestpassage und begegnete den Menschen entlang der nordamerikanische Küste. Der Maler John Webber dokumentierte die Reise in minutiösen Details. Auf dieser letzten Reise starb Cook am 14. Februar 1779 unter nicht restlos geklärten Umständen auf Hawaii eines gewaltsamen Todes.
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 3/2010
„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“
Christian Kalkbrenner

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