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Freitag, 30. Juli 2010

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Kategorie: P.T. Innovation
Sonntag 15. November 2009

Gentechnik bändigt „teuflischen“ Zwirn

 

Hilfe zur Selbsthilfe im Pflanzenschutz

Forscher der TU Darmstadt haben ein gentechnisches Verfahren zur Bekämpfung des Teufelszwirns entwickelt, der in wärmeren Ländern ganze Ernten vernichten kann. (Foto: TU Darmstadt)

(idw-online/eigBer.) - Im Volksmund heißt die Pflanze Teufelszwirn, Jung­fernhaar, Kletterhur oder auch Hexen­seide. Die Pflanze windet sich um Nutzpflanzen und entzieht ihnen Nährstoffe. „Der Teufelszwirn vernichtet nicht selten 20 bis 80 Prozent, manchmal sogar die komplette Ernte“, berichtet Prof. Ralf Kaldenhoff vom Arbeitskreis Angewandte Pflanzenwissenschaften der TU Darmstadt.

Das könnte nun bald ein Ende haben: „Wir gehen davon aus, dass wir einen allgemeingültigen Abwehrmechanis­mus gefunden haben, so dass das Ver­fahren bei allen Nutzpflanzen anwend­bar wäre“, prophezeit Kaldenhoff.

Tödliche Umklammerung

Teufelszwirn (Cuscuta) „schlängelt“ sich über den Boden, bis er eine poten­zielle Wirtspflanze „riecht“. Nun windet er sich zu ihr hin und schüttet ein sog. Angriffsprotein aus. Dieses weicht die äußeren Zellschichten des Wirts auf, so dass der Schädling mit Hilfe eines sog. Klebeproteins eine Art Wurzel in die geschwächten Gewebezellen einhaken kann. Auf diese Weise umklammert der Schmarotzer sein Opfer, rankt an ihm empor und entzieht ihm Nährstoffe für den Eigenbedarf.

Eiweiß löst Würgegriff

Das Forscherteam hat Tabakpflanzen dazu gebracht, ein Abwehr-Peptid zu produzieren, also einen Teil eines Eiweißes, mit dem der Wirt sich gegen das Angriffsprotein wehren kann. Das Angriffsprotein wird zwar noch immer produziert, doch kann es die äußeren Zellwände der Nutzpflanze nicht mehr aufweichen, weil es blockiert ist.

Die Forscher haben dann zunächst Tabakpflanzen gentechnisch verändert, so dass diese den Inhibitor selbst produzierten, um sich vor dem Schmarotzer zu schützen. „Diesen Abwehrmechanismus haben wir bereits problemlos auf Tomaten übertragen, denn Cuscuta löst offensichtlich immer den gleichen Mechanismus aus“, so Kaldenhoff.


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Christian Kalkbrenner