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Kleiderbügelmuseum in Pfaffenhofen geplant – historische Bügel gesucht!
Ost-West-Verbindung
Weil „der Kleiderbügel an sich in seiner Wichtigkeit nicht so recht in den Köpfen der Leute drinne ist" meint Ideen-Anstifter Rolf Becker, plant die Geschäftsführerin der MAWA GmbH Michaela Schenk sogar ein Pfaffenhofener Kleiderbügel-Museum: „Wir haben bereits viele Formen aus allen möglichen Ländern gesammelt und würden uns weitere alte und originelle Exemplare freuen."
n Pfaffenhofen an der Ilm, nördlich von München, hat sich MAWA auch für den Nationalfeiertag wirklich etwas Originelles ausgedacht: Am MAWA-Firmengebäude prangt seitdem in kräftigem Rot ein riesiger bayerischer Kleiderbügel – gemacht aus einem Trabbi-Dach.
Dieses Projekt war eine Aufgabenstellung an die Auszubildenden. Angehende Werkzeugmacher konnten den Recycling-Rohstoff erproben und ihre Kreativität einbringen. In einer Team-Arbeit entstand der überdimensionale „Ost-West-Kleiderbügel“.
Am 20. Jahrestag des Mauerfalls wurde der rote Kleiderbügelausgeschnitten, gefeilt und knallrot lackiert. Der neueste Bügel ist seit dem 9. November eine sichtbare „Ost-West-Verbindung".
„Doofe Ossis und doofe Wessis nehmen sich gegenseitig die Butter vom Brot", sagt Spaßmacher Rolf Becker im allerbreitesten Sächsisch, „Intelligente machen was zusammen.
Die Metallwarenfabrik Martin Wagner GmbH ist, am Riesen-Bügel nun unschwer zu erkennen, ein Kleiderbügel-Produzent. Mit etwa 500 Artikeln und 50 Beschäftigten ist das Unternehmen ein globaler Player. Bei einem Exportanteil von über 70 Prozent liefert MAWA Kleiderbügel in über 50 Länder weltweit.
MAWA-Geschäftsführerin Michaela Schenk und Trabbi-Weltreisender Rolf Becker kennen sich schon länger. Sympathie auf beiden Seiten, das Resultat – eine Wette: Becker:„Ich überreiche der Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich einen MAWA-Kleiderbügel!“ Schenk: „Das klappt nicht! Wenn doch, gibt es Champagner.“ Top. Die Wette gilt.
Parlamentarische Hosenanzüge bei Frauen hatten bisher ebensowenig Tradition, wie eine Frau als Regierungsoberhaupt. Damit hätte der Bügel wahrlich eine historische Aufgabe. Die MAWA-Geschäftsführerin Michaela Schenk verlor die Wette.
Angela Merkel posierte mit einem sehr gefragten Bügel-Modell, und die Unternehmerin musste dem Spaßmacher mit seinem „Guerilla-Marketing ", wie Becker seine Aktionen nennt, eine Flasche Schampus spendieren.
Während die „berühmteste Hosenanzugträgerin Deutschlands“ ihren Anzug vielleicht schon auf den Bügel gehängt hat, haben Michaela Schenk und Rolf Becker nun weitere Polit-Prominenz im Visier:
Beschenken möchte man Nelson Mandela in Südafrika – „Bei seinen wunderbaren bunten Hemden ist das ja schon Pflicht" – und US-Präsident Barack Obama soll ein ganz besonderes Exemplar bekommen. Michaela Schenk weiter: „Wir haben gehört, dass es noch Stahl vom zerstörten World Trade Center gibt. Davon möchten wir etwas auftreiben und einen Kleiderbügel daraus machen".
Die ersten Bügel seien übrigens für kirchliche Gewänder angefertigt worden, berichtet die Unternehmerin; später habe man auch welche für das Militär gemacht: „Mit extra breiten Schultern für die Epauletten." Im kommenden Jahr werde man den Museums-Gedanken intensivieren und auch Touristik-Studenten in das Projekt mit einbinden, erklärt Michaela Schenk.
Aus dem von Rolf Becker besorgten Trabbi lassen sich noch weitere Kleiderbügel machen, und das soll demnächst in einer „Kleinserie" in die Tat umgesetzt werden. Rolf Becker ist sicher: „Die werden dann verknappt – wie alles, was aus dem Osten kommt."
Das Material? „Plaste, Elaste, Textilfaser und sonst noch was", meint Rolf Becker, der mit seinem eigenen Trabbi bereits durch Timbuktu, Ulan Bator und Hollywood kurvte. Den würde er nicht gegen ein „West-Auto“ eintauschen, beteuert er, obwohl: „40 Jahre sind wir dem roten Stern hinterhergerannt, um dann festzustellen, dass es die Rücklichter vom Golf waren!"
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 3/2010
„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“
Christian Kalkbrenner

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