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Freitag, 03. September 2010

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Kategorie: P.T. Reisen
Mittwoch 11. November 2009

In der Fremde

 

Wie D-ROLF aus Halle für seine Sponsoren Dubai und Kapstadt erobert

MADE IN GERMANY (der Kleiderbügel)

DubaiSkyscraper – Hochhausboom wie nirgends in der Welt

Einkaufen in den Souks, der traditionelle Gold Souk in Dubai gehört zu den größten Goldmärkten der Welt, Juweliergeschäfte reihen sich an Juweliergeschäfte

Im Gespräch mit Hamad bin Mejren (Executive Director DTCM)

Auf dem „creek“ fahren teure Wassertaxis und kleine „Linienschiffe“

Burj al Arab Hotel*******

Security überall

Dekorative Folklore

Früher wurden die Wale geschlachtet. Heute bringt Whale-watching mehr Profit.

Der Tafelberg: 600 Millionen Jahre alt

Endlich wieder gepflegten Alkohol in Stellenbosch – dem Weingebiet. Hier scheint die Welt noch in Ordnung

Sonntags an der Waterfront a là Buena Vista Social Club (Fotos: D-ROLF, Regina Becker, Mawa)

D-ROLFs Strategie lautet: „Nur was (Presse-)Bilder zeigen, ist wirklich passiert.“ Die Medien würden natur­gemäß lieber von exotischen Regi­onen als aus Sangerhausen oder dem Bayerischen Wald berichten, meint der Globetrotter. Er weiß, dass das Ansehen von „MADE IN GERMANY“ in der Welt weit höher liegt, als bei uns viele glauben. So sollte ein Foto mit Bundeskanzlerin ein optimales Verkaufsargument in seinen Überseegeprächen werden. „Weil dann in unseren Medien von den Aktionen berichtet wird, profitieren auch kleinere Sponsoren.“ Recht
hat er, oder?

Seine letzte Reise führte den umtriebigen Werbefachmann in regionalen Angelegenheiten aus Sachsen-Anhalt nach Dubai und Kapstadt. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, und er tut es hiermit auf seine unnachahmliche Weise:

Halle – Dubai – Kapstadt

Es ist herrliches Hochsommerwetter, als ich in Halle in den Zug zum Hamburger Airport steige, die Thermometerskala  scheint es kaum höher zu schaffen.  Die deutsche ICE-Technik ist unübertrefflich. In jeder Zug-Einheit ein Flachbildschirm. Emirates Airline, eine der weltbesten, zeigt an jedem Sitz 400 Programme,  Videospiele, Kameras, die nach vorn und unten zeigen und das in allen Sprachen der Welt, selbst Mandarin, Koreanisch und Persisch.

Dubai

Ich steige nachts in Dubai aus dem Flieger. Mich trifft der Hammer – 40°C! Am Tag wird es dann heißer als in Peking. Ich kaufe mir einen Schirm und rette mich, wenn ich zu Fuß gehe, von Busstation zu Busstation, denn die sind hier klimatisiert. Alle vernünftigen „Dubaier“ bevorzugen jetzt Sommerurlaub im Norden. Ich wohne oben im City Hotel mit Swimmingpool auf dem Dach, aber es gibt kein Bier an der Bar.

Überall treffe ich auf Ausländer, die für die Scheichs die Arbeit verrichten. Holländer bauen Hotels, Amerikaner Klimaanlagen, Pakis­tanis und Vietnamesen verkaufen und bedienen. Auf dem berühmten Goldsuk (dem teuersten Markt der Welt) erkennt mich eine sächsische  Krankenschwes­ter. Wir kommen ins Gespräch. Sie ist Pflegerin für eine reiche „Scheich-OMA“ und bekommt mehr Gage als ein deutscher Professor.

Der Größte: 818 Meter

Sie sagt mir, wie ich optimal ans Burj al Arab und die  Märchenwelt von Jumeirah Beach komme. Bis dahin dachte ich, dass sich Las Vegas nicht überbieten lässt, aber das hab‘ selbst ich nicht erwartet. Es gibt unzählige Wolkenkratzer. Neben dem höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Dubai (818m), sehe ich das berühmte Empire State Building, und das, weil es so schön ist, gleich zweimal nebeneinander. Hier sind Unis, Akademien und Lifestyle. Die Scheichs haben längst begriffen: Bildung ist Zukunft!

Abends esse ich in einem Food Court eines Einkaufstempels. Kurzzeitig denke ich ans KaDeWe. Hier ist im Gegensatz zu Berlin sogar die Selbstbedienung perfekt organisiert.

SERVICE

Im Hotel habe ich noch eine Duty-free Flasche Single Malt (für den Magen). Selbst in Hotels für 40$/ Nacht gibt es 24-Stunden-Service. Ich könnte aus 20 Sorten Tee oder 50 exotische Speisen wählen. Aber keinen Alkohol, dafür überall WLAN und fünfmal am Tag die Gesänge der Muezzin! Im Emirates-Flieger nach Kapstadt werden alle 400 Sprachen des Bordentertainment gebraucht. Nur wenige Europäer sind an Bord.

Kapstadt

In Kapstadt erwartet mich der tiefste Winter. Es herrschen neun Grad, es regnet, und in den Bergen liegt Schnee. Auf der Fahrt vom Airport gibt es durch den Taxifahrer einen Intensivkurs für Sicherheit. Alle Südafrikaner kennen grauenvolle Geschichten von abgehackten Köpfen oder kopierten Kreditkarten. Außer in den Slums wird jedes Gebäude durch Wachmänner und meterhohe Elektrozäune geschützt. Der Tafelberg ist nicht zu sehen. Er liegt in den Wolken. Mein Quartier ist eine stilvolle Villa. Der Whirlpool hat „Oceanview“. Abends brennt der Kamin, und morgens gibt es 20 Teesorten zur Auswahl.

Zu früh

Zwei Köchinnen diskutieren ab sieben Uhr permanent lautstark in Xhosa. Es nervt. Dafür zaubern sie ein fürstliches Frühstück. Auf einmal ist der Tafelberg sichtbar. Nichts wie hin. Ich kenne noch Menschenschlangen aus der DDR. Aber was sich da an der Seilbahn ansammelte, war die Krönung. Trotzdem ging es relativ schnell. Eine Seilbahngondel fasst über 50 Leute. Während sie mit Passagieren aus allen Kontinenten langsam hochfährt, dreht sie sich auch noch. Tolle Technik!

Whow…

Der Ausblick ist beeindruckend. Man kann vom Atlantik über das durch Nelson Mandela berühmte Robben Island bis Richtung Indischer Ozean sehen. Die vorgelagerte Insel zwölf Kilometer vor Kapstadt diente als ausbruchsicheres Gefängnis. 18 Jahre war Mandela hier gefangen. Viele, die in Südafrika waren, prahlen, wie viele tausend Kilometer sie in drei Wochen zurückgelegt haben. Das Land ist zu schön, um lange im Auto zu sitzen. Bei mir kamen lediglich 350 zusammen. Von Kapstadt ging es über ausgezeichnete Landstraßen in das Weingebiet von Stellenbosch. Eine wunderschöne Gegend, wie bergiges Mecklenburg. Es regnete ausnahmsweise nicht!

Gutsherren

Die Weinproduzenten herrschen noch nach Gutsherrenart. Ihre farbigen Angestellten sind an die Chefs gebunden, weil ihre Hütten auf deren Grund stehen. Anstatt einer Rente haben sie lebenslanges Wohnrecht. Jetzt bekommen junge Leute auch eine Ausbildung gefördert – als Weinverkäufer. Wer nicht die Autobahn nimmt, schlängelt sich über eine überwältigende Uferstraße in die Bucht. Stellenbosch ist nach Kapstadt die zweitälteste von Europäern gegründete Siedlung an der südafrikanischen Küste. Ich mache eine Tour durch fünf Weingüter. Bei Wein und seafood geht’s mir gut.

Wale

In Südafrika will man Tiere sehen. Möglichst große. Die größten sind in der Bucht von Hermanus – Wale. Im Winter kommen sie dicht an die Küste. Mit Glück sieht man sie vom Hotelbett aus. Herrliche See und Brandung! Hier sank die HMS Birkenhead. Der Truppentransporter der Royal Navy verunglückte 1852 im Kapgrenzkrieg.

Frauen und Kinder zuerst

Übrigens änderte genau hier bei der Rettung vom Schiff ein Offizier eine Regel. Galt bisher: „Jeder für sich“, ist die Birkenhead-Regel weltbekannt: „Frauen und Kinder zuerst.“ Alle Frauen und Kinder wurden gerettet. Fast 450 Männer wurden Opfer der See und der Haie.

Hoteliers und Farmer haben sich auf deutschsprachige Kunden eingestellt. Hotels und Pensionen leben gut von tausenden Touristen. Überall wimmelt es in Südafrika von nutzlosem Securitypersonal. Als in Hermanus gerade mal alle Wale abgetaucht waren, erfreute eine Gruppe exzellenter Sänger die Besucher.

Kurze Zeit später kam die Security, um sie gegen massiven Protest der Zuschauer zu vertreiben – ähnliches habe ich aber auch schon bei uns und in Bergen auf Norwegen erlebt. Kriminalität schafft Arbeitsplätze.

Fußball

Viele südafrikanische Illusionen ranken sich um die Fußball-WM im nächsten Jahr. Dass es bei sportlichen Großereignissen weit mehr Verlierer als Gewinner gibt, will man nicht wahrhaben. Selbst wenn einige Unternehmen in den paar Wochen gute Umsätze machen, kann nicht jeder profitieren.

Hier enden D-ROLFs Reiseskizzen. Im Dezember wird er nach Madagaskar und Reunion fliegen. Vor Studenten der Uni, Diplomaten in feinsten Hotels und für action medeor, das größte Medikamenten-Hilfswerk Europas, wird der ewige Reisende auch dort wieder über Deutschland und die Welt informieren. Seine ganzen Abenteuer stellt er gerne unter dem Motto „In 80 Minuten um die Welt“ dem geneigten Publikum vor, denn wenn einer eine Reise tut…

 

 

Informationen und Sponsoren

 

 


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 3/2010

„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“

Christian Kalkbrenner