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Freitag, 03. September 2010

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Kategorie: P.T. Reisen
Montag 09. November 2009

Südtirol - Für Viele ein Land der Sehnsucht

Von: Bernd Schenke

Wer aus Norden kommend in den Südtiroler Vinschgau reist, trifft mitten in den Alpen auf eine mediterran geprägte Landschaft: mildes Klima und viele Sonnentage.

Im Sommer 1950 wurde der Reschensee gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung gestaut. 677 ha Grund und Boden wurden überflutet, beinahe 150 Familien ihrer Existenz beraubt. Häuser, Kirchen und das gesamte Kulturgut wurden im Interesse kommerzieller Ziele vernichtet. Deshalb steht er da, der Turm - mitten im See -, als stummer Ankläger und Mahnmal für zu unrecht angerichtetes Leid. Man ließ ihn stehen, zur Erinnerung an das malerische Dorf Graun. Er steht unter Denkmalschutz und ist Wahrzeichen der Gemeinde Graun.

Herbstliches Ambiente im Weinberg.

Der Schatz der Churburg: Die Rüstkammer.

Das mit Diamanten geschmückte Eingangsportal zur Burg.

Einerseits thront es majestätisch über der Straße, anderseits schmiegt es sich an den Berg an.

Der Weinberg des Köfelguthofs nach der Weinlese.

Mehr als ein Farbtupfer in der Traumlandschaft des Vinschgau: Das Kräuterschlössl.

Stolz präsentiert Josef Mayr seine Steinmetzarbeiten.

Idyllisch gelegen und einladend: Der Fohlenhof.

Eine Kutschfahrt durch die Obstgärten ist immer ein Erlebnis (Fotos: Bernd Schenke).

Die seit mehr als 2000 Jahren besiedelte Region erstreckt sich in West-/Ostrichtung über eine Länge von 80 km. Sie beginnt am Ursprung des Etsch, am Reschenpass (1 507 m Höhe) - Grenze zwischen Südtirol und Österreich - und reicht bis Meran (324 m).
Schlanders (721 m), auf halbem Wege zwischen Reschenpass und Meran gelegen, ist mit rund 6 000 Einwohnern, der Hauptort des Vinschgau.

Mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr ist die Region - liebevoll auch als Balkon zum Süden bezeichnet - eine der sonnigsten und beliebtesten Urlaubsziele auf der Alpensüdseite. Das gilt sowohl für Wander- und Bikerfans sowie Skiläufer als auch für Kultur- und Wellnessgenießer.

Faszination der Gegensätze
In diesem wunderschönen Tal kann der Gast bemerkenswerte kulturhistorische Zeugen aus Mittelalter, Romanik und Karolingerzeit entdecken. Er befindet sich inmitten des 130 700 ha großen Nationalparks Stilfserjoch, einem der größten und interessantesten Schutzgebiete Europas und wird von einer majestätische Bergwelt - mit Italiens höchstem Berg, dem Ortler (3 905 m) - sowie von berühmten Burgen und Schlössern empfangen.
Die Römer bauten einst mit der „Via Claudia Augusta“ eine der wichtigsten Handelsstraßen durch das Tal, die Räter brachten den Ackerbau und die heutige „Straße der Romanik“, die sich zwischen Chur und dem Trentino erstreckt.

Der Sonnenreichtum und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem - die sog. Waale - ließen es trotz geringster Niederschlagsmengen von max. 600 mm pro Jahr seit Generationen zu einem der fruchtbarsten Täler sowie zur Schatz- und Kornkammer Südtirols werden. Heute dominiert der Obstanbau. Die üblicherweise milden Temperaturen lassen das Tal schon im April im zarten weißrosa Blütenmeer der Apfelbäume versinken, während ringsum auf den Bergen noch der Schnee glitzert.
Dann beginnt auch die Zeit der „Genießer“, die sich auf ihren Wanderungen und Kutschfahrten durch die Obstgärten mit Weinverkostungen, beim Kas´n oder bei bäuerlichen Brennereien verwöhnen lassen.

Auf etwa 4 700 ha stehen mehr als zwölf Millionen Apfelbäume. Rund 2 000 Bauern ernten davon jährlich mehr als 200 000 Tonnen Äpfel. Durch große Temperaturschwankungen (bis zu 60 Grad innerhalb von 24 Stunden auf dem Sonnenberg) erhalten die Äpfel besonders viel natürlichen Fruchtzucker. Das teilweise raue Klima sorgt für das besonders feste und knackige Fruchtfleisch. Die kalten Herbstnächte geben den Äpfeln das besondere Aroma.
Die faszinierende Landschaft des Vinschgau vereint - wie kaum anderswo zu erleben - die Gegensätze der Pracht alpiner Schönheit zu einem harmonischen Gesamtbild: Apfelblüten in prächtigen Obstgärten und karge Felswände und Gletscher, schattige Wälder und saftige Almen, Waalweg und Almenpfad.

Gaumenfreuden zu (fast) jeder Jahreszeit
Seit der Zeit der Habsburger hat sich von Meran aus westwärts (Richtung Reschensee) eine ausgeprägte Urlaubskultur mit Gastronomie und Hotellerie jeden Anspruchs entwickelt. Sie reicht vom klassischen Südtiroler Bauernhof - den man noch in 2 000 m Höhe antrifft - bis zu 5-Sterne-Luxushotels. Gemeinsam vermitteln sie die weithin bekannte „Vinschger Gastfreundschaft“.
Das kulinarische Angebot ist so vielseitig wie die Landschaft, aus der die Früchte für Küche und Keller kommen.
Die klimatischen Vorzüge des Tals begünstigen beispielsweise das Wachstum hervorragender Apfelsorten wie den Golden Delicious, den Anbau der berühmten Vinschger Marille, der besonders aromatischen Erdbeere - auf Europas größtem, geschlossenen Anbaugebiet immerhin bis in 1 800 m Höhe - und des wohlschmeckenden Spargels.
Nicht zu vergessen die auf rund 70 ha in den Weingärten reifenden Weinsorten für die weithin bekannten fruchtigen und mineralischen Weiß- und Rotweine aus dem seit 1995 geschützten Ursprungsgebiet „DOC-Vinschgau“.

Dass in den typischen Gaststätten, Almhütten und Jausenstationen wie in den exzellenten Restaurants konsequent auf Bioprodukte aus heimischem Anbau gesetzt wird und Qualität oberstes Gebot ist, versteht sich im Vinschgau von selbst. Und so trägt das Tal nicht umsonst den Beinamen „Feinkostladen Südtirols“. www.vinschgau-suedtirol.info.

Törggelen - Alle Jahre wieder
Die meisten Bräuche ändern sich im Laufe der Zeit, da der Wandel der Gesellschaft Einfluss darauf nimmt. Doch alte Traditionen gehen nicht verloren, wenn man sich stets ihrer Wurzeln erinnert und sie in diesem Sinne weiterleben lässt. So ist das auch mit dem „Törggelen“, das in Südtirol eine lange Tradition hat und jährlich im Herbst stattfindet.
Angefangen hat es einst Anfang November im kleinen Kreis privater Winzer, die nach der Traubenernte Freunde und Nachbarn zur Weinverkostung zu sich einluden. Anschließend zog man von Hof zu Hof, wo ebenfalls junger Wein und Kastanien angeboten wurden.
Waren früher Bauern und Landarbeiter am Törggelen beteiligt, ist es heute zu einer Attraktion für jedermann geworden - für Einheimische wie für Touristen.
Im Laufe der Jahre wurde der Zeitraum (September bis November) erweitert und man zog aus den heimeligen Stuben in die Schenken um. Sogar kleine Stände am Straßenrand wurden errichtet.

Entlang der „Via Claudia Augusta“
Allgegenwärtig sind in Südtirol unterschiedliche Zeugen mittelalterlicher Kultur. Von den insgesamt 400 existierenden Burgen, Schlössern und Ansitzen, befinden sich 40 im Vinschgau; allesamt sehenswert und interessant.
Auf dem Weg durch das Tal - vom Reschensee Richtung Meran -, ragt beispielsweise ein einsamer Kirchturm aus dem Wasser des Stausees. Im Benediktinerkloster Marienberg erlebt man Geschichte aus neun Jahrhunderten. Die Churburg bei Schluderns überrascht mit einer weltweit einmaligen Sammlung an Ritterrüstungen. Im Schloss Goldrain wird Natur als Lernlandschaft gestaltet. Das Schloss Kastelbell beeindruckt durch seine bewegte Geschichte.

Die Benediktinerabtei Marienberg ist eine Stiftung aus dem 12. Jahrhundert. Die einst dreischiffige Kirche wurde im 17. Jahrhundert barockisiert, das Klostergebäude im Verlaufe der Jahrhunderte verändert. Erst in jüngster Zeit (2004 bis 2008) erfolgten die letzten strukturellen Umgestaltungen. Wie Zeugen, verweisen alte Kunstwerke auf die wichtigsten Ereignisse im Laufe von 900 Jahren in und um Marienberg. www.marienberg.it.

Die Churburg bei Mals gehört zu den mächtigsten und besterhaltenen Burganlagen Südtirols. Sie wurde 1253 errichtet und vermittelt einen beeindruckenden Blick auf das gegenüberliegende Ortlermassiv. Seit dem Jahre 1504 ist sie im Besitz der Grafen Trapp, deren aktueller 63-jähriger „Spross“ hier in den Sommermonaten residiert. Der Besucher erlebt ein Renaissanceschloss mit einem sehenswerten Arkadenhof. In der romanischen Schlosskapelle - deren tadellos funktionierende Orgel mit 337 Pfeifen aus dem Jahre 1559 stammt - und in den zahlreichen prunkhaft eingerichteten Räumlichkeiten mit Mobiliar und Malereien aus dem 16. Jahrhundert, wird so manche Kostbarkeit aufbewahrt. Besonderen Ruf genießt die Rüstkammer als größte ihrer Art in der Welt. Sie enthält maßgeschneiderte Rüstungen von unvergleichlich wertvoller künstlerischer Gestaltung der einstigen Schlossbesitzer. www.churburg.com.

Schloss Goldrain bei Latsch hat sich zu einem Zentrum für Bildung und Kultur entwickelt. Mit einem großzügigem Gästehaus, einem Restaurant und einem Schlosscafe ist es heute lebendiger Mittelpunkt vieler Kultur- und Weiterbildungsevents des Vinschgau und weit über das Tal hinaus.
Die im 12. Jahrhundert entstandene Anlage wurde etwa um 1500 erheblich umgebaut und vergrößert. Die Details der Maßnahmen verwandelten das Schloss zu einem wahren Schmuckstück. So wurde das imposante Eingangsportal mit Diamantquadern geschmückt. Seit 1600 ist das gesamte Areal mit einer 350 m langen Außenmauer umgeben. www.schloss-goldrain.com.
Einen imposanten Blick auf die Schlossanlage - und weiter über das Tal - hat man vom nahe gelegenen St. Martin. Von Latsch aus erreicht man den 1 740 m hohen Berg mit der Seilbahn. Hier droben gibt es ausgedehnte Wandermöglichkeiten und gemütliche Jausenstationen, unter anderem mit eigener Käserei. www.latsch-martell.it.

Auf nacktem Felsen gebaut wurde Schloss Kastelbell. Erstmals im Jahre 1238 als Burg der Herren von Montalban erwähnt, thront es imposant und majestätisch über der Straße. Bei einem Großbrand 1824 wurde es schwer beschädigt und ging danach aus privatem Eigentum an den italienischen Staat über, der es grundlegend restaurieren ließ. Das Schloss ist heute beliebter Ort für kulturelle Veranstaltungen. Die alte Küche und die Kapelle zeigen Interessantes aus guter Handwerkertradition wie Fresken, Heiligenfiguren und eine Blumendekoration am Gewölbe aus dem 16. Jahrhundert. www.schloss-kastelbell.com.

Unweit vom Schloss Juval bei Kastelbell gab es zahlreiche archäologische Funde, die vermuten lassen, dass sich hier eine Siedlung aus der Zeit von „Ötzi“ befunden haben könnte. Im Jahr 1983 kaufte Bergsteigerlegende Reinhold Messner nach häufigem Besitzerwechsel und mehrmaliger Zerstörung das 1287 erstmals erwähnte Schloss. Er ließ es restaurieren und in ein ansehnliches Museum verwandeln, in dem er seine zahlreichen Sammlungen orientalischer Kunst ausstellt.
Am Fuße des Felsens, auf dem das Schloss steht, fließt ein sog. Waal, der über zehn km das Wasser vom Schnalstal zu den sonnigen Wiesen des Vinschgau leitet. Er wurde im 16. Jahrhundert angelegt und ist noch heute voll funktionsfähig. www.schloss-juval.com.

Gleichklang zwischen Mensch und Natur
Der sich über 135 000 ha ausbreitende Nationalpark Stilfserjoch ist Wander- und Naturparadies, Lebensraum für Wildtierarten und nicht zuletzt Ausdruck eines gesunden Gleichklangs zwischen Mensch und Natur.
Rund 40 Prozent seiner Gesamtfläche liegen in Südtirol und damit im Bereich der Zentralalpen. Er erstreckt sich von 700 m Meereshöhe in der Vinschgauer Talsohle, bis hinauf zu den Gletschern der Ötztaler Alpen auf fast 4 000 m Meereshöhe. Im Norden berührt er den Schweizerischen Nationalpark, im Süden den Naturpark Adamello-Brenta im Trentino und den Regionalpark Adamello in der Lombardei. Im Osten befindet sich der Naturpark Texelgruppe.
Der Park bietet einmalige Naturerlebnisse. In ihm liegen ausgedehnte Wald- und landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie ganzjährig bewohnte Berghöfe, Weiler und Dörfer. Die Landschaft ist geprägt durch das Nebeneinander von unberührter Natur- und einer seit Jahrhunderten gepflegten Kulturlandschaft mit Alm- und Forstwirtschaft.
Einzigartig ist die Landschaft in eisigen Höhen, wo man klaren Gletscherseen und sprudelnden Bergbächen begegnet. Und man findet alle alpinen Formenelemente. Sie reichen vom vergletscherten Hochgebirge über Almen und Hangterrassen bis hinab zu den Talböden.

Der Vinschgau ist mit durchschnittlich 550 mm Niederschlag das regenärmste Tal der gesamten Ostalpen. Deshalb müssen die meisten landwirtschaftlichen Nutzflächen künstlich bewässert werden. Dafür und für die Trinkwasservorsorgung sind die natürlichen Wasserspeicher im Nationalpark - Gletscher und Hochgebirgsseen - von großer Bedeutung.
Die erweiterte landwirtschaftliche Nutzung der Flächen erfordert ein zunehmend Arbeit sparendes Bewässerungssystem, das die altbewährten, traditionellen Waale zu verdrängen droht.

Vom Getränk für „Schnapsbrüder“ zum Qualitätsprodukt
Mit Obstanbau (Birnen) begann im Jahre 1960 die Bewirtschaftung des Weinbaubetriebs Köfelgut in Kastelbell. 1971/72 kam der Weinanbau hinzu und heute bietet Martin Pohl eine breite Palette auserlesener landwirtschaftlicher Produkte an, zu denen neben dem Wein (4 ha Anbaufläche) moderne Apfelsorten wie der Jonagold, die nahezu ausgestorbene Muskateller Birne, die seit mehr als 200 Jahren angebaute Vinschgauer Marielle und Zwetschgen sowie vier verschiedene Sorten Spargel (von denen auf einer Anbaufläche von 1 ha jährlich schon ab Mitte April bis zu 7 000 kg geerntet werden) zählen.
Die Hälfte des produzierten Weins - 60 Prozent Rot-, 40 Prozent Weißwein - wird direkt ab Hof vermarktet, der andere Teil geht in den Handel und in die Gastronomie. Weiß- und Grauburgunder, Riesling, Chardonay und Gewürztraminer stehen für guten Weißenwein, während sich den Blauburgunder, Vernatsch und Cabernet vor allem den Rotweinkennern mundet.
Als Spezialität des Hauses offeriert Martin Pohl seine Edelbrände und Grappa. Das Brenngut stammt ausnahmslos aus eigenem Anbau. Das heimische Klima bietet beste Voraussetzungen für die Erzeugung von Kern und Steinobst. Der frische Brand erhält keinen Zuckerzusatz und kommt erst nach einer Reifezeit von bis zu 24 Monaten (Obstbrände) bzw. nach drei und mehr Jahren (Grappa) auf den Markt. Damit wurde aus dem einstigen Getränk für „Schnapsbrüder“ ein wirkliches Qualitätsprodukt.

Die Kraft des Edelweißes in der Kosmetik
Ein nicht zu übersehender sonnengelber Farbtupfer inmitten grüner Wiesen ist das Kräuterschlössl in Goldrain. Ein Traum des Kräuter begeisterten und gelernten Schreiners Urban Gluderer, den er mit seiner Familie innerhalb von nur fünf Jahren realisierte.
Im liebevoll angelegten Bio-Kräutergarten kann man mit allen Sinnen die Kraft der Natur erleben und wertvolle Details über Verarbeitung und Veredelung der Kräuter ebenso erfahren wie das Geheimnis biologischen Wirtschaftens ohne jeglichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Der Erlebnis- und der Schaugarten auf dem Dach - auch als „Liebesgarten“ bezeichnet - des Kräuterschlössl’s begeistert mit seiner Kräutervielfalt und dem wunderbaren Ausblick in die Umgebung jeden Besucher. Seit dem Jahre 2004 sind die hier ursprünglich gepflanzten Apfelbäume zunehmend Kräuterfeldern gewichen. Und so gibt es seit 2007 auf der Anbaufläche ausschließlich Kräuterfelder und etwas Beerenobst.
Der Gast kann im Hofladen gesunde Kräuter und „würzige“ Geschenke kaufen. Die Produktpalette reicht von Einzelkräutern/-gewürzen, speziellen Teemischungen wie dem „Traumfänger“ und einem „Seniorentee“ -, Gewürzmischungen, Kräutersalz, Kräutersirupen und -kissen bis hin zu Kräutersalben und div. Kosmetika auf Kräuterbasis, und die auch mit der „Königin der Berge - dem Edelweiß“. www.kraeutergold.it.

Filigrane Kunst aus kristallinem Kalkstein
Die Gemeinde Laas liegt im Zentrum des Vinschgau. Sie bietet zahlreiche landschaftliche Besonderheiten. Doch wer hier her kommt, denkt zuerst an Marmor. Der Ort ist untrennbar mit dem weltberühmten und begehrten weißen Stein verbunden, der hier seit dem 15. Jahrhundert abgebaut wird. Er taucht überall auf: in Kirchen, auf Treppen, in Hausfluren und verständlicherweise in den Werkstätten der Bildhauer und Steinmetze.

In Sichtweite, auf der Nordostseite der Ortler-Berggruppe, erhebt sich ein gewaltiges Marmormassiv bis in 3 100 m Höhe. Schon in der Römerzeit wurde hier Marmor abgebaut. Seine Schönheit und absolute Wetterbeständigkeit machten den Laaser-Marmor weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Hoch geschätzt von vielen Bildhauern wegen seiner Schönheit, wird der leuchtende, kristalline Kalkstein seit Jahrhunderten in vielen Teilen der Welt für verschiedenste Bauten verwendet.
Steinmetze fertigen daraus auch Uhren, Säulen, Tische und Brunnen sowie vielfältigste Kostbarkeiten. Auch Josef Mayr, Bildhauer- und Steinmetzmeister in Laas. Sein Betrieb wurde 1928 vom Vater gegründet. Seit 1948 führt der heute 73-jährige das Unternehmen. Von Anbeginn an lag das Hauptaugenmerk des Handwerksbetriebs auf der Verarbeitung des heimischen Marmors. Die Modelle sind sowohl Eigenkreationen als auch von prominenten Künstlern. Man findet die Arbeiten inzwischen weltweit. Eine der Größten, die „Drei Saligen“ - eine Brunnenfigur mit den Maßen 2,00 x 2,30 Meter - steht im Rapoldipark in Innsbruck, ein 13 000 kg schwerer Altar auf der Insel Borneo. Weitere bedeutende Reliefs, Skulpturen und Altäre gingen nach Japan, in die Schweiz und nach Deutschland. So beispielsweise als Wandverkleidung für ein Sudhaus der Brauerei in Detmold.

Edelbrände mit unverwechselbare Aroma
Feinste Edelbrände aus den erlesensten Früchten des Vinschgau zu komponieren, ist das Ziel von Familie Gartner vom „Fohlenhof“ in Laas. Das dies bisher gelungen ist, bestätigen unter anderem zahlreiche internationale Auszeichnungen.
Das Anwesen entstand um 1820 als Sanitätsstation für fußkranke Pferde im Auftrag des österreichischen Kaisers. Später wurde hier der erste Haflingerhengst großgezogen und ist nun Urvater aller Haflinger. Der Fohlenhof ist ein Obstbauhof mit einer Spitzenbrennerei und bietet zusätzlich Ferienwohnungen der Extraklasse für Urlauber an.
Maria und Rudi Gartner sind sehr innovativ und offen. Die Ferienwohnungen für rund 30 Gäste wurden in biologischer Bauweise ausgebaut, haben 4-Sterne-Niveau und die Einrichtungen sind jeweils einem Thema der näheren Umgebung gewidmet.
Am Fohlenhof ging die erste Brennerei im Oberen Vinschgau in Betrieb. Getreu dem Motto „Ein edles Destillat zu brennen“, haben die Gartner´s auf diesem Gebiet die Nase deutlich vorn. Sie gewannen von 2006 bis 2008 jährlich den „World Spirits Award“ sowie fünf Gold- und eine Silbermedaille. Ihr besonderes Geheimnis liegt in der individuellen Destillerie der Edelfrüchte, die ihren Edelbränden stets das unverwechselbare Aroma verleihen. Da ist es verständlich, dass auf dem Fohlenhof keine Freude über die seit 1. Juni 2009 erfolgte Zulassung synthetischer Aromastoffe durch die EU herrscht, die nach Auffassung der Laaser Spezialisten die Produktechtheit verfälscht.

Vorreiterrolle im biologischen Obstanbau
Eingebettet in ausgedehnte Obstgärten und nur wenige Kilometer nördlich des Stilfserjoch Nationalparks, liegt die verkehrsberuhigte Feriengemeinde Schlanders. Ein malerischer Dorfkern mit Fußgängerzone, eleganten Läden, urigen Bauerngasthöfen und gemütlichen Cafés vermittelt ein dörfliches, aber zugleich modernes Flair. Hier trifft man auf eines der ältesten Bauwerke, dessen Ursprünge über 1 000 Jahre zurückreichen: Den Bio-Reiterhof Vill, seit Generationen im Familienbesitz.
Der etwa 20 ha große Besitz wird seit 1989 biologisch-dynamisch bewirtschaftet und hat eine Vorreiterrolle im biologischen Obstbau. Hier werden Demeter-Produkte höchster Qualität angebaut und produziert. Haupterzeugnis sind köstlich-knackige Äpfel, die auf rund 6 ha Obstwiesenfläche prächtig gedeihen. Aus ihnen wird unter anderem ein köstlicher Apfelsaft gekeltert. Gemüseanbau und Viehwirtschaft für die Selbstversorgung sowie für den Ab-Hof-Verkauf runden die bäuerlichen Aktivitäten ab.
Mehr als ein zusätzliches Standbein des Hofs sind acht Pferde und drei Fohlen, die für qualifizierten Reitunterricht, Ausritte und Kutschfahrten eingesetzt werden. Für pferdebegeisterte Kinder ist das Ponyreiten ein Erlebnis. Sicher am Zügel geführt, können absolute Anfänger die Schnupperrunden auf dem Reitplatz genießen. Selbstverständlich wird Reitunterricht für Fortgeschrittene - Erwachsene, Jugendliche und Kinder - angeboten. Erich Vill, Chef des Reiterhofs, ist geprüfter Reitlehrer. Abgestimmt auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Reitgäste stehen auch Halbtages-, Tages- oder Mehrtagesritte durch die schöne Landschaft des Vinschgau auf dem Programm.
Neben der bäuerlich-natürlichen, familienfreundlichen Atmosphäre lädt das traditionsbewusst baubiologisch restaurierte Haus mit vier behaglichen Ferienwohnungen für jeweils zwei bis sechs Personen zum Urlaubmachen ein. www.vill.it.

SÜDTIROL ist immer eine Reise wert. Für Viele ist es ein Land der Sehnsucht. Erst recht für die, die schon einmal hier waren.

Anreise
Mit dem Pkw: Autobahn München - Kufstein - Innsbruck - Brennerpass - Bozen-Süd - Meran; alternativ über den Reschenpass.

Mit der Bahn: München - Meran und weiter mit der VinschgerBahn; alternativ München - Landeck und weiter mit dem Bus in den Vinschgau.

Mit dem Flugzeug: Nach München (D), Innsbruck (A), Verona (I), Mailand (I), Zürich (CH) und weiter mit der Bahn oder einem Leihwagen.

Kontakt
Tourismusverband Vinschgau; I-39028 Schlanders, Kapuzinerstr. 10; Tel. +39 0473 620480, Fax +39 0473 620481; info@vinschgau-suedtirol.info; www.vinschgau-suedtirol.info.


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 3/2010

„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“

Christian Kalkbrenner