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Freitag, 03. September 2010

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Kategorie: P.T. Gesellschaft
Montag 07. September 2009

ARD enthüllt: Erde ist DOCH keine Scheibe!

 

Verbraucherschutzsendung „Plusminus“ betreibt Volksverdummung statt Aufklärung

(Bild: P.T.-Montage, Foto: DLR/Rapid Eye AG)

Kampagne zur Darmkrebsvorsorge: Barbara Schöneberger meint: „Hören Sie nicht auf Ihren Bauch!“ Trotzdem käme wohl ­niemand auf die Idee, dass eine Vorsorgeuntersuchung ohne Befund eine Garantie dafür ist, dass die Krankheit auch in Zukunft nicht ausbrechen kann. Fast niemand… (Foto: obs/Felix Burda Stiftung)

„Unternehmerpreise – Garant für ein erfolgreiches Geschäftsmodell?“, fragte „Plusminus“ am 14. Juli 2009 mit der Moderatorin Sabine Gaschütz im Vorder- und der Statue „Großer Preis des Mittelstandes“ im Hintergrund. Dass schlechterdings kein Mensch Garantien für die Zukunft geben kann, scheint sich bei der ARD noch nicht herumgesprochen zu haben. (Foto: ARD)

So sieht ein Carport mit erheblichen Mängeln aus – im Volksmund nennt man das Pfusch. Weil der Hersteller aber vorher mehrfach ausgezeichnet wurde, hätte das nicht passieren dürfen – meint „Plusminus“. Nach dieser Logik müsste aber mindes­tens jeden zweiten Tag ein ARD-Diplom-Meteorologe medial gesteinigt werden. Vollkommen irrsinnig? – Eben!

(Fotos: ARD)

Vor wenigen Wochen, am 32. Juli, beschäftigte sich das ARD-Verbrauchermagazin „Plusminus“ in einer 40-minütigen Sondersendung mit dem Thema „Auszeichnungen und Gutachten – Garantien künftigen Erfolgs?“ Vier Beiträge erörterten das Thema ausführlich.

Der Vorwurf

Für die Anmoderation des ersten Beitrags durch die Moderatorin Sabine Gaschütz wurden Ausschnitte der Festveranstaltung zur Übergabe der Reifezeugnisse des Berliner Goethe-Gymnasiums im Sommer 1995 gezeigt. Prominentester Gastredner war der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, der die Wichtigkeit einer soliden Bildung hervorhob und auf die Chancen der jungen Menschen in einer sich rapide verändernden Welt verwies.

Sabine Gaschütz schlussfolgerte: „Die Schulen konkurrieren miteinander mit der Botschaft, wer uns seine Kinder anvertraut, ist in den allerbesten Händen.“ Individuelle Lernpläne und Patenschaften garantierten die Berücksichtigung individueller Neigungen, Stärken und Schwächen. Die Anmoderation schloss mit dem massiven Vorwurf: „Doch von wegen, genau das hat sehr oft gar niemand geprüft.“

Der Aussteiger

Anschließend wurde der Lebensweg einzelner Abiturienten in den folgenden 14 Jahren beschrieben. Tatsächlich war nicht allen ein erfülltes und glückliches Leben beschieden. Der Beitrag griff das Beispiel des Aussteigers Georg W. auf. 1995 hatte er das Abitur als Bester mit Auszeichnung bestanden und war von Helmut Kohl persönlich als Vorbild für andere gelobt worden. Nach seinem Bundeswehrdienst studierte er seinen Traumberuf Kulturwissenschaften, brach aber bereits im vierten Semester ab.

Nach mehrjährigem Tingeln als DJ in Hamburger Discos und einer Verurteilung wegen Drogenmissbrauchs wanderte er 2001 aus Deutschland aus. Die Redaktion fand ihn in einer Kommune am Rande der australischen Großen Victoria-Wüste, wo er seit drei Jahren mit einigen Aborigines sowie rund 30 vor allem britischstämmigen Aussteigern lebte. Zu einem Interview war er nicht bereit.

Der Professor

Die Mutter des Aussteigers, die nicht erkannt werden wollte und daher nur hinter einem Vorhang und mit verfremdeter Stimme interviewt wurde, konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken, als sie von ihren Ängsten und Enttäuschungen während der letzten zehn Jahre sprach: „Wir haben uns doch immer um unseren Georg gekümmert. Er hält noch heute alle paar Wochen zu uns Kontakt per Telefon oder Brief. Und das war doch die damals beste Schule in Berlin! Und er war der Beste! Wie konnte denn das passieren? Ich weiß mir keinen Rat.“

Auf Nachfrage der Redakteurin Brigitte Schalk beteuerte die damalige Direktorin des Gymnasiums, inzwischen im Ruhestand, dass ein solcher Lebensweg nicht die Regel, sondern die Ausnahme sei. Laudator Helmut Kohl war zu keiner Stellungnahme bereit. Prof. Gerhard Schlichter vom Pädagogischen Institut der Goethe-Universität Ost-Tübingen, erklärte: „Welchen Lebensweg ein Jugendlicher einschlägt, hängt nicht nur von der Schule ab, sondern von einer Vielzahl von Einflussfaktoren vor und auch nach dem Schulabschluss.“

Die Schlussfolgerung

Bereits während der Schulzeit könne die Zahl dieser Einflüsse unmöglich von einem Lehrer kontrolliert und gesteuert werden, der noch dazu für 20, 30 oder mehr Kinder verantwortlich sei. Hinzu käme, dass die Schulen wegen der demographischen Entwicklung und der Knappheit der Staatsfinanzen in einem gnadenlosen Wettbewerb zueinander um jede einzelne Schulanmeldung stünden. „Dieser Konkurrenzdruck ist für Privatschulen naturgemäß noch viel größer.“

Die Verbraucherschutzsendung fasste den Rat an Eltern wie folgt zusammen: „Entgegen der landläufigen Meinung ist eine erfolgreich bestandene Reifeprüfung keine Garantie für die zukünftige Entwicklung des Jugendlichen. Denn von Schulen werden vorrangig die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen bewertet.“

MBA statt Diplom?

Im nächsten Beitrag ging es um die Frage, ob die in den letzten Jahren aus dem Boden geschossenen Management Schools tatsächlich ihr Geld wert wären. Den redaktionellen roten Faden hatte der erste Beitrag vorgegeben. Es ging um die Westeuropean Business School in Aachen. Es wurde eine Abschlussveranstaltung gezeigt, zu der der damalige Bundespräsident Prof. Roman Herzog Gastredner war.

Anschließend wurde hinterfragt: „Die Hochschulen konkurrieren miteinander mit der Botschaft, wer uns vertraut, der ist in den allerbesten Händen. Das Abschlusszeugnis garantiert die flexible Einsetzbarkeit der Absolventen.“ Wieder schloss die Anmoderation mit dem massiven Vorwurf: „Doch von wegen, genau das hat sehr oft gar niemand geprüft.“

Der Beststudent

Erneut wurde einer der 60 Absolventen dieses Jahrgangs herausgegriffen. Er war noch während des Studiums von Siemens unterstützt worden, hatte bei Siemens auch Auslandspraktika absolviert und war anschließend in Asien zum Einsatz gekommen. Vor drei Jahren wurde er wegen seiner Verstrickung in die Bestechungsaffären entlassen, zahlte ein Bußgeld an den deutschen Staat und wartet derzeit auf den Abschluss eines Schadensersatzprozesses, den Siemens gegen ihn führt.

Deutschlands Korruptionsexperte Nr. 1, der ehemalige Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaukelsteiner, kam zu Wort: „Korruption gab es und wird es immer geben, solange sich Menschen in Gruppen oder Gesellschaften welcher staatsrechtlichen oder ideologischen Form auch immer zusammenschließen. Keine Hochschule kann trotz bester und fundiertester Ausbildung für die Zukunft aller ihrer Absolventen garantieren.“

Keine Garantie

Die Verbraucherschutzsendung fasste den Rat an Unternehmen, die Nachwuchsführungskräfte an Business Schools anwerben, wie folgt zusammen: „Entgegen der landläufigen Meinung ist eine erfolgreich bestandene MBA-Prüfung an einer Business School keine Garantie für die zukünftige Entwicklung des Absolventen. Denn von diesen Hochschulen werden vorrangig die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen bewertet.“

Das Atomkraftwerk

Der dritte Beitrag widmete sich einem Thema, dass aus der heißen Debatte um die „Störfälle“ in deutschen Atomkraftwerken entstand. Es ging um die Frage, ob die Anlagen, in denen es zu Kurzschlüssen und Stromausfällen kam, eigentlich vom TÜV geprüft worden waren.

In der sehr emotional aufgemachten Darstellung kamen Anwohner, Kraftwerksingenieure, Mitglieder von Greenpeace und Attac sowie der TÜV selbst, der natürlich ordnungsgemäß geprüft und attestiert hatte, zu Wort.

Die Verbraucherschutzsendung fasste den aufklärenden Rat an die 2,92 Millionen Zuschauer (Einschaltquote 11,8 Prozent) wie folgt zusammen: „Entgegen der landläufigen Meinung ist eine nach Prüfung ausgestellte TÜV-Plakette  keine Garantie für die zukünftige Entwicklung des Absolventen. Denn vom TÜV werden vorrangig die zum Prüfzeitpunkt festgestellten Sicherheitsstandards, das heißt die Vergangenheit, bewertet.“

Brustkrebs

Im vierten Beitrag kam ein Ehemann zu Wort, dessen Frau kürzlich im Alter von nur 44 Jahren an Brustkrebs verstorben war. Seine beiden Töchter im Alter von sechs und zwölf Jahren weinten beim Interview neben ihm auf der Couch im häuslichen Wohnzimmer. Glaubwürdig berichtete er, dass die Familie stets sehr gesundheitsbewusst gelebt hatte, mitein­ander viel Sport getrieben hatte, glücklich war. Seine Frau war regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gegangen, in denen nie etwas festgestellt worden war. Dennoch war die Erkrankung wie ein Blitz auf die Familie herabgefahren. Nach nicht einmal sechs Monaten war die zweifache Mutter tot.

Anschließend wurde Deutschlands bekanntester Krebsexperte, Prof. Dietrich Grönemeyer, befragt. Er äußerte, dass die komplizierten bio­chemischen, physiologischen und psychologischen Prozesse, die zur Auslösung einer Krebserkrankung führen, von der medizinischen Wissenschaft bei Weitem noch nicht verstanden worden seien. Die Aussagekraft einer Vorsorgeuntersuchung dürfe daher nicht überinterpretiert werden. Ein aus Schweden hinzugeschalteter Experte ergänzte, dass der Boom von  Vorsorgeuntersuchungen vor allem den kommerziellen Interessen der Ärzteschaft geschuldet wäre, weil sich so relativ leicht eine bei den Kassen abrechenbare Leistung erzielen lasse.

Die Verbraucherschutzsendung fasste ihren Rat an die Zuschauer wie folgt zusammen: „Entgegen der landläufigen Meinung ist eine sachkundig durchgeführte Krebsvorsorgeuntersuchung auch dann keine Garantie für die zukünftige Gesundheit des Patienten, wenn keine Erkrankung feststellbar war. Denn die Vorsorge­untersuchung kann nur die zu diesem Zeitpunkt feststellbaren Symp­tome, das heißt die Vergangenheit, bewerten.“

Auflösung

Es ist an der Zeit, diejenigen Leser zu erlösen, die immer noch am Zweifeln sind: Jawohl, dieser Beitrag ist eine Glosse! Bis hierhin zumindest. Denn natürlich gab es auch in diesem Jahr keinen 32. Juli, keine Sondersendung, kein Filmmaterial über Helmut Kohls Abiturzeugnisrede und Roman Herzogs Business School-Rede. Es gab kein Filmmaterial über den Aussteiger in Australien und die anderen erwähnten Fälle. Es gibt zum Teil nicht einmal die erwähnten Professoren und Experten.

Natürlich kommt auch kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken, ein Abiturzeugnis sage etwas über den künftigen Lebensweg aus oder ein hervorragender MBA-Abschluss sichere ein für allemal außergewöhnliche Führungsergebnisse. Keiner käme auf die Idee, den Sinn der bei TÜV und DEKRA verantworteten technischen Überprüfung nur deshalb in Frage zu stellen, weil es zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfterminen dennoch hin und wieder zu Havarien und Störungen kommt.

Ist die Erde eine Scheibe?

Und erst recht würde kein vernünftiger Mensch den Sinn ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen nur deshalb anzweifeln, weil die Erkrankung später dennoch ausbrechen kann. Eine Verbraucherschutzsendung, die sich solchen Themen stellt, könnte auch die bei Kindern nicht seltene Frage beantworten: Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe? Um dann nach tiefgründigen Recherchen das seit Jahrhunderten bekannte Ergebnis als bahnbrechende neue Erkenntnis zu verkaufen: Nein, die Erde ist doch keine Scheibe!

Anlass dieses Artikels ist eine „Plusminus“-Sendung, die am 14. Juli 2009 tatsächlich ausgestrahlt wurde und deren „Hauptdarstellerinnen“ die ebenfalls real existierenden Sabine Gaschütz (Moderation) und Brigitte Schalk (Redaktion) waren. Thema: „Unternehmerpreise – Garant für ein erfolgreiches Geschäftsmodell?“

Die Fragestellung ist in etwa so sinnvoll wie die, ob die Erde eine Scheibe sei. Denn bis auf ein paar Sonderlinge, die noch heute die Prophezeiungen des Nostradamus wie einen Rosenkranz hoch- und runterbeten und die Bibel nach einem versteckten Code durchwühlen, ist die ganz überwiegende Mehrheit der 80 Millionen potenziellen Empfänger des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sich durchaus darüber klar, dass eine Vorsorgeuntersuchung keine Aussage für die Zukunft treffen kann, dass ein Schulzeugnis keine Aussage für die Zukunft treffen kann – und dass selbstverständlich auch ein Unternehmerpreis keine Aussage für die Zukunft treffen kann.

Fakten sind immer Vergangenheit

Alles, was man an Fakten bewerten kann, ist Vergangenheit. Alles, was in der Zukunft liegt, ist prinzipiell unvorhersagbar. Die handwerklich durchaus gut gemachte Sendung widmete sich des Themas anhand eines Brandenburger Jungunternehmers, der mehrfach ausgezeichnet wurde – als Gründer des Jahres, als Innovator, als bestes Handwerksunternehmen, und nach mehreren Nominierungen durch Banken, Wirtschaftsförderungen und Kommunen auch als Finalist im Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“.

Als sich Anzeichen von Problemen mehrten, strich die Oskar-Patzelt-Stiftung als Träger des Wettbewerbs das Unternehmen erst von der Nominierungsliste und nach Insolvenzeröffnung im vergangenen Herbst auch von der Auszeichnungsliste.

Die enttäuschte Kundin

Das redaktionelle Butterbrot des Fernsehbeitrags war eine Kundin, die von diesem Unternehmen einen Carport bauen ließ. Nun wies der Carport aber extreme Mängel auf. Doch wegen der Insolvenz erhielt die Kundin keine Gewährleistungen mehr. Dabei war das Unternehmen doch mehrfach ausgezeichnet worden! Für die Verbraucherschützer von Plusminus war der Fall sonnenklar: Das kann gut verallgemeinert werden. Das bedient tiefsitzende Ressentiments des Fernsehpublikums. In diesem Fall gegen Unternehmer. Unter dem Deckmantel von Aufklärung und Recherche lässt sich so leicht Quote machen – und auf jeden Fall Stimmung.

Der Beitrag startete mit Filmausschnitten von Preisverleihungen. Als Bildhintergrund bauten die Bühnenbildner der Sendung eine sich um ihre vertikale Achse drehende Preisskulptur des „Großen Preises des Mittelstandes“ – als Symbol für Unternehmenswettbewerbe schlechthin. Die Anmoderation behauptete, diese Wettbewerbe würden die Botschaft verkünden: „Wer diesen Unternehmen (den Ausgezeichneten) vertraut, ist in allerbesten Händen“. Um dann sogleich das Resultat der „Recherche“ vorwegzunehmen: „Doch von wegen – genau das hat sehr oft gar niemand überprüft.“

Recherche light

Es folgen Bilder vom Carport, Interviews mit der enttäuschten Kundin, ein Gespräch mit dem Insolvenzverwalter, Einlassungen von Juroren zweier Wettbewerbe…Die Antwort eines Wettbewerbsveranstalters, dass seine Auszeichnungen Vergangenheit bewerten und nicht als Garantie für die Zukunft verstanden werden dürfen, wird in einen fragwürdigen Zusammenhang gestellt. Die ausführliche Zuarbeit der Oskar-Patzelt-Stiftung wird ganz verschwiegen.  Der befragte Juror, Prof. Markus Voeth von der Universität Hohenheim, darf noch feststellen, dass die Zahl der Preise ständig zunähme und schon lange nicht mehr nur von Verbänden, sondern von kommerziellen Anbietern kommen, die damit „schlichtweg Geld verdienen wollen…(über) Einreichungsgebühr, Teilnahmegebühr…“ Für „Plusminus“ ist damit der Sack zu. Beim Zuschauer bleibt hängen: Auf Unternehmen und renommierte Wettbewerbe kann man sich nicht verlassen.

Aber auf „Plusminus“ kann man sich verlassen. Wenn auch auf Kosten der über 3 000 hervorragenden Unternehmen, die dieses Jahr von über 1 000 Kommunen und Institutionen als mittelständische Leuchttürme ihrer Regionen zum Wettbewerb „Gro­ßer Preis des Mittelstandes“ nominiert wurden – weil sie im Gegensatz zu krisengeschüttelten Großunternehmen zu 88 Prozent ihre Investitionen ausbauen oder wenigstens konstant halten wollen.

Weil sie zu 62 Prozent ihre Mitarbeiterzahl ausbauen wollen. Weil sie in den letzten fünf Jahren 40 Prozent Beschäftigungssteigerung erreichten, 20mal so viel wie das deutsche Durchschnittsunternehmen. Weil sie den Regionen und Menschen gerade in der krisengeschüttelten aktuellen Phase zugleich Stabilität und Flexibilität garantieren.

Fazit

Die Oskar-Patzelt-Stiftung wandte sich daher an die Redakteurin Brigitte Schalk, an die Moderatorin Sabine Gaschütz, an den ARD-Intendanten Peter Boudgast und an das ARD-Generalsekretariat in Berlin mit der Bitte, die offensichtlichsten Ungereimtheiten mit einer irgendwie gearteten Gegendarstellung auszubügeln.

Von den redaktionell Verantwortlichen antwortete niemand. Nur von Prof. Dr. Armin Herb aus dem ARD-Justitiariat Stuttgart traf eine Antwort ein. Der sah „keine Veranlassung, eine Gegendarstellung…auszustrahlen…“ Schade. Dabei baute die Oskar-Patzelt-Stiftung eine Brücke, über die man leicht hätte gehen können.

Die hatte mit der journalistischen Aufklärungspflicht gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu tun. Als Verbraucherschutzsendung betrachtet „Plusminus“ große Themen ebenso wie alltägliche wirtschaftliche Vorgänge aus der Perspektive des Normalbürgers. Er soll sich als Konsument, als Arbeitnehmer und Steuerzahler ein eigenes Bild machen. Der Anspruch ist aller Ehren wert.

Wenn aber Menschen, in diesem Falle die Veranstalter von Wirtschaftswettbewerben, für die Nichteinhaltung von Garantien kritisiert werden, die nie gegeben wurden und auch gar nicht gegeben werden können, während gleichzeitig Verbraucher darin bestärkt werden, diese Garantien als gegeben zu unterstellen, dann ist das keine journalistische Aufklärung, sondern Volksverdummung.


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Christian Kalkbrenner