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Freitag, 30. Juli 2010

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Kategorie: P.T. Lifestyle
Dienstag 19. Mai 2009

Im Trabi von Budapest nach Bamako

 

Marketing-Guerillero D-ROLF berichtet P.T. von seiner mit Abstand härtesten Rallye

Weltweite Medien und tausende Zuschauer am Start

Im Hafen von Gibraltar ist die Welt noch in Ordnung

Das „Monument Valley“ Malis: Mit Guerillastrategie durchs Guerillagebiet

Exot in Pole Position auf der Fähre über den Niger nach Timbuktu

„Embedded Journalist“ Margrit Krüger weiß, dass der Niger voller Krokodile ist

Autowracks in der verminten Todeszone zwischen Westsahara und Mauretanien

Sächsisches und afrikanisches Wüstenschiff

Der Schmalspur„express“ Bamako-Dakar: 1 500 km und 48 Stunden im schmutzigsten Zug der Welt

D-ROLFs neues Programm: „In 80 Minuten um die Welt“ (Fotos: D-ROLF, Margrit Krüger)

Über 250 Fahrzeuge gingen im Januar 2009 in der ungarischen Hauptstadt an den Start. Das D-ROLF-Team bestand aus zwei Trabis namens „Georg Friedrich Händel“ aus Halle und „Theodor Fontane“ vom motorsportlichen Bäckermeister Willi Jahnke aus Brandenburg. Unser Ziel war es, Bamako zu erreichen und für unsere Regionen und Partner zu werben sowie neue Kontakte zu schaffen.

Die üblichen Verluste

Die beiden Trabis waren überall Medienstars. Das erste Etappenziel bei Venedig erreichten wir nachts. Täglich ging es vor Sonnenaufgang weiter nach Marseille, San Remo, Barcelona, Gibraltar, Tanger, Casa­blanca, Agadir, Nuakschott, Kiffa und schließlich Bamako.

Bei der Highway-Jagd fraß sich ein Motor fest, den wir bei Barcelona in drei Stunden wechselten. Bis Tanger war es immer eisig kalt, und wir verloren den Kontakt zum Feld. Bei El Ajun gerieten wir in eine gemeine könglich-marokkanische Radarfalle. Später machte uns ein Sandsturm Sorgen.

Abkürzungen durch die Sahara, die gefährlichen Serpentinen des Hohen Atlas sowie verschiedene Kamelmärk­te brachten gewaltige Bilder. Der mauretanische Grenzübergang inkl. seiner Wächter erinnern an Ali Baba und die 40 Räuber. Unsere „Cherry Lady“-Reserve wird aus „Glaubensgründen“ beschlagnahmt. Mit den letzten Spritreserven erreichten wir das Fahrerlager in Nuakschott direkt am Atlantik. Schlimme Sanitäranlagen. Übernachtung im Beduinenzelt mit schwer bewaffneten Turbanträgern.

Geheimwaffe Weihnachtsstollen

Bakschisch oder Cadeaus (Geschenke) verkürzen die Wartezeiten erheblich. Mauretanische „Hotelbesitzer“ haben jeden Maßstab verloren. Für schmutzige Buden verlangen sie über 50 US-Dollar. Einer von ihnen gab sich noch verwundert, als ich sagte, dass ich das Loch ja nicht kaufen will, sondern nur eine Nacht mieten!

Die Trabis arbeiten sich dank unserer Beharrlichkeit immer weiter im Feld vor. In Kiffa, dem letzten größeren Ort, einer Oase in Mauretanien, liegt ein großes ungepflegtes Camp. Übernachtung im eigenen oder im Beduinenzelt soll pro Kopf zehn Euro kosten. Eine Ekeldusche für 400 Leute. Ich mache den Kassierer „rund“. Er bekommt zehn Euro für unser ganzes Team. Die Leute im Ort sind freundlich, aufgeschlossen und interessiert. Im Camp holt der Bäckermeister seine Geheimwaffe raus: Brandenburger Weihnachtsstollen. Mauretanier und Ungarn, ja selbst Südafrikaner sind wild darauf.

Schwierige Verhandlungen

Später werden wir alle in ein geräumiges Beduinenzelt gerufen. Selbst die „Häuptlinge“ von Zoll und Grenzkontrolle haben sich eingefunden. Sie rücken einen Tisch unter eine freihängende Glühbirne und stempeln unsere Ausreisedokumente. Ohne Bakschisch – toller Service!

Immer wieder ist es problematisch, Kraftstoff, Öl und Trinkwasser zu bekommen. Eine mauretanische Kassier- und Stempelfalle ist noch zu bewältigen. Die Grenzkontrolle in Mali ist erfreulich schnell. Doch ausgerechnet jetzt macht sich an Willis Hinterachse ein Problem bemerkbar. Im „Parc Fermé“ des Zolls von Mali beginnen wir zu bauen. Ich fahre in den nächsten Ort, um ein Hotel „aufzuklären“. Primitiv und teuer, aber das einzige. Die Achse scheint repariert, als ich zurückkomme. Beim Bezahlen geht ein großes Palaver los. Willi hatte vorher den Preis nicht ausgehandelt. Am Ende zahlen wir 50 Dollar und mein Autoradio – hier unten nützt es mir sowieso nichts.

Ziel erreicht – Abenteuer geht weiter

Auf der Fahrt zum Hotel stellt sich raus, dass die Achse wieder geschweißt werden muss. Dann suchen wir noch eine Kneipe, um etwas zu essen. Die Open-Air-Kneipe passt in eine Piratengeschichte: Im heimatlichen Halle hätte ich den Wirt, der mir Ekelreis und so ein Huhn serviert, erschlagen. Hier war ich froh. Bei den warmen Getränken gab es dafür Auswahl: ungeklärtes warmes Wasser, warme Cola oder warmes Bier.

Nur noch eine Etappe nach Bamako. Diesmal fanden wir eine saubere Herberge. Der Wirt hatte im Rostocker Hafen gearbeitet. Als Dinner gab es gegrillten Fisch. Zwei Tage später hatten wir es geschafft – 10 000 Meilen gegen 350 PS starke Allrader, von denen 40 Prozent unterwegs ausfielen. Dafür erfreute sich unser Trabi nach dem Rennen so großer Beliebtheit, dass er von ganz besonderen „Fans“ einbehalten wurde. Deshalb mussten wir Mali mit einem der abenteuerlichsten und schmutzigsten Züge der Welt (Bamako-Dakar) verlassen. Mehr unter www.D-ROLF.com.

 

 

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www.juwelier-beyse.de
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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 3/2010

„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“

Christian Kalkbrenner