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Mittwoch, 23. Mai 2012

Montag 12. Dezember 2011 - 07:30

Auf der Suche nach dem Bastian Schweinsteiger für Ihr Unternehmen

Von: Ansgar Lange

Die richtigen Führungsmitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg einer Firma

(Foto: adifansnet/Flickr.com)

(Schultheis) Wie wichtig Führungsmitarbeiter sind, zeigte sich jüngst beim FC Bayern München. Viele Fußballexperten – und davon gibt es in Deutschland sicher einige Millionen – sehen den Münchener Traditionsverein schon auf dem geraden Weg zur Meisterschaft. Bis sich der Führungsspieler Bastian Schweinsteiger einen Schlüsselbeinbruch zulegte und sich sein Verein in einem Zwischentief befand. Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld erklärte den Zusammenhang von Verletzung und schmerzhaften Niederlagen auf dem grünen Rasen gegenüber der Tageszeitung Die Welt folgendermaßen: „Es gibt Schlüsselspieler, wenn die ausfallen, hat man ein Problem. Schweinsteiger habe sich enorm entwickelt und sei eine große Persönlichkeit. „Er ist das Gehirn der Mannschaft. Er kann den Rhythmus drosseln, er kann den Rhythmus erhöhen, er hat einen Torinstinkt, er hat hohe Spielintelligenz.“

Typen wie Schweinsteiger wünscht sich jedes Unternehmen

Typen wie Schweinsteiger, noch dazu mit einer schönen Modelfreundin liiert, die derzeit täglich im Axe-Adventskalender online zu bewundern ist, wünscht sich auch jedes Unternehmen. „Erfolgreiche Personalauswahl auf Führungsebene unterscheidet mittelmäßige Firmen von Top-Unternehmen“, sagt Dennis Schoffit, Principal Consultant beim Sindelfinger Personalberatungsunternehmen Centomo. Fehlbesetzungen – vor allem im Top Management – könnten ein Unternehmen hingegen ruinieren. Andreas Bauer, Geschäftsführer des IT-Unternehmens Bauer + Kirch, bestätigt diese Einschätzung. Zweifelsohne könne ein solcher Effekt eintreten. Daher müssten entsprechende Kontrollinstanzen installiert und gelebt werden: „Die beste Kontrolle ist jedoch ein regelmäßiger offener Dialog beziehungsweise Meinungsaustausch. Beratungsresistenz ist für alle Beteiligten auf allen Ebenen ein No-Go.“ Ganz so drastisch sieht dies Björn Kießwetter, Geschäftsführender Gesellschafter der Vegesta Vertriebsgestaltung in Berlin, nicht: „Wenn der Unterbau, die Kontrollgremien und Auswahlverfahren gut und eigenverantwortlich aufgestellt sind: Nein. Man sollte hier die Ursache einer Fehlbesetzung im Auge behalten. Top-Management-Stellen werden oftmals zu schnell und aktionistisch besetzt. Hier passt im Auswahlverfahren die Einschätzung des richtigen Managementlevels nicht zu den leveladäquaten Verhaltensweisen und Arbeitsschwerpunkten. Daraus resultiert eine Fehlentwicklung, die dann über ‚Vertuschungsmechanismen’ zu ruinösem Verhalten führen kann.“

Aufgeschlossene Haltung gegenüber dem Bewerber

Welche konkreten Schritte sollte ein Unternehmen machen, um an die besten Mitarbeiter zu gelangen? Schoffit empfiehlt den suchenden Unternehmen, zuerst Themen wie Employer Branding zu bewältigen, um für Aspiranten überhaupt interessant zu sein. Hier sind folgende Fragen zu klären: „Wie wirkt unser Unternehmen nach außen? Was zeichnet es aus?“ Genauso wichtig sind aber auch gewisse Verhaltensregeln für den Arbeitgeber: „Zeigen wir im Vorstellungsgespräch eine positive, freundliche und aufgeschlossene Haltung gegenüber dem Bewerber? Sehen Unternehmen Gespräche als echte Chance an, hier schon den besten potenziellen Mitarbeiter gegenüber zu haben?“

Direktansprache als effektivste Lösung für Unternehmen

Die effektivste Lösung für Unternehmen sieht der Centomo-Mann jedoch in der Direktansprache (Executive Search) eines Headhunters/Personalberaters. Ein solcher Personalberater verschaffe dem Unternehmen den Vorteil, sich gezielt auf von ihm vorgeschlagene drei bis vier passende Kandidaten zu konzentrieren. Bauer sieht den Einsatz von Personalberatern kritischer. Gute „Personalmakler“ seien in der Lage, wirklich passende Partner zusammen zu führen. „Sofern ein Mitarbeiter von sich aus nicht komplett wechselwillig ist, sollten die Headhunter nicht allzu forsch sein. Wir würden auf diese Methode auch nur ungern Kollegen verlieren. In der Branche gibt es schwarze Schafe und unfähige Agenturen. Die Verträge sind oft kritisch“, meint der IT-Spezialist.

„Ein Unternehmen, welches viel Energie in die Mitarbeiterzufriedenheit und in die Entwicklung seiner Mitarbeiter steckt, wird auf den Einsatz von Personalberatern zu Rekrutierungszwecken verzichten“, ergänzt Kießwetter. Personalberater seien hingegen besonders wertvoll für den Aufbau solcher Strukturen. Unternehmen, die an die besten Mitarbeiter gelangen wollen, sollten sich darum bemühen, einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region zu werden (Stichwort Anziehungskraft), die höchste Mitarbeiterzufriedenheit zu erzielen (Mitarbeiter als Botschafter) und Strukturen für das wertorientierte Management und das wertorientierte Handeln der Mitarbeiter (Mitarbeiter-Identifikation mit den Unternehmenswerten) zu erzielen. Der Bauer + Kirch-Geschäftsführer drückt es folgendermaßen aus: „Zunächst müssen die Grundlagen stimmen. Ein Unternehmen muss inhaltlich und strukturell erfüllen, was die besten Mitarbeiter von einem Arbeitgeber erwarten. Im zweiten Schritt müssen natürlich die üblichen Instrumentarien des Recruiting möglichst pfiffig und inspirierend gespielt werden. Wenn es dann zu einem Gespräch kommt, ist Authentizität das entscheidende Mittel.“

Fünf Schritte bei der Personalsuche

Centomo-Berater Schoffit unterteilt die Suche einer Personalberatung nach Führungskräften in fünf Schritte. Zuerst findet ein intensives Briefing-Gespräch statt. Hier werden die grundlegenden Anforderungen der zu besetzenden Position analysiert. Um die Kernkompetenzen sichtbar zu machen, werden systematisch kritische Situationen herausgearbeitet, mit denen der Manager wahrscheinlich konfrontiert sein wird. In einem zweiten Schritt identifiziert der Personalberater Kandidaten. Dies geschieht durch eine systematische Recherche, zum Beispiel in Online-Plattformen, in Datenbanken oder im Netzwerk des Personalberaters (Empfehlungen). Dann findet drittens die direkte Ansprache statt. Kandidaten, die nicht in Job-Portalen vertreten sind, können ausschließlich über eine Direktansprache motiviert werden. So können zum Beispiel auch Führungskräfte umworben werden, die eher weniger wechselwillig sind. Mit weniger geeigneten Kandidaten wird der Kontakt in diesem Stadium auf eine freundliche und verbindliche Weise beendet.

Im vierten Schritt geht es um ein Interview beziehungsweise eine Beurteilung. Ob ein Manager ein Unternehmen zum Erfolg führen kann, ist nicht nur eine Frage formaler Qualifikationen, sondern hängt vielmehr damit zusammen, wie er konkrete Herausforderungen annimmt und bewältigt. Neben einer fundierten und diskreten Überprüfung der Referenzen sind Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Authentizität sowie ein gewinnendes und überzeugendes Auftreten und Wesen besonders wichtig. Am Schluss steht dann die Vorstellung passender Kandidaten durch den beauftragten Personalberater. „Die Vorstellung sollte außer den  originalen Unterlagen der Kandidaten  auch immer ein zusätzliches Anschreiben  mit der Wechselmotivation  beinhalten  –  ebenso  Gründe auf einen Blick, warum der Kandidat für das Unternehmen wertvoll sein kann. Ein begleitendes  Deckblatt der Personalberatung mit deren  Einschätzung zum Kandidat darf  natürlich nicht fehlen. Nur so kann  auch ein erstes positives Bild und  rundes  Bauchgefühl  beim Entscheider erzeugt werden“, erläutert Schoffit.

Am Ende zählt nur der Erfolg

Nur ein vertrauensvolles, ehrliches, respektvolles und authentisches Verhältnis, das mit transparenter Kommunikation gepaart sei, bringe letztlich den Erfolg. „Reden Sie also – sowohl als Hiring-Manager als auch als Kandidat – immer mit der Personalberatung und lassen Sie sich den Prozess ganz genau aufzeigen. Gerade als Kandidat will man, dass nicht mit den eigenen Unterlagen überall ‚hausieren’ gegangen, sondern auf konkrete und zuvor gemeinsam ins Auge gefasste Unternehmen zugegangen wird. Nur so können falsche Erwartungshaltungen ausgeschlossen werden und nur so kann sich jeder die Hilfe aussuchen, die exakt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist“, so Schoffit.

Dass für den unternehmerischen Erfolg die besten Mitarbeiter entscheidend sind, darüber gibt es zwischen Schoffit, Bauer und Kießwetter keinen Dissens. Ob der „Bastian Schweinsteiger“ – um das Bild vom Beginn des Artikels wieder aufzunehmen – nun über einen Personalberater oder auch andere Instrumente gefunden wird, dürfte dann von Fall zu Fall unterschiedlich zu bewerten sein. Letztlich fragt ja heute auch keiner mehr danach, wie der Top-Spieler des FC Bayern München letztlich zum Verein gefunden hat. Was zählt, ist einzig und allein der Erfolg.


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„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt