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Montag 14. Mai 2012 - 14:30

Arbeitskosten wachsen langsam

Neue Zahlen bestätigen Trend der IMK-Analyse: Arbeitskosten wachsen in Deutschland besonders langsam

(Foto: Uwe Steinbrich/pixelio.de)

(Böckler) Deutschland liegt bei den Arbeitskosten für die Privatwirtschaft weiterhin an siebter Stelle hinter wichtigen nord- und westeuropäischen Handelspartnern. Und im vergangenen Jahrzehnt sind die Arbeitskosten in der Bundesrepublik weitaus langsamer gewachsen als in allen anderen EU-Ländern. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich der vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung seit Jahren beschriebene Trend auch 2011 fortgesetzt hat. „Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft muss sich niemand Sorgen machen, sie ist hervorragend“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Allerdings hat diese Entwicklung zwei Seiten: Das lange Zeit relativ geringe Wachstum der Löhne in Deutschland hat die Exportwirtschaft enorm beflügelt, doch es gab nur schwache Impulse für die Binnennachfrage. Dadurch hat es zu den riesigen deutschen Leistungsbilanzüberschüssen und den bedrohlichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Euroraum beigetragen. Jetzt ist eine Beschleunigung bei den Löhnen und beim Konsum in Sicht. Das ist auch dringend nötig, denn angesichts der Nachfrageschwäche bei wichtigen europäischen Handelspartnern hängt die deutsche Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr am privaten Konsum."

Deutschland liegt hinter Frankreich und Dänemark

Die heutige Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes bestätigt mit neueren Zahlen die Trends der Analyse, die das IMK Ende 2011 vorgelegt hat: Deutschland liegt bei den Arbeitskosten für die Privatwirtschaft in Europa hinter Belgien, Schweden, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden.

Betrachtet man nur die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe, lag Deutschland laut Statistischem Bundesamt 2011 – wie im Vorjahr – an fünfter Stelle. „Die Rekordgewinne, die viele Unternehmen im vergangenen Jahr verbucht haben, zeigen, dass gerade die deutsche Industrie damit sehr günstig positioniert ist“, betont Horn. Zudem seien die Zahlen für das verarbeitende Gewerbe zwar wichtig, sie dürften aber nicht isoliert betrachtet werden. So profitiere die Industrie vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den Dienstleistungsbranchen, wo zahlreiche Vorleistungen nachgefragt werden. „Daher ist es absolut richtig, dass das Statistische Bundesamt seit einigen Jahren die Arbeitskosten für die gesamte Privatwirtschaft erfasst. Diese Betrachtungsweise ist aussagefähiger als einseitige Beschränkungen auf die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe", so Horn.


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