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Wachstum braucht Führung
Nur Führungskräfte können ihr Unternehmen dauerhaft auf einen wertsteigernden Wachstumskurs bringen und halten
Es vollzieht sich in diesen Frühlingstagen wieder eindrucksvoll um uns her. Wachstum und Blüte wohin man schaut – zumindest in der Natur. Wachstum ist also etwas Natürliches, Organisches, Selbstverständliches? Mit Blick auf die erwachende Natur sicher eine unstrittige Aussage. Was jedoch Unternehmens- und Wirtschaftswachstum anbelangt, gibt es durchaus gegensätzliche Meinungen.
Fakt aber ist, dass sich bei steigendem Tempo, intensiverem Wettbewerb und zunehmender internationaler Verflechtung kein Unternehmen mehr auf das Erreichte berufen kann. Gleich ob es sich um „global player“, mittelständische Unternehmen oder eine regionale Sparkasse handelt. Vielmehr wird es zur unternehmerischen Hauptaufgabe, weiteres Wachstum und fortwährende Restrukturierung parallel zu managen.
Mit dem Zusammenschluss dreier starker Sparkassen im Erzgebirge ist die neue Erzgebirgssparkasse in eine neue Dimension hineingewachsen. Eine große Herausforderung für die neue Führungsmannschaft.
Führungspersönlichkeiten treiben Wachstum
Zum Thema Wachstum und Führung führte die Unternehmensberatung Roland Berger vor der Wirtschafts- und Finanzkrise ausführliche persönliche Interviews mit rund 150 Führungskräften.
Das Ergebnis ist ebenso plausibel wie einfach: Wachstum wird von den Personen an der Spitze der Unternehmen vorangetrieben. Nur Führungskräfte, die wachstumsrelevante Führungseigenschaften mitbringen und sie bewusst einsetzen, um im Unternehmen eine Wachstumskultur zu pflegen, können ihr Unternehmen dauerhaft auf einen wertsteigernden Wachstumskurs bringen und halten. Erfolgreiches Wachstum und Führung hängen also eng zusammen. In einer Zeit, in der Management-Wissen nahezu uneingeschränkt zugänglich ist, entscheiden Persönlichkeit und Führungsqualitäten über den Unternehmenserfolg. Führungskräfte müssen das Wachstum geradezu kultivieren. Die althergebrachte Choreographie der Unternehmensführung, in der sich Phasen der Restrukturierung abwechseln mit Phasen, in denen das Unternehmen wächst, ist nicht mehr zeitgemäß. Dieser als "V-Kurve" bekannte Wechsel entlang den Konjunkturzyklen kann Unternehmen kein Wachstum mehr garantieren. Heute müssen Unternehmen permanent ihre Effizienz verbessern und parallel dazu ihr Wachstum vorantreiben.
Restrukturierung und Wachstum müssen Hand in Hand gehen
Wachstum ist die einzige Möglichkeit, den Firmenwert nachhaltig zu steigern. Wie reagieren Führungskräfte auf die Chancen und Anforderungen neuer Märkte und Technologien? Die Antwort, welche Roland Bergers Querschnittsbefragung auf diese Fragen gab, ist eindeutig: das Management muss es verstehen, die Mitarbeiter zu Höchstleistungen anzuspornen. Wachstum und Restrukturierungen sind in erster Linie Führungsthemen. Wachstumskultur durch Vertrauensorganisationen.
Fast allen Führungskräften in der Befragung ist die große Bedeutung einer dezidierten Unternehmenskultur bewusst. 94 Prozent der Befragten nehmen in ihrem eigenen Unternehmen eine besondere Unternehmenskultur wahr, die sie als Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Unternehmen sehen. Mehr als die Hälfte der befragten Führungspersonen sehen in einer auf Vertrauen gegründeten Organisation einen Wachstumstreiber: Offenheit, proaktive und offene Kommunikation, Ehrlichkeit, Respekt, Loyalität, Dynamik und Mitarbeiterorientierung sind wesentliche Elemente einer Vertrauensorganisation. Dazu muss auch der Führungsstil passen. Er spiegelt zentrale Elemente der Vertrauensorganisation wieder:
Auf Wachstum umschalten
Die richtige Führung fördert Wachstum – doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft eine Lücke. Die Fähigkeit von Führungskräften, Visionen für das Gesamtunternehmen zu entwickeln und zu vermitteln, steht unangefochten auf Platz 1 der Eigenschaften von Führungspersonen. Doch ist hier auch der Abstand zwischen Anspruch und Wirklichkeit am größten. Auch bei anderen wachstumsrelevanten Führungskomponenten – Motivation der Mitarbeiter, quantitative Zielvorgaben, persönliche Kundennähe, Führungskräfteauswahl und innovative Unternehmenskultur – konstatieren viele Gesprächspartner im Rahmen der Roland-Berger-Studie Aufholbedarf. Vielleicht auch deswegen, weil Wachstum in heutiger Zeit vielfach nicht schnell genug gehen kann. Vielleicht sollte man es hierin mit Lucius Annaeus Seneca halten, der einst gesagt haben soll: Alles wahrhaft Große vollzieht sich durch langsames, unmerkliches Wachstum“.
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