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Kühl, kompakt – „Green“
Von: Gerald Fiebig Ingram Micro modernisiert das Rechenzentrum mit energieeffizienter Klimatisierung
(Xerabit) Ingram Micro errichtete 1997 am DACH-Firmensitz in Dornach bei München ein Rechenzentrum. Das Unternehmen ist der größte IT-Distributor für Produkte der Informationstechnologie, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation in Deutschland. Immer kompaktere Server mit immer mehr Rechenleistung machten es in den letzten Jahren möglich, die Rechenzentrumskapazitäten für die europäischen Ingram Micro Landesgesellschaften schrittweise in Dornach zu konzentrieren. Die Konsolidierung auf moderne Blade-Server auf engem Raum erforderte jedoch ein gut durchdachtes Klimatisierungskonzept.
Kundenspezifische Lösung
Als Generalunternehmer beauftragte Ingram Micro die Firma Xerabit in Unterschleißheim. Gemeinsam entwickelte man ein Klimatisierungskonzept, das nicht nur in räumlicher Hinsicht, sondern auch mit Blick auf Betriebskosten und Umweltbelastung ein deutliches Sparpotenzial bietet. „Durch die Weiterentwicklung der Hardware, aber auch durch Virtualisierung kann man heute auf viel weniger Fläche viel mehr Rechenleistung unterbringen. Dadurch steigt die Anforderung an eine intelligente Klimatisierung“, sagt Armin Bergbauer, der als CIO von Ingram Micro Deutschland für das Rechenzentrum verantwortlich ist.
Für umweltbewusste Unternehmen wie Ingram Micro – der Distributor hat eine weltweite „Green“-Offensive ausgerufen – ist Energiesparen jedoch ein Gebot der ökologischen Vernunft. Auch deshalb entschied sich Armin Bergbauer, bei der Modernisierung des Rechenzentrums für eine ressourceneffiziente, technologisch innovative Lösung.
Klimatisierungskonzept
„Gerade in vermeintlichen Randthemen der IT-Infrastruktur wie der Klimatisierung stecken oft erhebliche Einsparpotenziale für unsere Kunden. Deshalb stellen wir solche Themen in den Fokus unserer Beratungstätigkeit“, erläutert Bernhard Hopp. Der Xerabit-Geschäftsführer erarbeitete das Klimatisierungskonzept Ende 2009 in enger Absprache mit Ingram Micro. Im Anschluss an die detaillierte Planungsphase, die im März 2010 begann, übernahm Xerabit als Generalunternehmer auch die Umsetzung.
Die Realisierungsphase begann mit der Anlieferung der Komponenten im August 2010. Ein freistehender 80-kW-Kaltwassersatz mit elektronischer Lüftersteuerung wurde auf dem Firmengelände von Ingram Micro installiert. Bei Außentemperaturen unter 14 Grad nutzt der Kaltwassersatz die Außenluft zur Kühlung. Das heißt, dass rund sechs Monate im Jahr keinerlei Energie für die Kühlung aufgewendet werden muss. Dagegen liefen vor dem Umbau des Rechenzentrums neun 14-kW-Splitdeckengeräte jahrein, jahraus rund um die Uhr, kühlten die Auslasstemperatur dabei aber nur auf 18 Grad herunter. Die positiven Auswirkungen auf die Energiekosten von Ingram Micro lassen sich unschwer vorstellen.
Energieeffiziente Einhausung
Wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung des Klimakonzepts ist die von Schäfer IT-Systems entwickelte intelligente Kombination einer Closed-Loop-Einhausung aus Dach- und Türelementen aus Schäfers Cold-Section-Programm mit einem Seitenkühler vom Typ „Loopus“. Diese Lösung überzeugte in Bezug auf die Energiekosteneinsparung, weil sie sehr geringe luftseitige Druckverluste und eine minimale Raumerwärmung aufweist. Ermöglicht wird dies dadurch, dass die erwärmte Luft der Server gar nicht erst aus der Einhausung in den umgebenden Raum abgeführt wird, sondern durch die wassergekühlten OLS-Seitenkühler aus dem Warmgang an der Rückseite der Server wieder angesaugt, abgekühlt und in den Kaltgang geführt wird. Bernhard Hopp von Xerabit betont: „Wir vertreiben im Cold-Section-Bereich ausschließlich Schäfer-Produkte, weil wir mit der Qualität und mit der termintreuen Lieferung bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben.“
Die neue Schäfer-Einhausung kommt ohne Druckboden aus und umfasst auf einer Kaltgangfläche von 8,64 Quadratmetern zweimal sieben Racks und vier integrierte Wärmetauscher. Der Rauminhalt der „Loopus“-Lösung beträgt nur 17,3 Kubikmeter. Früher hingegen musste der gesamte Rechenzentrumsraum gekühlt werden. In der Endausbaustufe wird dadurch das zu kühlende Raumvolumen um 80 Prozent reduziert.
Umsetzung im laufenden Betrieb
Eine permanente Verfügbarkeit (24x7) der Server ist unerlässlich. Deshalb mussten alle Umbauten im Rechenzentrum während des laufenden Betriebs erfolgen. „Das war durchaus eine logistische Herausforderung“, erinnert sich Klaus P. Huber, Leiter Operative Systems bei Ingram Micro Deutschland.
Dass die Modernisierung ohne nennenswerte Verzögerungen gemeistert werden konnte, führen Bernhard Hopp und Peter Wäsch, Leiter Vertrieb DACH bei Schäfer IT-Systems, auf das routinierte Zusammenspiel aller Gewerke zurück. „Gelebte Partnerschaft zum Nutzen des gemeinsamen Kunden“, nennt es Peter Wäsch, der in diesem Projekt das serviceorientierte Selbstverständnis von Schäfer IT-Systems ideal umgesetzt sieht.
Auch CIO Armin Bergbauer von Ingram Micro zieht ein positives Fazit: „Vom Baubeginn bis zur Inbetriebnahme der Klimaanlage vergingen keine zwei Monate.“ Erfreulich sei auch die wirtschaftliche Bilanz der Modernisierung: Die Einsparungen durch die neue Infrastruktur ermöglichen Bergbauer zufolge einen Return on Investment in weniger als zwei Jahren. „Dieser hervorragende Wert hat Ingram Micro die Investitionsentscheidung für eine so umfassende Innovation in Sachen Klimatisierung leicht gemacht“, resümiert der CIO.











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