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Sonntag 22. Juli 2012 - 09:29

Altes Handwerk: nachhaltig und kunstvoll

Von: Jürgen Rösemeier

Mit der Natur statt dagegen: Wie Weiden zum Kunstwerk werden

Wie ein Wattwurm schlängelt sich das 45 Meter große Kunstwerk von Marco Casagrande durch die Dünen. Mit der Natur, statt gegen Sie lautet das Motto des Architekten. (Foto: Nikita Wu/Flickr)

(Casagrande Laboratory) Der Künstler und Architekt Marco Casagrande bezeichnet sein jedermann zugängliches Kunstwerk als „schwache Architektur“. Der Sandworm ist eine von Menschen erschaffene, flexible Struktur, die Teil der Natur sein möchte. Je nach Lichtverhältnissen ändert sich die Wahrnehmung des Menschen im Inneren des 10 Meter hohen wie breiten Sandwurms. Längst von den Besuchern akzeptiert, wird die Weidenkathedrale als lichtdurchströmter Picknickplatz, als Ort der Entspannung oder für die postindustrielle Meditation genutzt, weiß der Künstler.

Schützt nicht vor Naturgewalten

Die Konstruktion des Kunstwerks besteht ausschließlich aus Weiden, seine organische Form spiegelt Natürlichkeit wieder, die irgendwann der Natur zurückgegeben wird. Der Sandworm stellt somit keine vor den Naturgewalten schützende Architektur dar, sondern ein Teil dieser. Daher „schwache Architektur“.

Der Sandworm des finnischen Umweltkünstlers und Architekten Marco Casagrande erweckt in den Dünen des belgischen Wenduines großes Aufsehen. Der 45 Meter lange Sandworm verbindet Kunst mit regionalem Handwerk, der Weidenflechterei. Vier Wochen dauerte es, bis das temporäre Kunstwerk entstand, welches sich die Natur irgendwann zurückholen wird. Zeitgenössische Kunst trifft Natürlichkeit.

Sandworm: Nachhaltige Kunst von Marco Casagrande.

Der Künstler und Architekt Marco Casagrande bezeichnet sein jedermann zugängliches Kunstwerk als „schwache Architektur“. Der Sandworm ist eine von Menschen erschaffene, flexible Struktur, die Teil der Natur sein möchte. Je nach Lichtverhältnissen ändert sich die Wahrnehmung des Menschen im Inneren des 10 Meter hohen wie breiten Sandwurms. Längst von den Besuchern akzeptiert, wird die Weidenkathedrale als lichtdurchströmter Picknickplatz, als Ort der Entspannung oder für die postindustrielle Meditation genutzt, weiß der Künstler.

Die Konstruktion des Kunstwerks besteht ausschließlich aus Weiden, seine organische Form spiegelt Natürlichkeit wieder, die irgendwann der Natur zurückgegeben wird. Der Sandworm stellt somit keine vor den Naturgewalten schützende Architektur dar, sondern ein Teil dieser. Daher „schwache Architektur“.

Wechsel von Licht und Schatten

Innerhalb des Sandworms wird der Besucher von einem steten Wechsel von Licht und Schatten begrüßt. Besucher sind begeistert, wie aus so wenig und noch dazu natürlichen Materialien solch ein schönes Kunstwerk entstehen kann. Der Künstler Marco Casagrande ist überzeugt, dass die Kontrolle der Architektur sich gegen die Natur stellt, und daher auch gegen die Architektur selbst ist. Design sei nicht alles, Design sollte die Natur nicht ersetzen, sondern die Natur solle das Design bestimmen. Eben genauso wie bei dem Sandworm.

Der Sandworm wurde im Rahmen der Beaufort 04 erbaut, eine Triennale zeitgenössischer Kunst. Ein ähnliches Kunstwerk schuf Casagrande bereits im taiwanesischen Taipei. Inmitten der Stadt entstand eine dem Sandworm ähnliche Konstruktion; dieses Mal nur aus Bambusstäben.


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