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Samstag 07. Juli 2012 - 14:05

Große Bühne in Essen

Die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft stellt den Mittelstand ins Rampenlicht

Im Essener Colosseum Theater traf sich die mittelständische Elite zum Mittelstandsempfang (Foto: jaime.silva/Flickr.com)

Laudatoren und Nominierte: Essener Mittelstandsempfang 2012 (Foto: Winfried Winkler)

Dr. Dietmar Düdden: „Die Entwicklung der letzten Jahre war ausgesprochen positiv, mit einem Wachstum von durchschnittlich 3.700 neuen Arbeitsplätzen pro Jahr.“

Durch den Talk des Essener Mittelstandsempfang führte WDR-Moderatorin Steffi Neu - hier im Gespräch mit Dr. Helfried Schmidt, Reinhard Paß und Gerd Peters (Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Essen). (Foto: EWG)

Als dynamischer Wirtschaftsstandort hat sich Essen deutschland- und europaweit schon längst einen Namen gemacht: Die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets ist nicht nur Hauptsitz von acht der 100 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands, sondern auch Heimat eines starken und erfolgreichen Mittelstands. Mehr als 12.000  kleine und mittelständische Unternhemen sind Motor der florierenden wirtschaftlichen Entwicklung in Essen, bringen Schwung in Essens Konjunktur und kurbeln sie stetig an.

Ein historischer Ort

Was liegt da näher als den Essener Mittelstand dort ins Rampenlicht zu stellen, wo früher Kurbelwellen produziert wurden? Wo heute Essens „weststadt“ ist, in direkter Nachbarschaft zur historischen Essener Innenstadt und dem neuen „Universitätsviertel – grüne mitte Essen“, befand sich das ehemalige Werksgelände von Krupp und später von AEG-Kanis. Beide Unternehmen fertigten hier Lokomotivrahmen und Kurbelwellen. Kaum zu glauben, dass das heutige gemischt genutzte Stadtquartier mit seinen hochwertigen Büro- und Wohnflächen sowie Einzelhandels- und Freizeitangeboten bis in die achtziger Jahre industriell genutzt wurde. In der einst größten Werkshalle auf dem Areal, dem seit 1989 denkmalgeschützten heutigen Colosseum Theater Essen, bereitete die EWG dem Essener Mittelstand die große Bühne.

Veränderung als Chance

Zufall oder nicht: Der Wandel eines ehemaligen Industrieareals zu einem urbanen Viertel zum Wohnen, Leben und Arbeiten spiegelt sich im Motto des diesjährigen Essener Mittelstandsempfangs eindrucksvoll wider: Veränderung als Chance. Das Areal der heutigen weststadt hat ihre Chance bekommen und sie genutzt – der Nutzungsmix aus Büro, Wohnen, Einkaufen, Kultur, Freizeit und Gastronomie kommt an. Auch der Essener Mittelstand passt sich ständig den sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Dass die kleinen und mittelständischen Essener Unternehmen die sich daraus ergebenden Chancen nutzen, davon ist man in Essen überzeugt.

Dem Mittelstand sei Dank

Seit vielen Jahren ist die Stadt Essen nun ein engagierter Partner der Oskar-Patzelt-Stiftung. Aus dieser Zusammenarbeit  entsprang die Idee für den Essener Mittelstandsempfang, der dieses Jahr schon zum fünften Mal stattfand. Rund 500 Akteure aus dem Essener Wirtschaftsleben, der Politik und Verwaltung begrüßte die EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Anfang Juni 2012 im Colosseum Theater Essen. Der Mittelstand hat diesen Empfang verdient, denn dank der kleinen und mittelständischen Unternehmen ist „die wirtschaftliche Entwicklung für uns in Essen in den letzten Jahren ausgesprochen positiv und auch die konjunkturellen Vorhersagen sind zum großen Teil noch positiv“, wie der Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Dr. Dietmar Düdden in seiner Rede betonte. Dem Mittelstand sei Dank.

In der Hitliste Deutschlands

Firmen wie die communicode GmbH & Co. KG sind beispielhaft für die Entwicklung der Stadt, hin zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft. Das Unternehmen bietet aus einer Hand, dass Menschen miteinander Geschäfte machen, auch miteinander sprechen, mailen, smsen und konferieren.  Das macht communicode mit solchem Erfolg, dass sich die Kunden die Klinke in die Hand geben, und die Firma sogar in der Hitliste der in Deutschland am schnellsten wachsenden Technologie-Unternehmen zu finden ist. Die Stadt Essen nominierte das Unternehmen 2012 zum „Großen Preis des Mittelstandes“.

Anerkennung für den Mittelstand

Der Mittelstandsempfang, 2008 von der EWG ins Leben gerufene, findet jährlich statt und hat mittlerweile einen festen Platz im Kalender der Essener Unternehmerschaft. Auch in diesem Jahr ist es der Stadt Essen und der EWG ein besonderes Anliegen, den kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben Anerkennung zu zollen und Dank auszusprechen. Unterschiedlich sind die Themen des Essener Mittelstands­empfangs, die jeweils einen aktuellen Bezug haben.

Ohne Veränderungen überlebt kein Unternehmen lange

Das diesjährige Motto „Veränderung als Chance“ sagt aus, was der Mittelstand seit schon längst begriffen hat und seit Generationen umsetzt. Wenn ein Unternehmen wie NOWEDA eG Apothekergenossenschaft seit 75 Jahren erfolgreich ist und heute ein Netzwerk von 8.000 Apotheken bei der Lieferung von Waren, Liefervereinbarungen, Vertragsausarbeitungen und Unternehmensberatungen betreut, dann zeugt das von einer hohen Anpassungsfähigkeit. Ohne Veränderungen überlebt kein Unternehmen lange, die Märkte sind kurzlebig. Auch diese Leistung wurde mit einer Nominierung zum „Großen Preis des Mittelstandes“ 2012 gewürdigt.

Jobmaschine und Innovationsmotor

Und so erinnerte Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß in seiner Begrüßungsrede die Zuhörer daran, dass die rund 12.500 kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe Innovationsmotor seien. Außerdem auch Jobmaschine, dass sie 70 Prozent aller Arbeitnehmer, 80 Prozent aller Auszubildenden beschäftigen und rund 40 Prozent der Nettowertschöpfung der Stadt erwirtschaften. Über diese beeindruckenden Zahlen hinaus betonte der Oberbürgermeister, wie wichtig ihm die lokale Verbundenheit der Unternehmen sei: „Sie sind vor Ort, sie kennen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wissen um deren Sorgen und Nöte. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung in vielen Bereichen, und sie sorgen durch die Ausbildung junger Menschen dafür, dass die Stadt zukunftsfähig bleibt.“ So wie die Beinert-Knotte Elektro GmbH, die exzellente Technik auf dem neustem Stand anbietet. Ein Unternehmen, dass hochinnovative Produkte verkauft, in der Firmenführung aber auf altbewährte Werte schätzt: Vertrauen, Verbundenheit, Zuverlässigkeit und Kontinuität. Nicht umsonst sind viele Mitarbeiter des Unternehmens seit Jahren dabei. Viele sind nach der Ausbildung gleich dageblieben. Der Essener Oberbürgermeister lud die Unternehmen ein, im Rahmen des Strategieprozesses Essen.2030 auch weiterhin an der Zukunftsfähigkeit des Standortes mitzuwirken und Essen als lebens- und liebenswerte Stadt zu erhalten.

Quantensprung der Wirtschaft

Dr. Dietmar Düdden wies in seinen anschließenden Ausführungen darauf hin, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Essen auf gesunden Füßen stehe: „In den letzten Jahren verzeichnete Essen bei der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft einen Quantensprung. Die prozentualen Steigerungen von über 20 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt und bei der Bruttowertschöpfung seit 2006 sprechen eine klare Sprache und sind im Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands absolute Spitze.” Spitze durch Firmen wie die Ralf Teichmann GmbH, deren Kranspitzen von weitem zu erkennen sind. Ralf Teichmann schaffte es als Gründer und Geschäftsführer, Europas Marktführer für gebrauchte, generalüberholte oder neu aufgebaute Krane zu werden. Das erreichte er zusammen mit seinen fast 200 Mitarbeitern. Vom Standort Essen aus. Diese Leistung machte ihn 2011 zum Finalisten beim „Großen Preis des Mittelstandes“.

Kostenlos, neutral und vertraulich

Dr. Düdden betonte, dass der Essener Mittelstand tragende Säule dieses Wirtschaftswachstums sei: „Die kleinen und mittelständischen Essener Unternehmen haben bereits in den letzten Jahren flexibel auf komplexe Veränderungsprozesse ihres wirtschaftlichen Umfeldes reagiert. Das gesamte Team der EWG wird auch in Zukunft alles daran setzen, die Firmen zu begleiten. Als zentrale Anlauf- und Servicestelle für Essener Unternehmen können wir zusammen mit der Stadt Essen, mit der IEW - Interessengemeinschaft Essener Wirtschaft e.V. und unseren Partnern, wie der IHK zu Essen, dem EUV, der Kreishandwerkerschaft, Banken und Fördereinrichtungen, Verbänden und der Agentur für Arbeit Essen, in vielen Fragen der Geschäftstätigkeit unterstützen – und das kostenlos, neutral und vertraulich.“

Gebührende Anerkennung

Unternehmen, die in vorbildlicher Weise außergewöhnliche unternehmerische Leistungen mit gesellschaftlichem Engagement verbinden, erhielten während des anschließenden Essener Unternehmertalks die gebührende Anerkennung: Oberbürgermeister Reinhard Paß nominierte auf Vorschlag der EWG die Beinert-Knotte Elektro GmbH, die communicode GmbH & Co. KG, die FRIGOBLOCK Grosskopf GmbH, ein Unternehmen, das sich seit fast 35 Jahren der Herstellung von Transportkältemaschinen verschrieben hat und mit so großem Erfolg mittlerweile als drittgrößtes seiner Branche in Europa gilt, die LK Lichtdesign & Klangkonzept Medien-Präsentationssysteme AG, die mit 50 Mitarbeitern seit neun Jahren auf höchstem Niveau unterwegs ist und in der ganzen Bundesrepublik namhafte Marken, prominente Menschen und attraktive Veranstaltungen in Licht hüllt, und die NOWEDA eG Apothekergenossenschaft für den „Großen Preis des Mittelstandes 2012“ in der Wettbewerbsregion Nordrhein-Westfalen. Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung jährlich vergebene Preis gilt deutschlandweit als eine der begehrtesten Wirtschaftsauszeichnungen.

Beziehungen knüpfen

Zwei weitere Essener Unternehmen durften sich ebenfalls über eine Nominierung freuen. Die Ralf Teichmann GmbH, Finalist in 2011, wurde zum Preisträger für den „Großen Preis des Mittelstandes 2012“ in NRW nominiert. Die cph Deutschland Chemie GmbH, 2007 Finalist und 2009 Preisträger in der Wettbewerbsregion Nordrhein-Westfalen, erhielt eine Nominierungsurkunde für die Bundesauszeichnung des „Großen Preis des Mittelstandes 2012“. Zum Abschluss der Veranstaltung erwiesen sich der anschließende Abendempfang und der Infomarkt als hervorragende Möglichkeit für alle Beteiligten, Beziehungen zu knüpfen und Kooperationen anzustoßen. Wer den Mittelstand stärkt hat die Zeichen der Zeit erkannt. Essen bietet dem Mittelstand eine Bühne.


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