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Mittwoch, 23. Mai 2012

Dienstag 21. Februar 2012 - 10:00

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

(Foto: Sascha Sebastian/pixelio.de)

(HoF Uni Halle) Das Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat das Verhältnis von Bildung und Gesellschaft anhand des relativen Gewichts der Studienfächer in der Zeitspanne von 1950 bis 2002 untersucht. Die Studie zeigt, dass im Zuge der Hochschulexpansion das Gewicht von Fächern mit beruflichem Anwendungsbezug zunimmt. Diese Verschiebung wird als Ausdruck einer Professionalisierung interpretiert. Mehr und mehr werden die Standards und Kriterien angemessenen beruflichen Handelns in den Hochschulen hervorgebracht, und sie stoßen in den Arbeitsorganisationen auf Resonanz. Es wird gezeigt, über welche sozialen Mechanismen sich diese Kopplung vollzieht.

Wandel der Fächerstruktur

Untersucht wird der Wandel der Hochschulbildung in Deutschland anhand von Verschiebungen des relativen Gewichtes der Studienfächer in der Zeitspanne von 1950 bis 2001. Dieser Wandel der Fächerstruktur nach dem Zweiten Weltkrieg wird im Zusammenhang der deutschen Hochschulgeschichte interpretiert. Mit dem Übergang zur modernen Universität wird die Hochschulbildung auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt. Diese Verwissenschaftlichung findet zunächst unter dem Dach der sich ausdifferenzierenden Philosophischen Fakultät statt. Damit ändert sich auch die Wissensgrundlage der bis dahin oberen Fakultäten der Universität zur Ausbildung der klassischen Professionen. Sie ruhen nun auch auf der Wissenschaft und den kognitiven Innovationen, die diese hervorbringt. Zugleich wird die Philosophische Fakultät mit ihren modernen Disziplinen zur Berufsfakultät zunächst der höheren Lehrämter. Dies setzte die Dynamik eines „Eigenausbaus“ des höheren Bildungssystems in Gang, in der sich unterschiedliche Expansionsbewegungen des höheren Schul- und des Hochschulbereiches gegenseitig bedingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Akademisierung auch auf das bis dahin niedere Schulwesen und dessen Lehrämter aus. Ebenfalls setzte sich die bereits mit Gründung und Expansion der Technischen Hochschulen und der Handelshochschulen eingeleitete Entwicklung fort, mit der Studiengänge an Bedeutung gewannen, die – wie die klassischen Professionsfächer – auf berufliche Anwendungsfelder in anderen Bereichen der Gesellschaft, jenseits von Wissenschaft sowie von Bildung und Erziehung, zugeschnitten waren. Die Wissenschaft wird mehr und mehr als Grundlage einer Ausbildung für weitere Berufs- und Handlungsfelder in Anspruch genommen. Das relative Gewicht der Fächer dieser (neuen) Professionen nimmt zu. Dem entspricht ein Prozess der Professionalisierung, mit dem neue Kriterien und Standards der Angemessenheit des beruflichen Handelns institutionalisiert werden. Diese treffen in den Arbeitsorganisationen auf Resonanz.


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten

„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt