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Mittwoch, 23. Mai 2012

Freitag 17. Februar 2012 - 16:00

Zwanghafter Waffenkauf

Von: Boris Kunofski

Wie man einem Kunden Geld leiht, der damit nicht umgehen kann

U-Boote gegen die Eurokrise (Foto: marlis dülsen/pixelio.de)

Deshalb wettrüsten Griechenland und die Türkei: die geteilte Stadt Nikosia (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Europa ist die friedlichste Region der Welt. Seit 1990 trägt das Früchte, was seit dem 2. Weltkrieg gewachsen ist: die Europäische Union. Die verschiedensten Kulturen auf engsten Raum leben konfliktfrei miteinander und sind zusammen gewachsen. Wirtschaftlich, politisch, kulturell. Ein Highlight in der vorbildlichen Zusammenarbeit sollte die gemeinsame Währung, der Euro sein. Eine einheitliche Währung für ein einheitliches Europa.

Brüssel reagiert gereizt
Doch die Harmonie bröckelt. Die Eurokrise nagt an den Nerven der Euroländer. Griechenland ist verschuldet und zieht die anderen Euroländer mit in den Strudel. Brüssel reagiert gereizt. Wie konnte es dazu kommen? Wirtschaftliche Stabilität war die Voraussetzung, um dem Euro beitreten zu können. Griechenland hatte seine Zahlen geschönt, um in die Währungsunion aufgenommen zu werden. Ein Skandal!

Was nun? Zeigt man sich hart und setzt den Betrüger vor die Tür, wo er über sein Verhalten nachdenken muss, mit sich selbst ins reine kommt und dann geläutert wieder aufgenommen wird?  Europas Finanzminister wissen was zu tun ist. Griechenland darf im Euro bleiben. Alle anderen Länder zeigen sich solidarisch, werfen zusammen und retten den Tunichgut-Staat. Der muss im Gegenzug die Auflagen der Retter erfüllen. Renten kürzen, Gehälter einsparen, an allen Ecken und Enden kürzer treten!

Griechenland muss importieren
Aber die Retter-Staaten haben nun selbst kein Geld mehr. Die Griechenland-Rettung können sich die Hauptinvestoren Deutschland und Frankreich nicht leisten. Also soll das Geld zurück fließen. Griechenland muss importieren. Weil die Helenen schon vor der Krise Stammkunde der Rüstungsindustrie waren, sollen einige Milliarden des Rettungsschirms für Griechenland in die Marine-Flotte investiert werden, wie auch der Spiegel berichtet: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,684256,00.html.
Mit dieser Auflage haben die Griechen kein Problem. Seit Jahren liefert sich das Land einen Rüstungswettstreit mit der Türkei. Die vermeidlichen Erzfeinde haben immer noch offene Grenzfragen zu klären. Wenn Griechenland in Waffen investiert, zieht das automatisch eine Bestellung der Türkei nach sich. So kommt Geld von außen in die Eurozone. Geschickt!

Wer davon am meisten profitiert? Deutschland und Frankreich. Deutschland Europas Waffenexporteur Nr. 1. Hauptkunde? Griechenland, seines Zeichens viertgrößter Waffenimporteur der Welt. Ein Land mit 11 Millionen Einwohnern, so viel wie Baden-Württemberg, hat gemessen am Bruttoinlandsprodukt das größte Budget für Militär in ganz Europa (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Streitkr%C3%A4fte_der_Welt). In einer Region, die zwar offene Grenzfragen zu klären hat, die aber seit vielen Jahren eher wirtschaftlich zusammenwächst, als sich Auseinandersetzungen zu liefern. "Griechenland hat die dritt- oder viertgrößte Armee Europas. Die haben 1300 Panzer, die Slowakei hat keinen einzigen." argumentiert Richard Sulik, Vorsitzender der liberalen Partei Freiheit und Solidarität (SAS) und ehemaliger Präsident des slowakischen Parlaments, das unter dem europäischen Druck, griechische Hilfsprogramme durchpeitschen zu sollen, im letzten Herbst zerbrach.

Kann man ein Vereinigtes Europa der Narren wollen?
Prof. Erich Weede konstatierte auf dem Forum Freiheit von ein paar Tagen in Berlin: „Kann man ein Vereinigtes Europa der Narren wollen? Soll ein solches Europa mit fiskalischen Massenvernichtungswaffen ausgerüstet werden? Politisch korrekt heißt das Ganze dann Friedenspolitik.“

Das Prinzip, ich leihe meinem Kunden Geld, damit er bei mir einkaufen, kann funktioniert nicht. Wer kein Geld hat sollte auch keines ausgeben. Erst recht nicht für eine viel zu große und überflüssige Armee. Würde Griechenland auf neues Kriegsspielzeug verzichten, wäre der größte Teil des Sparauflagenschon erfüllt. Das ist jedoch kein Thema in den Spar-Debatten um Griechenland. Was die Politik wissentlich verschweigt übersehen auch die Medien.


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Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten

„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt