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Mittwoch, 23. Mai 2012
Vorsicht bei Korrekturen des letzten Willens
Die aktuelle Rechtsprechung mahnt zu Weitblick: Änderungen im Testament gefährden die Rechtskraft des letzten Willens. Was Erblasser unbedingt beachten sollten.
(WWS) Heirat, Scheidung, Patchwork-Familie: Wechselnde Lebensumstände erfordern immer häufiger Anpassungen des Testaments. Viele Erblasser nehmen eigenhändig Korrekturen, Ergänzungen oder Streichungen vor, ohne vorab rechtlichen Rat einzuholen. Das ist riskant. "Änderungen im Testament können das Gegenteil von dem bewirken, was beabsichtigt ist", warnt Rechtsanwältin und Steuerberaterin Dr. Stephanie Thomas von der Wirtschaftskanzlei WWS in Mönchengladbach.
Schnell ensteht Streit
Schnell entsteht Streit unter den Erben. Mehr als bei allen anderen rechtlichen Dokumenten kommt es beim Testament auf den eindeutigen und wirksamen Willen des Verfassers an. Schließlich kann der Erblasser bei Streitigkeiten nicht mehr befragt werden und das Testament nachbessern. Viele Erblasser unterschätzen die formalen Anforderungen an Testamentsänderungen, wie eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts München erneut zeigt (Az. 31 Wx 298/11). Ein Erblasser hatte auf seinem eigenhändigen Testament unterhalb der Unterschrift eine Bedingung ergänzt. Seine Lebensgefährtin sollte nur dann Alleinerbin werden, wenn sie eine gleichlautende testamentarische Verfügung trifft. Vorerst sollte das Testament ungültig sein. Die Richter werteten die Ergänzung als nicht formwirksam. Grund: Der Nachtrag war nicht unterschrieben. Die Lebensgefährtin erbte das ganze Vermögen.
Schon kleine Formfehler können die Gültigkeit des Testaments teilweise oder ganz in Frage stellen. Je weitreichender die Änderungen, desto strenger die Formvorschriften: Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen bloßen Streichungen, Ergänzungen und widersprechenden Anordnungen. Eine Einordnung ist in der Praxis oft schwierig. "Korrekturen auf der Testamentsurkunde sind nur in Ausnahmefällen ohne Unterschrift wirksam", betont WWS-Anwältin Dr. Thomas. Bei widersprechenden Anordnungen ist eine Datumsangabe zwingend. "Sicherheitshalber sollten alle Änderungen mit Unterschrift und Zeitangabe versehen werden", rät Dr. Thomas.
Gemeinschaftliche Testamente erfordern ein besonderes Augenmerk
Wechselbezügliche Verfügungen unter Eheleuten können grundsätzlich nur in notarieller Form widerrufen werden. Nach dem Tod eines Ehepartners ist ein Widerruf ausgeschlossen "Häufig ist Eheleuten nicht bewusst, dass ihr Testament wechselbezügliche Regelungen enthält und welche Konsequenzen damit verbunden sind", sagt WWS-Expertin Dr. Thomas. Problematisch sind auch Nachträge, die nur mit der Unterschrift eines Ehepartners versehen sind. Aufgrund der komplexen Anforderungen sollten Ehepaare vor Änderungen eines gemeinschaftlichen Testaments immer rechtlichen Rat einholen.
Bei weitreichenden Änderungen sollten Erblasser besser gleich ein neues Testament erstellen. Sicherheitshalber sollte das vorherige Testament mit einem Ungültigkeitsvermerk auf der Urkunde versehen oder komplett vernichtet werden. "Bloßes Wegwerfen ist nicht ausreichend, der Verfasser sollte das Testament zerreißen oder anderweitig zerstören", betont WWS-Anwältin Dr. Thomas. "Ein zerrissenes Testament ist ein für alle Mal widerrufen und lässt sich durch Zusammenkleben nicht wieder in Kraft setzen."

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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten
„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt








