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Mittwoch, 23. Mai 2012
Eine Bestrafung der Banken ist das beste Mittel, deren übermäßige Risikobereitschaft zu bändigen
Strengere Aufsicht, nicht nur die Verabschiedung neuer Gesetze und Richtlinien, sei der effektivste Weg, Risiken einzudämmen – so das Ergebnis einer Studie der Cass Business School und der griechischen University of Piraeus
(Cass Business School) Eine strengere Bankenaufsicht, und nicht die bloße Verabschiedung neuer Gesetze und Richtlinien, ist laut einer aktuellen Studie der Londoner Cass Business School und der University of Piraeus das wirksamste Mittel, zu hohe Risiken im Bankensystem zu bändigen und eine weitere Finanzkrise zu verhindern. Die Forschung hat gezeigt, dass die Banken in Ländern, in denen Aufsichtsbehörden regelmäßige Kontrollen durchführen und häufig disziplinarische Maßnahmen ergreifen, seltener Risiken eingehen, als jene Banken in Ländern, in denen öffentliche Sanktionen weniger verbreitet sind.
Strafen wirken
Die Studie untersuchte den Einfluss von Aufsicht und Regulierung auf die Reduktion von Bankenrisiken. Die in der renommierten Review of Finance veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen, dass Länder, die Banken regelmäßiger kontrollieren und dabei eine offensivere Haltung einnehmen, erfolgreicher die Risiken im Zaum hielten. Interessanterweise entdeckten die Forscher, dass die bloße Verabschiedung von Gesetzen zur Einforderung eines bestimmten Verhaltens und zur Reduzierung der Risikobereitschaft fehlschlägt, es sei denn, die Gesetze wurden mit effektiven Kontrollen und Disziplinarstrafen kombiniert.
Co-Autor der Studie, Dr. Manthos Delis von der Cass Business School, betont, dass die Studienergebnisse wertvolle Erkenntnisse enthalten für Regulierungsbehörden, deren Ziel es ist, eine nächste Finanzkrise zu verhindern. „Unsere Forschungsergebnisse legen nahe, dass Regulierungsbehörden der Kontrolle mehr Bedeutung beimessen müssten und, wo nötig, Banken auch für fehlerhaftes Verhalten sanktionieren sollten, statt nur an formalen Regeln und Vorschriften festzuhalten“, so Delis. „Wenn überhaupt, so sollte ein neuer Rechtsrahmen weniger auf weitere Vorschriften zur Kapitalerhöhung fokussiert sein, als vielmehr auf eine Verbesserung der Transparenz im Bankensystem und eine Neuorientierung hin zu einer effektiven Umsetzung der Offenlegungspflichten. Alles in allem scheinen nämlich regelmäßige und rechtzeitige Prüfungen in Verbindung mit Vollstreckungsmaßnahmen als Abschreckung übermäßiger Bankrisiken wirksamer zu sein, als die bloße Verabschiedung von Verordnungen.“
Zwangsläufig Effekte auf das Bankenrisiko
Weitere Ergebnisse verdeutlichen, dass Zwangsmaßnahmen nicht direkt mit dem Risiko oder der Sicherheit und Bonität einer Bank im Zusammenhang stehen müssen, um einen Effekt zu haben. Dr. Delis erklärt dazu: „Wenn es eine Sanktion für eine nicht im direkten Zusammenhang mit Sicherheit, Risiko und Bonität stehende Angelegenheit gibt, dann hat dies zwangsläufig auch Effekte auf das Bankenrisiko, da die Banker sehen können, dass es Sanktionen gibt, falls Regeln verletzt werden.”
Die Studie fand auch heraus, dass die durchschnittliche Anzahl der Betreuer pro Bank sowie die Frequenz der Aufsichtsbesuche in den Jahren vor der Finanzkrise gesunken sind und diese Abnahme einen starken Anstieg des Bankrisikos hervorgerufen hat.
Die Studie wurde durchgeführt, indem Datenbanken der Regulierungsmaßnahmen in jedem Land verwendet wurden, welche die Autoren mit dem Risikolevel im Bankensystem verglichen haben. Die regulierenden Personalebenen und die Häufigkeit der Inspektionen, Anhörungen und Vollstreckungsmaßnahmen in 17 Ländern zwischen 1998 und 2008 zu betrachten, machte es für die Wissenschaft möglich, den Umfang der Risikobereitschaft der Bankensysteme in jedem Land zu erschließen.
Das Risiko wurde auf zwei Wegen gemessen: Die Autoren nahmen den Prozentsatz der Not leidenden Kredite als einen Indikator für die Kreditrisikobereitschaft der Banken. Weiterhin teilten sie die Gewinne jeder Bank und das Eigenkapital durch die Abweichung ihrer gemeldeten Gewinne über mehrere Jahre. Je größer und je unterschiedlicher die Gewinne waren, desto wahrscheinlicher wurde es, dass die Bank hohe und unvorhersehbare Risiken betrieben hat.

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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten
„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt








