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Mittwoch, 23. Mai 2012

Dienstag 22. März 2011 - 15:30

GSB Rommerskirchen

Von: Carmen Granderath

Aus Alt wird Neu. Magazin der IHK Mittlerer Niederrhein berichtet über ein Unternehmen, das zum Wettbewerb "Großer Preisd des Mittelstandes" nominiert wurde.

Dr. Lutz Bendel (re.) und Dirk Schlösser führen die Geschäfte des Unternehmens GSB. In der Werkstatt wartet dieser Leistungsschalter auf den Transport nach Saudi-Arabien.

Dr. Lutz Bendel (re.) und Dirk Schlösser führen die Geschäfte des Unternehmens GSB. In der Werkstatt wartet dieser Leistungsschalter auf den Transport nach Saudi-Arabien.

(IHK Mittlerer Niederrhein) Zwischen dem Hochspannungsnetz und der Steckdose machen sich die Mitarbeiter des Rommerskirchener Unternehmens GSB – Gesellschaft für elektrische Ausrüstungen unter anderem um Altbewährtes verdient.

Die Methode, mit der sie ihre Kunden vor einem riesigen Aufwand und hohen Kosten bewahren wollen, lautet „Retrofit“. GSB ist darauf spezialisiert, solide ältere Schaltanlagen so zu modernisieren, dass sie nicht gleich komplett ausgetauscht werden müssen. „Manchmal reicht es aus, wenn der Kunde bestimmte Teile einer Anlage austauscht. Dann hat er meistens wieder 20 Jahre Ruhe. Viele Betriebe sind aber allzu schnell bereit, alte Systeme komplett gegen neue auszutauschen – ein kostspieliger und überflüssiger Ansatz“, erklärt Geschäftsführer Dr. Lutz Bendel.

Bei Currenta in Leverkusen hat GSB zum Beispiel in 18 Schaltfeldern einer Stützpunktanlage zirka 30 Jahre alte Schutz-Relais durch moderne Digitalschutz-Relais ersetzt. „Wir haben zuvor die Planung übernommen, in unserer Fertigung vormontiert und schließlich bei Currenta in Betrieb genommen“, erklärt Bendel. Dadurch habe man die Abschaltzeit der Anlage auf ein Minimum reduzieren können.

Dieser Auftrag verdeutlicht, worauf es GSB ankommt: „Wir verstehen uns als fertigendes Ingenieurbüro. Das macht uns für Kunden interessant“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Schlösser. Die Ingenieure, Techniker, Monteure und Bauleiter liefern den Kunden Konzepte und technische Studien, planen, fertigen, montieren, warten und reparieren die Komponenten der Energieversorgung in industriellen Anlagen. „Was uns dabei ausmacht, ist die Flexibilität“, erläutert Schlösser.

Deshalb habe GSB zum Beispiel vom Technologiekonzern und Kooperationspartner ABB aus der Schweiz den Auftrag bekommen, eine neue Anlage zur Spannungsregelung bei RWE aufzubauen, die aus Neuseeland geliefert wird. „Wir werden für dieses zeitkritische Projekt den
Container in Rotterdam in Empfang nehmen und dafür sorgen, dass die Anlage bei RWE pünktlich aufgestellt und alles angeschlossen wird.“

Entstanden ist GSB 1980 in Grevenbroich aus einer seit den frühen 50er Jahren bestehenden Ingenieurgesellschaft. Inzwischen zählt das Unternehmen 70 Mitarbeiter. Die meisten Kunden kommen heute aus der chemischen Industrie und der Energieversorgung – und dies aus dem In- und Ausland. Der Exportanteil liegt heute bei rund 25 Prozent. „Mit Dienstleistungen und Montagen sind wir weltweit vertreten, weil wir von unseren Kunden mitgenommen werden“, so Schlösser. So arbeite man zum Beispiel für Bayer in China. Aktuell laufen außerdem Projekte in Saudi-Arabien und Thailand.

Neben dem Kerngeschäft Starkstromtechnik befasst sich GSB seit drei Jahren auch mit dem Thema LED. „Allerdings ist die Umsatzrelevanz in diesem Bereich für uns noch nicht gegeben. Es ist derzeit noch ein Innovationsprojekt. Allein die Auseinandersetzung mit innovativen Technologien jedoch ist für uns schon wertvoll, da man dieses Wissen auf alle Felder, mit denen wir es zu tun haben, anwenden kann“, sagt Bendel. In Zusammenarbeit mit Prof. Ulrich Kuipers von der Fachhochschule Südwestfalen, habe man energieeffiziente LED-Leuchten entwickelt. Öffentliche Fördermittel des Bundesumweltministeriums haben laut dem Geschäftsführer in der Start- und Entwicklungsphase für ein „ausgeglichenes Geschäft“ gesorgt bzw. die Investitionen abgesichert.

Über die Theorie ist das Unternehmen dennoch längst hinaus. Für die Stadtwerke Düsseldorf hat GSB zum Beispiel 62 Straßenleuchten geliefert. Außerdem werden bereits Straßen in Essen und Rommerskirchen mit den LED-Lampen aus dem Haus GSB beleuchtet. „Das Problem ist, dass die Kommunen oft kein Geld für die Anschaffung energieeffizienter Leuchten haben“, sagt Bendel. Dabei stehe außer Frage, dass diese Beleuchtungsart langlebig und damit auf Dauer Kosten sparend und ökologisch ist. So spare eine LED-Leuchte bis zu 50 Prozent Strom und habe eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren, bei einer konventionellen Leuchte müssten die Lampen spätestens nach 2 bis 4 Jahren gewechselt werden.

Aber nicht nur im Straßenbild sind LEDLeuchten von GSB im Einsatz. Auch über den Einsatz in der Industrie haben sich die Mitarbeiter Gedanken gemacht – und ihr Konzept verwirklicht. So wurde in Rommerskirchen eine Beleuchtung für eine Bekohlungsanlage im RWE Power-Kraftwerk Neurath entworfen und eine Pilotanlage installiert.

Im Bereich LED setzt GSB allerdings nicht nur auf die eigene Fertigung. „Hier spezialisieren wir uns auf Planung, Konstruktion, Endmontage und Qualitätskontrolle. Bei der Herstellung der Module arbeiten wir auch mit der Caritas zusammen“, erklärt Bendel. Die Entwicklung soll fortgesetzt werden: „Wir werden uns auf intelligente Beleuchtungssysteme spezialisieren und damit unter anderem bedarfsabhängige LED-Beleuchtungskonzepte realisieren.“


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Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten

„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt