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Mittwoch, 23. Mai 2012
Sächsische Unternehmer ehren Lingner
Von: Prof. Detlev Müller Drei Jubiläen rund um den Dresdner „Odol-König“ Karl August Lingner

Vom mittellosen Handelsvertreter zum Großindustriellen: Karl August Lingner (1861-1916) (Foto: Deutsches Hygiene-Museum)
In diesem Jahr fallen der 150. Geburtstag Karl August Lingners, das 100. Jubiläum der 1. Internationalen Hygieneausstellung und das 100. Firmenjubiläum der Sächsischen Serumwerke zusammen. Anlässlich dieser Jubiläen haben sich verschiedene Institutionen, Vereine und Unternehmen zusammengefunden, um das Schaffen und Wirken Karl August Lingners zu würdigen und stärker in das Bewusstsein der sächsischen Bevölkerung zu rücken.
Wegbereiter der deutschen Werbung
Trotz seines märchenhaften Aufstieges vom mittellosen jungen Handelsvertreter zum Ehrendoktor der Medizin und reichsten Bürger des Deutschen Reiches ist nur wenig aus dem Leben Lingners bekannt. Persönliche Aufzeichnungen und Briefe liegen kaum vor. Lingner ließ 1916 seine privaten Dokumente testamentarisch vernichten, und es ist anzunehmen, dass 1945 bei der Zerstörung Dresdens seine Geschäftsakten verlorengegangen sind. Wer war also dieser schillernde Unternehmer, Pionier der Markenstrategie, Wohltäter, Kunstliebhaber und Dresdner?
Lingner wird zu Recht als einer der Wegbereiter der deutschen Werbung betrachtet. Dabei war sein vermeintliches Geheimnis denkbar simpel. Denn anders als zu seiner Zeit üblich, zählte er den potenziellen Konsumenten nicht lediglich die technischen Daten oder Bestandteile seines Produktes auf, sondern er präsentierte dem Kunden einen Nutzen. Ohne viele Worte wurde auf den Punkt gebracht, was von dem Produkt zu erwarten ist und was es leisten kann. Dabei setzte er auf großformatige Anzeigen mit bildlicher Darstellung, die jedem Leser unweigerlich ins Auge fielen. Nachdem allen der Nutzen seines Mundwassers klar war, setzte Lingner auf die Suggestion. Ein bekanntes Beispiel ist die „Odol“-Flasche im Meer, die für die Frische im Mund steht.
Viele soziale Projekte
Die Nachhaltigkeit seines Handelns hat viele Spuren hinterlassen. Lingner war mehr als eine unternehmerische Persönlichkeit, so war er in vielen sozialen Projekten engagiert. 1898 gründete er die erste Säuglingsklinik der Welt, zwei Jahre später die Zentralstelle für Zahnhygiene sowie 1911 die 1. Internationale Hygiene-Ausstellung, aus der später das Deutsche Hygiene-Museum Dresden hervorging. Eine weitere erfolgreiche Unternehmung Lingners war die Gründung des „Sächsischen Serumwerkes und Instituts für Bakteriotherapie GmbH“ im Jahr 1911. Heute produziert an diesem Standort das internationale Unternehmen GlaxoSmithKline Biologicals u. a. Impfstoffe und Medikamente. Anlässlich der Jubiläen lädt der Förderverein Lingnerschloss e.V. zu verschiedenen Veranstaltungen in die Elbmetropole. Als weiterer Höhepunkt ist die Komplettierung einer Dauerausstellung über Leben, Persönlichkeit und Werk des Großindustriellen im Lingnerschloss zu sehen, die erst maßgeblich durch eine größere finanzielle Zuwendung durch GlaxoSmithKline möglich wurde.
Hörbuch noch in diesem Sommer
Mit Unterstützung der beiden Buchautoren Dr. Ulf-Norbert Funke und Walter A. Büchi, die das Leben Lingners in all seinen Facetten in verschiedenen Ausgaben aufbereitet haben, wird die Mittweidaer IMM Stiftung (www.imm-stiftung.de) in Kooperation mit der IMM Gruppe und weiteren Partnern noch in diesem Sommer ein Hörbuch zum Thema veröffentlichen (www.klangepos.de). Damit wird Lingner neben Marco Polo, Giacomo Puccini und Johannes Schilling in den Reigen großer Persönlichkeiten aufgenommen, deren Leben und Schaffen auf diese Weise aufgearbeitet und vertont wurde.

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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 2/2012 - Die beste aller Welten
„Es ist immer wieder faszinierend wie Herr Dr. Schmidt, in seinen Editorials, die Stimmung der Mittelständler trifft. Und bei aller Verzagtheit in unserem Land immer wieder Worte des Mutes und der Zuversicht findet. Frau Tröger setzt mit dem Beitrag „Durchstarten 2012“ noch einmal einen drauf mit der Mahnung an uns Leser, dass vieles in unseren eigenen Händen liegt. Ich freue mich als positiver Mensch sehr, dass es mit dem PT Magazin ein Informationsmedium gibt, welches nicht mit zweifelhaften Vermutungen, sondern mit Fakten argumentiert und die positiven Seiten beleuchtet.
Hans-Jürgen Germerodt










