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Ein Schultag bei Heckmann
Von: Babara Schulz PROJEKTTAG: Schule mal anders, nämlich im Betrieb, erlebten die Sechsklässler aus der Grundschule in Schönfließ. Und die meisten Kinder waren begeistert und fanden es interessant, echte Werkstattluft zu schnuppern, den Metallbauern über die Schulter zu schauen und sich selbst als Schweißer, Dreher, Fräser oder Sekretärin des Geschäftsführers, Eberhard Kirsch, auszuprobieren.
„Es ist cool hier“, darin waren sich Sophie Timm und Tamina Braunersreuther einig. Die beiden Mädchen aus der sechsten Klasse von der Grundschule Schönfließ verbringen einen Projekttag bei der Eisenhüttenstädter Firma Heckmann Stahl und Metallbau Ost GmbH. Gemeinsam mit 23 anderen Zwölfjährigen haben sie Gelegenheit, in der Werkhalle eines modernen Betriebes den Produktionsablauf hautnah zu erleben und sogar selbst zu schweißen, zu fräsen oder auch zu stanzen. Und am Ende können alle einen kleinen selbst gefertigten metallenen Elefanten als Stifthalter mit nach Hause nehmen.
Nachwuchs für Übermorgen
Geschäftsführer Eberhard Kirsch führt die quirlige Kinderschar übers Werksgelände und beantwortet geduldig jede Frage. Und das aus ganz eigennützigen Gründen. „Wir wollen uns frühzeitig unseren Nachwuchs für Übermorgen heranziehen“, so Kirsch, denn angesichts sinkender Schülerzahlen sei es dringend erforderlich, bereits sehr jungen Leuten Einblick in den realen Arbeitsalltag zu geben. Deshalb sei für ihn und seine Kollegen der Besuch der Schönfließer Schulklasse, nicht in erster Linie zusätzliche Arbeit, sondern es mache ihnen Freude, den Kindern den Betrieb näher zu bringen.
Das merken auch Klassenlehrerin Katrin Böhm und Schulleiterin Martina Werner. Damit Schule nicht nur blanke Theorie ist, nutzen sie drei Projekttage unter dem Motto: „Bauen, staunen, ausprobieren“, um ihren Schülern wichtige Betriebe in der Region vorzustellen, und ihnen auch schon eine Berufsorientierung zu geben. „Natürlich soll der Spaß dabei nicht zu kurz kommen“, so Geschäftsführer Kirsch. Stimmung kommt auf, als die Mädchen und Jungen die großen Schutzanzüge überstreifen und die riesigen festen Arbeitshandschuhe anprobieren, denn nun geht’s in die Werkstätten.
In kleinen Gruppen oder einzeln arbeiten die Kinder an verschiedenen Stationen: schweißen, stanzen, bohren, lackieren – alles will ausprobiert werden. Und die Zwölfjährigen sind sehr konzentriert. „Vielleicht wissen sie jetzt besser, warum sie im Matheunterricht gut aufpassen müssen“, so die Klassenlehrerin, die jedes Kind an seinem Arbeitsplatz besucht und sich freut, dass gerade Schüler, die im Theoretischen manchmal Schwierigkeiten haben, hier mit besonderem Eifer dabei sind.
Lehrreicher als Unterricht
Paul beispielsweise gefällt es sehr, Vorarbeiter Eric Tuschel zuzuschauen und dann selbst mit einem großen Schlüssel Muttern festzuziehen. „Ich könnte mir vorstellen, hier mal zu arbeiten“, so der junge Mann.
Auch Manfred Jänisch strahlt, durfte er doch sogar unter Anleitung von Tony Hermann selbst eine Naht schweißen und hat es gut hinbekommen, was er stolz seiner Lehrerin zeigt.
Auch wenn der Projekttag bei der renommierten Firma Heckmann besonders für den engagierten Geschäftsführer Eberhard Kirsch, der an diesem Tag Sophie und Tamina in seinem Büro als Hilfssekretärinnen beschäftigt, viel zusätzliche Mühe bedeutet, soll der Besuch der Schönfließer Kinder nicht der letzte sein.
„Wir werden solche Aktionen, auch mit sehr jungen Schülern wie diese Sechstklässler wiederholen“, so Kirsch. Anfragen von interessierten Schulen liegen ihm bereits vor. Und dass so ein Schultag im Betrieb für Schüler oft viel lehrreicher ist als sechs Stunden in der Schule, das können auch die Lehrerinnen aus Schönfließ nach diesem abwechslungsreichen Tag bestätigen.
Plakat 1: Ein Arbeitstag bei Heckmann (Download)
Plakat 2: Ein Betrieb zum Anfassen (Download)













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