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Ölunfall am Rande des Wattenmeers
WWF fordert Aufklärung der Unfallursache und Überprüfung der Sicherheitskonzepte
Der WWF fordert eine umfassende Aufklärung des Ölunfalls in der Wilhelmshavener Raffinerie am Rande des Nationalparks Wattenmeer. 1 000 Liter Schweröl waren in die Jade ausgelaufen. Nach Angaben der Raffineriebetreiber war der Grund ein technischer Defekt. Eine unmittelbare Gefahr für den angrenzenden Nationalpark besteht nicht. Das Öl wurde unter anderem an einen Strand im Urlaubsort Schillig angeschwemmt, konnte aber beseitigt werden. Unklar blieb, wie viel verklumptes Schweröl auf den Meeresboden abgesunken ist.
"Das Wattenmeer ist in seinem Jubiläumsjahr - der Nationalpark feierte kürzlich seinen 20. Geburtstag - mit einem blauen Auge davon gekommen", so WWF-Experte Stephan Lutter. Die Raffinerie am Rande des Nationalparks sei ein potenzielles Sicherheitsrisiko. "Der WWF fordert eine umfassende Ursachenklärung und entsprechende Konsequenzen. Ganz offensichtlich ist der Standort nicht so sicher, wie es von den Betreibern immer behauptet wird." An dem zum Wattenmeer gehörenden Jadebusen landen Tanker einen Großteil der deutschen Ölimporte an. Die Sicherheitskonzepte zur Vermeidung von Ölunfällen gehörten auf den Prüfstand.
Der bislang schwerste Ölunfall an der deutschen Nordseeküste ereignete sich 1998. Aus dem brennenden Holzfrachter "Pallas" liefen damals 100 000 Liter Schweröl aus; mindestens 16 000 Vögel starben. "Ein Ölteppich erstickt förmlich den Lebensraum Watt und seine Bewohner. Das Öl dringt in tiefere Schichten, gelangt in die Nahrungskette. Vögel nehmen Ölreste über die Nahrung auf und verenden", beschreibt Lutter die Gefahren einer Ölpest.
Der WWF fordert zudem einen weltweiten Verzicht auf billige Schweröle. Diese seien besonders zäh, klebrig und giftig. "Beim Schweröl potenzieren sich die Umweltrisiken gegenüber anderen Ölen", so Lutter, "ihr Einsatz ist unverantwortlich."
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