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Klammes Bremen
Klein und stark – das Exportzentrum steht im Startblock für den Aufschwung

Deichpromenade Bremerhaven (Foto: © Jens Bredehorn/PIXELIO)

Bremerhaven und Bremen – zwei Städte, ein Land (Foto: © Fotograkunst/PIXELIO)

Bremen BIP: 27,74 Mrd. Euro
Bremen ist zweitgrößter Schiffbaustandort und Seehandelshafen in Deutschland. Aber wo sind die Prioritäten? In der Hinterlandanbindung der Containerterminals in Bremerhaven und demnächst JadeWeserPort? Oder in der Infrastruktur der Häfen selbst, um auch die ansässige Industrie zu stärken? Es ist aber bei weitem nicht genug Geld vorhanden, um auch alles zu tun.
Traditionell gilt Bremen als Hafenstandort und eines der Zentren des deutschen Außenhandels, ebenso als aufstrebende Hightech-City und innovative Dienstleistungsmetropole – in ihrer Rolle als Industriestandort wird die Freie Hansestadt hingegen oft verkannt. Dieter Reinken von der IG Metall betont: „Luft- und Raumfahrt, Stahl und Automobil – das sind die führenden Industriebranchen in Bremen. Aber sie alle sind von Entscheidungen betroffen, die Konzernspitzen weit weg von Bremen fällen.“
Häfen und Autos
Zu Recht wird die Hansestadt bis heute auch mit Schiffbau und Nahrungsmitteln verbunden. Auch besitzt Bremen eine kleine, aber feine Werftenbranche. Gefertigt werden insbesondere technologisch hochwertige, individuelle Schiffe, vor allem im Yachtbau und für die Wehrtechnik. Ungleich größer und bedeutender ist Bremen als Zentrum der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Zwar ist jeder dritte Arbeitsplatz eng mit dem Hafen verknüpft. Größter Arbeitgeber ist jedoch der Daimler-Konzern, der hier in Bremen mehrere Fahrzeugmodelle produziert. Bremen baut aber nicht nur Fahrzeuge für Wasser und Land – nein, auch die Luft und das All kommen nicht zu kurz: Die Tragflächen für mehrere Airbus-Modelle werden hier zusammengesetzt, und die Konzerne EADS und OHB produzieren hier Technologie für den Weltraum. Unter anderem werden in Bremen Laboratorien für die Internationale Raumstation sowie Trägerraketen und Satellitensysteme gebaut.
Exportorientiert
Die konjunkturelle Lage der bremischen Wirtschaft hat sich insgesamt erholt. Eine verbesserte Geschäftslage verzeichnen zurzeit vor allem Industriebetriebe. Auch im Groß- und Außenhandel hat sich die Geschäftssituation stabilisiert.
Gegenwärtig klagt jedes vierte Bremer Unternehmen über verschlechterte Kreditkonditionen. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger: „Um gestärkt aus der Krise zu gehen, brauchen die Unternehmen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen. In den kommenden Monaten wird die Entwicklung des Exports als wichtiger Motor der bremischen Wirtschaft entscheidend sein.“
DL-Renaissance
Handelskammer-Präses Lutz H. Peper und Claus Brüggemann, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremerhaven sowie die beiden Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger (Bremen) und Michael Stark (Bremerhaven) hoffen, dass von einer anziehenden Deutschland- und Weltkonjunktur Bremen in besonderem Maße profitieren könne. „Als wichtiger deutscher Hafen- und Industriestandort“, so die Spitzen der beiden Kammern, „liegt unsere Region an einer Schnittstelle der globalen Warenströme. In Zukunft werden vor allem diejenigen Standorte die Nase vorn haben, die ihre Stärken in industrieller Hightech-Produktion und technologischen Spitzenprodukten haben.“ Es spreche daher vieles dafür, dass die Industrie in und um Bremen und mit ihr weitere Bereiche wie beispielsweise die unternehmensnahen Dienstleistungen eine Renaissance erleben werden.
Perspektive
Im Groß- und Außenhandel beleben sich die Geschäfte zusehends. Nur noch 15 Prozent der Betriebe – im Herbst 2009 waren es noch 33 Prozent – bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Besonders der Binnengroßhandel konnte zuletzt Boden gutmachen. Die Geschäftsaussichten fallen erstmals seit Ende 2007 wieder positiv aus. Die Personalpläne der Handelsunternehmen haben sich weiter stabilisiert. Auch die Investitionsbereitschaft ist gestiegen.
Besonderen Wert bei der Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Bremen legte Präses Peper auch auf die Stärkung Bremens als Oberzentrum in der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten. „Die Einzelhandelsentwicklung darf nicht als Nebenschauplatz betrachtet werden“, sagte er. Daher habe die Handelskammer in ihrer Initiative „Perspektive Bremen 2020“ einen Masterplan „Bremens neue Mitte“ vorgeschlagen.
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 3/2010
„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“
Christian Kalkbrenner

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