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Donnerstag, 09. September 2010

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Kategorie: P.T. Politik
Dienstag 07. Juli 2009

Buttercremetorte

Von: Dr. Helfried Schmidt

Zuviel Buttercremetorte verdirbt den Magen. Alles Gute schlägt früher oder später stets ins Böse um, wenn es im Übermaß genossen wird. Das wusste schon der griechische Philosoph Heraklit. Zuviel Patriotismus führt zu Chauvinismus. Zuviel Sicherheit endet in totalitärer Überwachung. Zuviel Sozialismus endet immer im wirtschaftlichen Chaos.

60 Jahre Bundesrepublik lassen sich in drei große Abschnitte einteilen. Der erste Abschnitt dauerte bis Mitte der 60er Jahre. Das war Ludwig Erhards große Zeit. 1947 leitete er die Expertenkommission „Sonderstelle Geld und Kredit“ bei der Verwaltung der Finanzen der britisch-amerikanischen Bizone und bereitete die Währungsreform vor. 1948 verantwortete er als Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes die Wirtschaftspolitik in den westlichen Besatzungszonen.

Als die Alliierten ihn erst am 15. Juni 1948 informierten, dass die bevorstehende Währungsreform für den 20. Juni geplant war, konterte Erhard, indem er am 19. Juni über den Rundfunk Zwangsbewirtschaftung und Preisbindungen aufhob.

1949 wurde er Wirtschaftsminis­ter, 1957 Vizekanzler und 1963 bis zu seinem Sturz 1966 Kanzler. Nach anfänglichen Unruhen und sogar einem Generalstreik am 12. November 1948, an dem neun von 11,7 Millionen Beschäftigten in der amerikanischen und britischen Besatzungszone teilnahmen, konnte Erhard die Gültigkeit seines Rezepts „Wohlstand für alle“ rasch nachweisen. Bis Anfang der 60er Jahre hielt der Boom an.

Als Teile der erwachsen werdenden Nachkriegsgeneration sich in den 60ern verweigerten, begann der zweite Abschnitt. Es folgten 1968, RAF, die Grünen, sozial-liberale und christlich-liberale Koalition. Nachdem „Wohlstand für alle“ erreicht war, hieß es jetzt: Gerechtigkeit! Soziale Gerechtigkeit sollte es sein. Die politischen Prioritäten verschoben sich in kleinen Schritten von der sozialen Marktwirtschaft als Voraussetzung des Sozialstaates zum Fürsorgestaat und einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Mit umwerfendem Erfolg. 20 Jahre später, anlässlich seines Deutschland-Besuches 1989, sagte Michail Gorbatschow, so wie in der Bundesrepublik habe er sich immer den entwickelten Sozialismus vorgestellt. Wie erinnern uns: Zu diesem Zeitpunkt regierte seit sieben Jahren eine schwarz-gelbe Koalition!

Mit der Wiedervereinigung kam schließlich Phase drei. Auf dem Weg zum real existierenden Sozialismus sind wir heute 20 Jahre weiter. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet für 2010 wieder mit einer Staatsquote über 50 Prozent. Diese Quote hatte die DDR noch zehn Jahre nach dem Mauerbau.

Erst der DDR-Ministerratsbeschluss vom 9. Februar 1972 zur Zwangsenteignung des industriellen Mittelstandes schuf mit 11 000 neu „gegründeten“ volkseigenen Betrieben andere Tatsachen. Waren 1958 noch 57,5 Prozent der DDR-Betriebe in privater Hand, waren es 1987 nur noch 4,6 Prozent. 1990 war die DDR ganz weg. Zuviel Buttercremetorte verdirbt eben den Magen.


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 4/2010

 

„Vertrauen ersetzt Kontrolle“

 

„Achim Kopp schildert ein wunderbares System. Zu jedem seiner Punkte beglückwünsche ich ihn. Das ist gut durchdacht und überzeugend praktiziert. Das funktioniert bei ihm besser als in jeder Familie. Das nenne ich Unternehmenskultur.“

Dieter Brandes