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Der Setzkasten
Vor kurzem habe ich bei einer Bekannten einen Setzkasten an der Wand gesehen. Da fiel mir mein alter Setzkasten wieder ein. Dunkles Holz, die vielen Fächer fein säuberlich getrennt, jedes für sich. Natürlich wusste ich genau, was sich in jedem einzelnen Kästchen befand, jedes Stück war genau angeordnet.
Wenn ich geschäftliche Entscheidungen zu treffen habe und alle Dinge wieder auf einmal organisiert werden wollen, muss ich nun an meinen Setzkasten denken. Ich wünschte mir dann, ich hätte tausend Hände, um alles wie in meinem Setzkasten sortieren zu können. Doch die tausend Hände habe ich nicht. Ich habe aber die eine unmittelbare Verantwortung. Dann weiß ich, die Entscheidungen liegen eigentlich auf der Hand, es sind meine eigenen. Dann bin ich froh, nicht Setzkasten-Entscheidungen, sondern menschliche Entscheidungen treffen zu können.
Es gibt doch über die sachlichen Fragen hinaus noch viel zu entscheiden: Beschließen, wer zum Team dazugehört (und – genauso wichtig – wer nicht), Werte formulieren, Talente der Teammitglieder entwickeln, der Arbeit des Teams Grenzen setzen und die für Teamarbeit typischen Spannungen im Zaum halten. Wann ist Unterstützung angebracht, wann lässt sich eine Konfrontation nicht mehr verhindern, wann muss improvisiert werden, und wann braucht es eine feste Struktur? – Das sind harte Arbeit, schwierige Pflichten und manchmal schwere Ermessensentscheidungen. Da muss man schon seine ganze Persönlichkeit in die Waagschale werfen.
Diese Führung aus dem Hintergrund verbunden mit Bodenständigkeit und Lebenserfahrung, das muss der Mittelstand leisten. Fällt hier eine falsche strategische Entscheidung, dann ist nicht mit einer hohen Abfindung, sondern sogar mit dem Ende der Existenz zu rechnen.
Ich drücke Ihnen für die richtigen Entscheidungen fest die Daumen!
Ihre Petra Tröger
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 3/2010
„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“
Christian Kalkbrenner

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