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Kategorie: P.T. Kunst & Kultur
Montag 31. März 2008

Samurai in Speyer

 

Das Historische Museum der Pfalz Speyer präsentiert die faszinierende Geschichte der berühmten Krieger

(Fotos: Peter Haag-Kirchner/Historisches Museum der Pfalz Speyer)

Schwertpaar (Daisho) eines Samurai. Seit 1603 durften nur die Samurai in Japan diese Schwerter tragen. Sie waren Statussymbol und Erkennungszeichen. Das größere Schwert nennt man Katana, das kleinere Wakizashi.

Einfaches Schwertstichblatt (Tsuba) mit Blüten und geometrischen Verzierungen. (19.Jh)

Einfache Halbmaske (Menpo) mit Kinnschutz.

Schwertstichblätter (Tsuba) aus verschiedenen Epochen. Schwertstichblätter sind vergleichbar mit Parierstangen. Ursprünglich wurden sie auch nur in dieser Funktion verwendet, doch nach und nach wurden die Darstellungen auf den Schwertstichblättern immer aufwändiger. Gerade in der Edo-Zeit, in der die Samurai nicht mehr in den Krieg zogen, entwickelten sich viele kunstvolle Varianten.

Nein, keine Invasion! Auch das hohe Hause Honda gibt sich nicht die Ehre, obwohl viele Blutlinien der Samurai in der japanischen Wirtschaft und Politik auch heute noch großen Einfluss haben. Die fremdartige Kriegerkultur hat Einzug gehalten in das Historische Museum der Pfalz. Wer waren diese Angehörigen einer japanischen Kriegerkaste und wie gelang es ihnen, ganz Japan über fast ein gesamtes Jahrtausend zu beherrschen?

In unzähligen Schlachten eroberten sie im 12. Jahrhundert die Spitze des Staates. Bis zum Ende ihrer Herrschaft Mitte des 19. Jahrhunderts schufen sie eine bis ins kleinste Detail durchstrukturierte Gesellschaftsordnung. Tausendfach gefaltete Schwertklingen, prachtvolle Rüstungen und ein fremdartiger Ehrenkodex... doch noch viel mehr verbirgt sich hinter den Samurai: eine faszinierende Kultur.

Teemeister und Wissenschaftler

Einzigartige Rüstungen, prachtvoll und erschreckend zugleich: kunstvoll geschmiedete Schwerter aus den Händen alter japanischer Meister, die Bühne eines Nô-Theaters – sowohl aufwändige Inszenierungen als auch hochkarätige Leihgaben ermöglichen es, die Welt der Samurai erstmals umfassend zu erleben.

Sie waren nicht nur mutige Kämpfer, sondern prägten die Kultur Japans als Dichter, Kalligraphen, Teemeister und Wissenschaftler. Äußeres Kennzeichen der herausgehobenen sozialen Stellung war das Schwertpaar Daisho.

Bushido

Durchsetzungsfähig, entschlossen und mitfühlend, aber auch mutig und loyal, so lauten die Tugenden heutiger japanischen Führungskräfte. Diese Haupttugenden haben ihren Ursprung im Ehrenkodex der Samurai, dem „Bushidô - dem Weg des Kriegers“.

Das Schwert

Im Gegensatz zu den meist geraden Schwertern der europäischen Ritter war das japanische Schwert leicht gebogen und mehr wie ein Säbel für den Hieb als für den Stoß ausgelegt. Es war rasierklingenscharf und Vorder-und Rückseite unterschiedlich gehärtet. Ein Treffer verursachte tiefe, einschneidende Wunden oder trennte Gliedmaßen ab.

Wie auch beim europäischen Adel des Mittelalters wurde der Verzierung des Schwertes und der Schwertscheide große Bedeutung zugemessen. Das Schwertstichblatt wurde zwischen Schaft und Klinge gestreckt, um die Hand vor einem Abrutschen vom Griff ins Schwertblatt zu schützen.

Der Kampf

Schwerter kamen erst zum Einsatz, nachdem alle Pfeile verschossen waren. Der Kampf lief als Duell indem der Krieger aus der Formation hervortrat und die Namen seiner Vorfahren rief, die ebenfalls Ruhm als Samurai erhielten, um sich dann einem ebenbürtigen Gegner zu stellen. Schlachten in geschlossenen Formationen mit massiver Verwendung der Lanze traten erst Ende 15. bis Ende des 16. Jahrhunderts Die Muskete drängte wie in Europa allmählich die Blankwaffen durch ihre Kostengünstigkeit und einfache Handhabung zurück.

1800 m2 Kriegerkultur

bis 5. Oktober 2008
Historisches Museum der Pfalz Speyer
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
www.museum.speyer.de



 


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