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Donnerstag, 09. September 2010

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Kategorie: P.T. Lifestyle
Freitag 24. August 2007

Konrad Thurano: 80 Jahre Drahtseil

 

Seine Auftritte führten ihn rund um den Globus. Eine wichtige Etappe war Südafrika: Dort fand er Schutz vor den Nazis.

(Foto: obs/Dinner Zirkus)

(dpa) - «Wenn ich von meinem Leben erzähle, denken die Leute, ich bin ein Münchhausen», sagt Konrad Thurano (*04.04.1909) schmunzelnd. Der älteste aktive Artist der Welt ist im Lido in Paris, im Palace in Hongkong und in den Casinos von Las Vegas aufgetreten. Er stand mit Charlie Chaplin, Bing Crosby, Frank Sinatra und Josephine Baker auf der Bühne. 1938 floh die Familie vor den Nationalsozialisten nach Südafrika. «Dort hatten wir das erste Viermastzelt», erinnert sich Konrad Thurano voller Stolz.

Im Alter von 15 Jahren wurde der Arztsohn von einer Trapezkünstlertruppe entdeckt, als er auf einer Wiese am Rheinufer in seiner Heimatstadt Düsseldorf «herumturnte». «Ich hab schon in der Schule immer den Hampelmann gemacht», sagt er und lächelt dabei wie ein kleiner Junge. Seine Eltern waren zunächst nicht begeistert, aber die Artistengruppe hatte einen guten Ruf. «Da bin ich freudestrahlend hingegangen und bin bis heute unterwegs. Ich bereue keine Minute.» Beim berühmten Zirkus Althoff lernt er seine Frau Henriette Althoff kennen, die beiden heirateten 1932 und zogen gemeinsam - bald mit ihren Kindern Sabine, Jeanette und Johannes - durch die Varietés Europas.

Als die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernehmen, sollte Südafrika für viele Jahre ihre zweite Heimat werden. «Ein großer unbekannter Kontinent, eine ungewisse Zukunft lag vor uns, die aber in ihrer Unbestimmtheit immer noch besser schien als Deutschland», erinnert sich Konrad, der heute mit seiner Familie in Dänemark lebt. Das erste Ziel der reisenden Artisten hieß Kapstadt. «Das tiefe Blau des Meeres, aus dem sich der Tafelberg mit Kapstadt zu seinen Füßen erhebt, raubte uns für einen Moment den Atem», erinnert sich Thurano. Dann ging es weiter nach Johannesburg, wo es ein Engagement beim Zirkus Boswell gab.

Irgendwann wurden die Thuranos dann für einige Jahre Farmer. Später versuchte Thurano sein Glück als Schneider und Fahrer einer Gold- und Diamantenmine, aber schließlich wollten die Artisten nur eins: zurück in die Manege. Nach Engagements quer durch Südafrika sollte sich 1955 ihr Traum von einem eigenen Viermastzelt in Windhoek erfüllen. «Zuhause ist, wo eine Bühne für uns steht», sagt Thurano, der nicht ans Aufhören denkt. «Erst, wenn mich das Publikum nicht mehr sehen will, trete ich ab.»



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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 4/2010

 

„Vertrauen ersetzt Kontrolle“

 

„Achim Kopp schildert ein wunderbares System. Zu jedem seiner Punkte beglückwünsche ich ihn. Das ist gut durchdacht und überzeugend praktiziert. Das funktioniert bei ihm besser als in jeder Familie. Das nenne ich Unternehmenskultur.“

Dieter Brandes