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Island: Insel aus Feuer und Eis
Island ist vor allem wegen seiner Geysire bekannt. Die heißen Springquellen sind aber nicht die einzigen Zeugnisse einer sehr lebhaften Natur.
Aktive Vulkane, riesige Gletscher und der gewaltige Wasserreichtum verändern ständig das Antlitz der Insel und locken immer mehr Besucher an. Der Tourismus in Nordeuropa hat in den letzten Jahrzehnten enorm an Bedeutung gewonnen. In Island ist er mittlerweile die wichtigste Ein-nahmequelle nach der Fischerei. Das Eiland im Nordatlantik zählt heute pro Jahr mehr Besucher als Einwohner. Etwa 280 000 Menschen leben in Island, davon fast zwei Drittel in der Hauptstadt Reykjavik. Der Rest verteilt sich auf die größeren Städte und die Küstengebiete des 103 000 Quadratkilometer großen Landes.
Das Hochland im Landesinneren ist unbesiedelt. Es lädt mit seinen Sandwüsten, Gletschern und steinigen Einöden nicht zum Wohnen ein. Aber da diese karge Region ein Flecken unberührter Natur ist, übt sie auf den Betrachter einen besonderen Reiz aus. Der Golfstrom beschert Island ein gemäßigtfrisches Meeresklima mit kühlen Sommern und verhältnismäßig milden Wintern. Die Temperaturen liegen im Sommer bei etwa zehn Grad Celsius. Im Winter bewegen sie sich um den Gefrierpunkt. Geologisch gesehen ist Island sehr jung und aktiv. Das bewirkt nicht nur Vulkanausbrüche, sondern schafft gleichzeitig Islands wichtigste Ressource, die naturheiße Wasserkraft.
Sie zeigt sich an vielen Stellen der Insel. Ihre bekannteste Erscheinungsform ist der Geysir. "Geysir" ist eigentlich der Eigenname einer einzelnen Springquelle im Haukadalur (Habichtstal) und bedeutet soviel wie "hervorsprudeln". Diese Springquelle gab allen anderen ihren Namen. Der Geysir hatte am Anfang des 20. Jahrhunderts seine Tätigkeit eingestellt. Durch schwere Erdbeben im Juni 2000 wurde der große Geysir wieder aktiv und eruptiert seitdem gelegentlich. Wesentlich zuverlässiger ist sein kleiner Nachbar – der Strokkur (Butterfass). In regelmäßigen Abständen von rund zehn Minuten schleudert er Wasser und Dampf bis zu 25 Meter hoch in die Luft.
Das geschieht, wenn das weit über 100°C heiße Wasser im Geysirschacht durch eine plötzliche Druckentlastung schlagartig anfängt zu sieden. Der nach oben strebende Dampf reißt die darüberliegende Wassersäule in die Höhe. Wasser prägt die Landschaft Islands. Die gigantischen Massen des nassen Elements stammen größtenteils aus den Gletschern, zum anderen Teil aus Niederschlägen. Kein Wunder, dass Schwimmen ein beliebter, ganzjähriger Volkssport in Island ist. Fast alle Städte und Dörfer verfügen über Frei- oder Hallenbäder, die mit heißem, natürlichem Quellwasser beheizt sind.
Die Wassertemperatur beträgt durchschnittlich 29°C. Zudem gibt es häufig Saunen, Whirlpools, Solarien und die so genannten "heißen Pötte". Das sind stille Pools oder Whirlpools, in denen die Wassertemperatur zwischen 36°C und 44°C variiert. Berühmt ist Island auch als Paradies für Angler. Besonders die Freunde von Lachs und Forelle kommen hier auf ihre Kosten. Hauptsaison für das Lachsangeln ist von Mitte Juni bis Mitte September. Die Saison für Forellen schwankt von Gewässer zu Gewässer, am sichersten ist die Zeit von Mai bis September. Wichtig: Lachsfanglizenzen müssen rechtzeitig vorbestellt werden! Forellengewässer können kurzfristig gebucht werden, oft innerhalb eines Tages.
Wer kein Fan des Angelns ist, kann sich die Zeit mit Wandern, Radfahren oder Reiten vertreiben – alles Hobbys, denen auch die Einheimischen frönen. So organisieren zum Beispiel zahlreiche Bauernhöfe und Reiseveranstalter vielseitige Reitangebote, die von stundenweisen Ausritten bis zu zweiwöchigen Touren reichen. Darüber hinaus ist Island ein Mekka für Skiläufer. Wintersportzentren für Abfahrt und Langlauf gibt es fast überall. Eine Sommerskischule und gute Lifte finden sich in der Nähe von Hofsjökull im Hoch-land, in Betrieb von Ende Juni bis Ende August. Wochenendkurse, Ausrüstungsverleih und Vollpension sind hier möglich.
Das Gebiet um den im Norden gelegenen See Myvatn hat eine Fülle verschiedener Aktivitäten anzubieten. Dazu gehören unter anderem Volleyball, Minigolf, Cricket und Bowling; Go-Kart-Fahren, Motocross und Reiten. Wer sich nun denkt, das könne er zu Hause auch haben, der irrt: In Island betreibt man diese Freizeitvergnügen natürlich auf Eis und Schnee – umgeben von einer Kulisse aus spektakulären Kratern, Bergen, Lava und heißen Quellen! Der Süden der Insel ist landschaftlich nicht minder reizvoll.
An einer kilometerlangen Spalte im Thingvellir kann man deutlich erkennen, dass die Kontinentalplatten von Eurasien und Amerika auseinander driften – jährlich zwei Zentimeter im Durchschnitt. Über diese Bruchkante fällt der Wasserfall Öxaráfoss zwölf Meter in die Tiefe. Der Gullfoss (Goldener Wasserfall) ist einer der schönsten Wasserfälle des Landes. Hier stürzt die Hvítá (Weißer Fluss) über zwei Kaskaden 32 Meter in die Tiefe. Beeindruckend und markant für Island sind auch die ausgedehnten Plateaugletscher. Sie bedecken etwa elf Prozent der Insel mit Eis.
Bei einer Mächtigkeit von bis zu 1 000 Metern begraben sie ganze Gebirge unter sich. Der größte Gletscher Islands ist der Vatnajökull im Südosten. Er bedeckt eine Fläche von über 8 300 Quadratkilometern. Die nächstgrößeren Eismassen sind Langjökull, Hofsjökull, Myrdalsjökull und Drangajökull. Der bekannte Snæfellsjökull aus dem Roman "Reise zum Mittelpunkt der Erde" ist mit einer Fläche von elf Quadratkilometern einer der kleinsten unter den Eisriesen.
Neben Gletschern, Geysiren und sich ständig verändernden Wasserlandschaften stehen die zahlreichen aktiven Vulkane symbolisch für das geologisch sehr junge und lebendige Island. Einer von ihnen ist der Eldfell. Der "Feuerberg" hat die Westmänner-Inseln (vor der Südküste Islands) durch seine Entstehung im Januar 1973 weltweit bekannt gemacht. Nicht weit von der rund 5 000 Einwohner zählenden Stadt Heimaey hatte sich am Morgen des 23. Januar eine 1,6 Kilometer lange Spalte geöffnet. Nach einigen Tagen bündelte sich die Spalte zu einem Schlot, aus dem 1 100°C heiße Lava geschleudert wurde.
Mit Hilfe von sechs Millionen Kubikmetern Meerwasser, das auf den Lavastrom gespritzt wurde, konnte man diesen schließlich abkühlen. Auch die Hafeneinfahrt, die verschüttet zu werden drohte, konnte gerettet werden. Menschen kamen nicht zu Schaden, der Sachschaden war jedoch erheblich. 400 Häuser wurden unter Asche und Lava begraben und viele hundert beschädigt oder zerstört.
Die Insel wurde aber auch um mehr als zwei Quadratkilometer vergrößert. Unmittelbar nach dem Ausbruch erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Heute ist man in Heimaey – wie in ganz Island – bestrebt, ein Magnet für Touristen zu werden. Der Anfang ist schon gemacht, und zwar in Form eines Hinweisschildes: Es weist den Besuchern den Weg zum "neuesten Berg der Welt".
Adressen:
Besonders empfehlenswert ist die Internet-Seite www.eldey.de. Hier finet man nahezu alle Informationen über Island. In der Rubrik "Diverses" findet sich zudem eine Liste mit nützlichen Links. Einer davon führt direkt zum isländischen Fremdenverkehrsamt in Deutschland (www.icetourist.de). Dort bekommt man unter anderem konkrete Reise-Informationen.Für Geschäftsreisende:
Honorargeneralkonsulat der Republik Island; Honorargeneralkonsul Helmut K. Holz; Roßmarkt 10; 60311 Frankfurt/Main
Tel.: 069 / 299 9724
Fax: 069 / 283 872
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 4/2010
„Vertrauen ersetzt Kontrolle“
„Achim Kopp schildert ein wunderbares System. Zu jedem seiner Punkte beglückwünsche ich ihn. Das ist gut durchdacht und überzeugend praktiziert. Das funktioniert bei ihm besser als in jeder Familie. Das nenne ich Unternehmenskultur.“
Dieter Brandes

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