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Den Kanzlern an den Kragen
Mitten in das tagesaktuelle politische Ränkespiel um Kanzlernachfolge, Vertrauensfrage und Neuwahlen veröffentlichte der Suhler Wirtschafts-Verlag sein Buch „Sehr geehrter Herr Bundeskanzler“.
(Leipzig, www.oppt.de) Natürlich richtet sich das Buch, dessen Redaktionsschluss Schröders Vertauensfrage vorausging, auch an eine mögliche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Vorwort meint Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus jedenfalls, es sei „eine anregende Lektüre… für alle, denen die Zukunft unseres Landes am Herzen liegt“. Mit Blick auf die gegenwärtigen politischen Turbulenzen sei es wichtig, dass Deutschland wieder zurück müsse zu den Erfolgsprinzipien der Marktwirtschaft, damit auch wieder das Soziale funktioniert. Keine neue Erkenntnis. Doch diesmal nicht vom Katheder eines Berufspolitikers, sondern von einem Autorenteam gestandener thüringischer Unternehmen, darunter mehrere Preisträger des "Großen Preises des Mittelstandes".
Das Buch spricht nicht nur Probleme und Themen der gegenwärtigen Krise in Deutschland an, sondern wartet mit teilweise spektakulären und simplen strategischen Lösungen auf. Es bietet sogar die Aussicht, den Start in ein „neues Zeitalter der Demokratie" einzuläuten. Man könnte Deutschland ohne weiteres wieder auf Platz 1 bringen, wenn man der alten Weisheit vertraut, "der Fisch fängt am Kopf an zu stinken". Hier besteht dringender Bedarf, mit Reformen zu beginnen. Also doch eine „Kriegerklärung“ an den Kanzler und seine Mannschaft? So krass wolle man das nicht ausdrücken, jedoch erwarten die Wirtschaft und das Wahlvolk aus dieser Richtung mobilisierende und motivierende Reforminitiativen, vielleicht sogar solche, die im Buch aufgezeigt wurden. Einig war man sich in der Gesprächsrunde anlässlich der Präsentation darüber: „Wenn man einen Sumpf trocken legen will, fragt man nicht die Frösche um Erlaubnis“.
Wie konnte Mitautor Bernhard Helbing in seiner Firma TMP Fenster + Türen trotz Baukrise Mitarbeier und Umsatz verfünffachen konnte und im Jahr 2003 den "Großen Preis des Mittelstandes" erhalten? Weil er nach seinem Motto handelte: "Erfolg ist das Ergebnis unseres Denkens, unserer Einstellung zu uns selbst, zu anderen Menschen und zum Leben." Er schreibt seine "10 Gebote des Wohlstands" allen hinter die Ohren, die klug reden, aber selbst noch nie einen arbeitsplatz geschaffen haben. Jürgen Kern reprivatisierte 1991 die elterliche Firma Kern Technik GmbH & Co. KG und wurde mit technischen Magneten zum gefragten Exporteur in USA, Japan, Indien und Europa sowieso. 1999 gab's den "Großen Preis des Mittelstandes". Seine Formel heißt "Stillstand ist Rückschritt!" Wohlgemerkt, hektische Gesetzgebungstätigkeit in Berlin und Landesparlamenten kann Stillstand nur scheinbar kaschieren.
Matthias Krieger von der 1992 gegründeten Krieger & Schramm GmbH & Co. KG ist die Ausnahme. Er zeigt, dass auch in der viel gescholtenen Baubranche noch "etwas geht". 10 Millionen Euro Bauvolumen jährlich verantwortet er, natürlich auch Preisträger des "Großen Preises des Mittelstandes". Sein Rat für berlin: "Freiheit ist das höchste Gut!" Und noch ein Preisträger des Mittelstandspreises mischt in dem Buch mit: Jürgen Taudien, ein Mann, der deftig formulieren kann und sich nicht scheut, Luther und Lenin, Rosa Luxemburg und Ludwig Erhard gleichermaßen zu zitieren, wenn es der Sache dient. Vor allem seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Druckhaus Gera GmbH eine einzige Erfolgsgeschichte wurde - bis hin zum eigenen Mitarbeiterbeteiligunsmodell und der eigentümlichen Aussage, die Spezialisierung seines Hauses bestünde in der Nichtspezialisierung - das heißt von Büchern, Bildbänden und Geschäftsdrucksachen bis zu Zeitschriften und Plakaten kann Gera alles und wickelt für 600 Kunden 3000 Aufträge jährlich ab. Er führt seinen Erfolg auf "die fünf P" zurück: Produkt, Preispolitik, Promotion, Platzierung und Philosophie.
Nach seiner Auffassung von Freude und Optimismus gefragt, zitiert er schmunzelnd Luther: "Aus einem verzagten Arsch kriecht nie ein fröhlicher Furz."
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Leserbrief
Zu: P.T. Magazin 4/2010
„Vertrauen ersetzt Kontrolle“
„Achim Kopp schildert ein wunderbares System. Zu jedem seiner Punkte beglückwünsche ich ihn. Das ist gut durchdacht und überzeugend praktiziert. Das funktioniert bei ihm besser als in jeder Familie. Das nenne ich Unternehmenskultur.“
Dieter Brandes

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