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Freitag, 30. Juli 2010

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Kategorie: P.T. Wirtschaft
Montag 11. Mai 2009

Die Legende von Peak Oil

 

Warum das Erdöl nicht alle wird

(Foto: BP)

Prof. Nikolai A. Kudrjawzew (1893-1971), Mitbegründer der abiotischen Theorie der Erdöl-Entstehung (Foto: Wikipedia/Public Domain/NASU Kiew)

Auf den ersten Blick scheint die Sache sonnenklar: Wenn Erdöl im Laufe von Jahrmillionen aus Fossilien entstand, dann muss es bei fortlaufender Förderung irgendwann einmal zur Neige gehen. Damit wir auf diesen Tag vorbereitet sind, dachte sich schon in den 1950er Jahren ein kluger Mann namens Marion King Hubbert eine Methode aus, mit der man das Fördermaximum – Peak Oil – eines Ölfeldes ermitteln kann.

Demnach ähnelt die zeitliche Entwicklung der Ölproduktion eines Feldes einer Glockenkurve, deren Maximum erreicht ist, wenn das Feld zur Hälfte entleert ist. Und weil Hubbert ein studierter Geologe, Mathematiker und Physiker war, erlangte er Berühmtheit, nachdem seine Vorhersage für die Ölproduktion der USA Anfang der 1970er Jahre eintrat.

Lotterie der Alarmisten

Doch irgendetwas konnte mit der Hubbert-Kurve nicht stimmen. Die weltweite Ölförderung nahm immer weiter zu, und gleichzeitig stiegen auch die Reserven an technologisch und wirtschaftlich förderbarem Öl. Allein in den letzten 20 Jahren gab der englische Geologe Colin J. Campbell fünf Prognosen für das Erreichen des weltweiten Fördermaximums ab: 1989 für das gleiche Jahr, 1998 für 2003, 2000 für 2010, was er 2006 noch einmal bestätigte, um sich zwei Jahre später erneut zu revidieren – diesmal auf 2008.

Und Campbell ist nur einer von vielen Experten, die sich an einer Vorhersage versuchten. Hinzu kommen Institute und Organisationen wie die Internationale Energieagentur, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe oder die Energy Watch Group. Gegen so viel globale Fachkompetenz mutet die Kritik des BP-Chefökonomen Dr. Christoph Rühl fast schon ketzerisch an:

„Ich sehe keinen Grund, die ‚Peak-Oil’-Theorie als stichhaltig anzuerkennen, weder auf theoretischer, noch wissenschaftlicher oder ideologischer Basis…Tatsächlich ist die ganze These, wonach es nur eine gewisse Menge Öl im Boden gibt, das mit einer gewissen Rate verbraucht wird und dann zu Ende geht, mit nichts gerechtfertigt…Peak Oil wird seit 150 Jahren prophezeit. Es hat sich nie bewahrheitet, und so wird das auch zukünftig bleiben.“

Jedes Jahr mehr Öl

So deutliche Worte hört man selten in der Branche. Da wäre es doch interessant, wie denn die Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Peak-Oil-Theorie begründet werden. Doch leider war Dr. Rühl kurzfristig nicht für P.T. zu sprechen. Immerhin ließ uns Pressesprecherin Dr. Claudia Braun wissen: „Die Probleme, an mehr Öl zu kommen, liegen derzeit nicht unter, sondern über der Erde…BP hat seit 14 Jahren in Folge seine Reserven zu über 100 Prozent erneuert, d. h., wir haben jedes Jahr mehr Öl gefunden als wir produziert und verkauft haben.“

 

„Der Irrglaube, dass unsere Energieversorgung auf Basis von Wind-, Wasser-, Sonnen- und Biomassekraftwerken zu realisieren sei, wird bereits in den Schulen vermittelt und in den meisten Medien verbreitet…Das kostet uns derzeit allerdings bereits jährlich 7 Mrd. Euro, zusätzlich zu den notwendigen Strom­erzeugungskosten von etwa 30 Mrd. Euro.“

Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt 2009 in einem Leserbrief an die FAZ

 

Merkwürdig, denn BP ist kein Einzelfall. Während in der veröffentlichten Meinung seit Jahrzehnten das Öl alle wird, erschließen private wie staatliche Konzerne auf der ganzen Welt neue Felder. Zwischen 2000 und 2007 wurden 69 sog. „Elefanten“ entdeckt – Felder mit jeweils über 500 Mio. Barrel (1 Barrel = 159 Liter). 2007 kam noch ein „Gigant“ vor der Küste Brasiliens hinzu. Geschätztes Volumen: 33 Mrd. Barrel. Und diese Zahlen stellen nur einen winzigen Ausschnitt der Realität dar: Insgesamt sind rund 43 000 (!) Ölfelder über den Globus verteilt.

Noch mehr Ungereimtheiten

Das weckt Zweifel. Nicht nur an der Peak-Oil-Theorie, sondern vor allem an der ihr zugrundeliegenden Theorie der fossilen Herkunft des Erdöls. Für den österreichischen Geowissenschaftler Dr. Siegfried Emanuel Tischler ist die Sache klar: „Es ist offensichtlich, dass die Ölin­dustrie selber die Theorie der fossilen Treibstoffe schon seit Jahrzehnten nicht mehr als relevant betrachtet. Wie sonst ist es erklärbar, dass die immensen Ölfelder in der Nordsee jemals gesucht und gefunden wurden? Es gibt dort keine mächtigen Sedimentformationen, innerhalb derer sich Öl hätte bilden können, und eine laterale Wanderung von Öl hätte über Hunderte von Kilometern zu erfolgen gehabt – noch dazu in vollkommen dichten, magmatisch-vulkanischen Gesteinen!“

Starker Tobak für den konsensorientierten Mitteleuropäer. Schließlich „weiß“ doch jeder schon aus der Schule, dass sich Erdöl aus abgestorbenen Lebewesen bildet, unter Sauerstoffentzug, bei hohem Druck und hohen Temperaturen, auf dem Meeresgrund…oder so ähnlich.

Ein Unding

Wer sich einmal die Mühe macht, den Ursprung der biogenen Theorie zu erforschen, der stößt auf zwei Namen: Der deutsche Wissenschaftler Georgius Agricola prägte den Begriff „Fossil“ Mitte des 16. Jahrhunderts. Vom lateinischen „fossilium“ stammend, bedeutet es nichts weiter als „ausgegraben“. Gut 200 Jahre später soll der russische Universalgelehrte Michail Lomonossow bezüglich des Erdöls die Hypothese vom „fossilen Treibstoff“ aufgestellt haben.

Und bei dieser Hypothese ist es bis heute geblieben. In der Encyclopedia Britannica heißt es lapidar: „Trotz des enormen Volumens wissenschaftlicher Arbeiten, die sich mit Erdöl befassen, verbleiben viele unbeantwortete Fragen hinsichtlich seiner Herkunft.“

In seinem Beitrag „Der Erdöl-Schwindel“ fragt Tischler daher provokant: „Kann es sein, dass eine seit Jahrhunderten unbewiesene Theorie als Basis der grundlegendsten ökonomischen Entscheidungen auf der Welt verwendet wird?“ Völlig unvorstellbar, mag man spontan antworten. Aber in der Wissenschaft gelten glasklare Regeln, wie Tischler weiter ausführt:

„Die wissenschaftliche Methode gibt vor, dass das Verständnis natürlicher Vorgänge mit Naturbeobachtung und der Erstellung einer Hypothese beginnt. Wenn rigorose Versuchsreihen den fraglichen Prozess im Laborversuch bestätigen, dann wird die Hypothese zur Theorie. Doch wo sind diese Versuche im Fall der Theorie fossiler Treibstoffe? Nicht ein einziges Experiment kann ihre Annahmen stützen, ohne dabei noch mehr Fragen aufzuwerfen. Dass die Geowissenschaften trotz des vollständigen Fehlens wissenschaftlich ernstzunehmender Beweise noch immer an dieser Theorie festhalten, stellt ihnen ein sehr schlechtes Zeugnis aus und ist wissenschaftstheoretisch ein Unding.“

Die russische Theorie

200 Jahre nach Lomonossow war die Frage der Herkunft des Erdöls für seine Landsleute von existenzieller Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die neue Supermacht Sowjetunion auf ihrem Territorium über ziemlich alle wichtigen Industrierohstoffe – nur nicht über genügend Öl. Deshalb wurde Ende der 1940er Jahre die Frage nach dessen Herkunft grundlegend untersucht.

Das Ergebnis verkündete Prof. Wladimir Porfirjew 1956: „Rohöl und natürliches Erdgas stehen mit der biologischen Materie in den oberen Erdschichten in keinem wesentlichen Zusammenhang. Es handelt sich bei ihnen um ursprüngliche Stoffe, die aus großer Tiefe aufstiegen.“ Prof. Nikolai A. Kudrjawzew fügte 1959 hinzu, dass man kein Öl aus pflanzlichem und tierischem Material im Labor erzeugen kann, welches natürlich vorkommendem Erdöl ähnlich ist.

 

„Während es Kohle noch für Jahrtausende gibt, gibt es Öl nur noch für wenige Jahrzehnte. Die verschiedenen Schätzungen der Vorräte ergeben kein übereinstimmendes Bild, aber dass die Vereinig­ten Staaten in höchstens 20 Jahren kein Öl mehr haben werden, steht fest.“

Anton Zischka 1939 in „Ölkrieg“,
gefunden unter www.maxeiner-miersch.de



Darüber hinaus erkannte Kudrjawzew, dass Erdöl unter jedem Ölfeld in größerer oder kleiner Menge in allen Horizonten und nicht nur in einer spezifischen Blase gefunden werden kann. Weiterhin zeigte er, dass Ölvorkommen oft mit Grundgebirgsstrukturen in Verbindung stehen und listete die damals schon bekannten Vorkommen in kristallinen Gesteinsformationen auf, die eine gebirgsbildenende Phase durchliefen, z. B. in Kalifornien, Kansas, Marokko und Venezuela.

Aufstieg zum Ölriesen

Gestützt auf ihre „abiotische“ Theorie, nahmen die sowjetischen Wissenschaftler Probebohrungen in vermeintlich aussichtslosen Gebieten vor und erschlossen so u. a. in Sibirien mehrere große Lagerstätten und einen sog. Giganten. Rund 30 Jahre nach Beginn eigener Grundlagenforschung war die UdSSR der größte Erdölproduzent der Welt. Bis heute fragt im Westen niemand danach, wie das möglich war.

In den 1980er Jahren testeten sowjetische Geologen vor der vietnamesischen Küste ihre Theorie und  erschlossen ein Ölfeld, das „Weißer Tiger“ genannt wurde. „Die Bohrung ging direkt in den Basaltfelsen in 5 200 Meter Tiefe und erbrachte eine Förderleistung von täglich 6 000 Barrel Öl“, schreibt der Wirtschaftsjournalist F. William Engdahl in seinem Bericht „Bekenntnisse eines ehemaligen ‚Peak Oil’-Gläubigen“. Darin zeigt Engdahl, dass die abiotische Theorie mittlerweile nicht nur in Russland populär ist:

„Dr. J. F. Kenney ist einer der wenigen westlichen Geologen, die in Russland gelehrt und gearbeitet haben. Er studierte unter Vladilen Krajuschkin, der das gewaltige Don-Dnjepr-Becken erschlossen hatte. In einem Interview erklärte mir Kenney vor kurzem, dass ‚nur um die Menge Öl zu fördern, die das (saudi-arabische) Ölfeld Ghawar bis heute produziert habe, ein Quader von fossilen Überresten von Dinosauriern, 30,5 Kilometer tief, breit und lang erforderlich gewesen wäre, wenn man von einer 100-prozentigen Umsetzung der vorhandenen Materie ausgeht.’ Mit anderen Worten: eine Absurdität.“

Krautköpfe oder Dinosaurier?

Kenney wird auch von Tischler zitiert: „Öl stammt nicht von toten Pflanzen und/oder Tieren, sondern wird in der Hydrierung von gemeinen Gesteinen produziert, unter den Druck- und Temperaturbedingungen, wie sie 100 Kilometer unter der Erdoberfläche herrschen.“ Laut Tischler wird das sogar von manchen Ölgeologen akzeptiert, jedoch nur mit einer typischen Einschränkung:

„Dies ist eine exzellente und rigorose Behandlung der theoretischen und experimentellen Aspekte abiotischer Ölbildung in der Tiefe der Erde. Schade nur, dass damit nichts über die Herkunft der kommerziellen Erdölvorkommen fossiler Treibstoffe ausgesagt wird“, zitiert „Geotimes“ Scott Imbus von der Chevron Texaco Corporation. Derartiger rhetorischer Akrobatik erteilt der Österreicher Tischler eine sarkastische, aber durchaus treffende Abfuhr:

„Wir sehen uns also vor folgender Situation: Die führenden Geochemiker der Welt…können keinen Fehler im mathematischen Modell von Kenney finden. Dennoch haben sie die unübliche Strategie adoptiert, zu behaupten, Öl könne sich auf mehr als nur eine Art und Weise bilden…sowohl unter den extrem hohen Temperaturen und Drücken des Erdinneren als auch unter den moderaten Bedingungen in Oberflächennähe…Man kann es in Gesteinen machen. Man kann Öl genauso gut in einer Experimentalanordnung machen, man kann es hier oder dort machen – besser sogar: überall! Diese heile Welt wird nur von einem Faktum überschattet: Es gibt keine einzige experimentelle Versuchsanordnung, mittels der Öl aus Plankton, Fischen, Krautköpfen oder Dinosauriern gemacht werden kann! All jene, die mit dem Argument der Kerogene auffahren, können aber keinen Nachweis von deren organischer Herkunft beibringen.“

Kerogene sind kohlenstoffhaltige Makromoleküle, die in Rohöl gefunden werden. Dass sie nicht organischen Ursprungs sein müssen, erörterte der Astrophysiker Prof. Thomas Gold in seinem Buch „Biosphäre der heißen Tiefe“.

Ölregen im Golf von Mexiko

Es gibt zahlreiche Argumente, die gegen eine biogene Entstehung des Erdöls sprechen. Eines davon ist die Existenz sog. sich selbst erneuernder Felder. Natürlich werden diese nicht von Geisterhand wieder aufgefüllt. Wie das funktioniert, schilderte Dr. Jean K. Whelan 1995 in der „New York Times”.

Die Wissenschaftlerin von der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts bezog sich dabei auf Untersuchungen des Ölfelds „Eugene Island 330” im Golf von Mexiko. In dem Artikel von Malcolm W. Browne berichtet Whelan, dass an bestimmten Stellen offenbar permanent Öl aus Reservoirs in großer Tiefe nach oben gelangt – und zwar so schnell wie es abgepumpt wird („replenished by deeper reserves as fast as oil is pumped out”). Acht Jahre später, im Juni 2003, wurden die Darstellungen Whelans von „Geotimes“ unter der Überschrift „Raining hydrocarbons in the Gulf“ bestätigt und erweitert. Im  Fachmagazin des American Geological Institute erklärte der Geochemiker Larry Cathles, dass unter dem Golf von Mexiko Kohlenwasserstoffe durch ein kompliziertes Netzwerk an Verbindungswegen und Reservoirs nach oben fließen – „jetzt“ – und nicht vor Millionen Jahren:

„We‘re dealing with this giant flow-through system where the hydrocarbons are generating now, moving through the overlying strata now, building the reservoirs now and spilling out into the ocean now”, so Cathles wörtlich.

Nie gehört?

Öl im Überfluss, aus schier unerschöpflichen Quellen im Erdinneren, und all das ist schon lange bekannt? Möglicherweise fragen Sie sich jetzt, warum Sie davon noch nie etwas gehört, gesehen oder  gelesen haben.

Nun, die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Weil die Massenmedien in Deutschland nicht darüber berichten. Abgesehen von ganz seltenen Ausnahmen: FOCUS-Redakteur Michael Odenwald stellte im Januar dieses Jahres neben der biogenen auch die abiotische Theorie der Erdöl-Entstehung im Online-Portal des Nachrichtenmagazins vor. In dem vorwiegend sachlichen, teilweise detaillierten Beitrag kommt der Autor zu dem Schluss: „Vermutlich treffen also beide Theorien zu…“

Gerade nach seiner Darstellung ist dieses Fazit jedoch mehr als vorsichtig. Odenwald beschreibt nämlich gleich mehrere Experimente und Beobachtungen, welche die abiotische Theorie stützen. Über einen Laborversuch, welcher die biogene Variante untermauert, berichtet er dagegen nichts.

Einige Jahre zuvor meldeten große Tageszeitungen, dass Prof. Henry Scott den experimentellen Nachweis der Methanbildung unter Bedingungen, wie sie im Erdmantel herrschen, erbrachte.

Abschied vom grünen Weltbild nötig

Auch dürfte sich in den Wissenschaftsredaktionen mittlerweile herumgesprochen haben, dass die in den Methanhydratvorkommen der Ozeane eingeschlossenen mehreren Hundert Milliarden Tonnen Kohlenstoff – ältere Schätzungen gehen von zehn Billionen Tonnen aus – wohl kaum biologischen Ursprungs sein können. Trotzdem erfährt die Öffentlichkeit davon so gut wie nichts. Woran das liegt, skizziert der Hydrobiologe und Publizist Edgar Gärtner in seinem Beitrag „Energie: Abschied vom grünen Weltbild“ (www.ef-magazin.de): „Das grüne Weltbild beruht auf der Annahme, der Kohlenstoffkreislauf (C-Zyklus) sei im Wesentlichen biologischer Natur…Es gibt aber auch einen rein geochemischen C-Zyklus…“

 

„Energie ist heute zu billig…
Es müssen aus meiner Sicht gezielt die Steuern auf Energie angehoben werden, sei es über Mineralöl, Heizgas oder Strom.“

Angela Merkel
(damals Umweltministerin) am 17. Juni 1997 in der „Frankfurter Rundschau“



Richtig. Aber weil die veröffentlichte Meinung hierzulande maßgeblich von grünen Ideologen bestimmt wird, werden wir täglich mit politisch motivierten, wissenschaftlich nicht haltbaren und zuweilen vollkommen blödsinnigen Meldungen von „menschengemachtem Waldsterben“, „menschengemachten Treibhausgasen“ und „menschengemachter Klimakatastrophe“ zugemüllt. Dass eine solche Ideologie lebensgefährlich ist, zeigt Gärtner am Beispiel des Biosphäre-2-Experiments:

„Schon eine unvoreingenommene Auswertung des beinahe tragischen Ausgangs des Biosphäre-2-Experiments in der Sonora-Wüste von Arizona hätte meines Erachtens nur den Schluss zugelassen, das grüne Weltbild zu begraben. Das auf 100 Jahre angelegte Experiment eines autonomen Lebens in einem…Nachbau der irdischen Lebewelt in einer Glaskuppel…musste schon nach knapp zwei Jahren abgebrochen werden – kurz vor dem absehbaren Hungertod der acht Bewohner des künstlichen Öko-Paradieses.“

Und welche Lehren hat man daraus gezogen? Überhaupt keine, wie Gärtner feststellt: „Aber das gegen Ende der 80er Jahre…in die Welt gesetzte Projekt wurde aus ideologischen Gründen bis heute nicht umfassend analysiert und be­wertet.“

Ullrich Rothe

 

 

Erdölförderung (in Mio. t)*

Staat

1980

1990

2000

2006

Saudi-Arabien1

496,4

321,9

450,6

525,0

Russland

603,02

548,82

323,3

485,0

USA

482,2

414,5

352,6

313,6

Mexiko

106,8

147,7

171,2

185,5

Iran1

76,6

157,1

187,5

198,0

China

106,0

137,6

162,6

186,0

Venezuela1

112,9

110,6

171,6

151,0

Norwegen

24,4

81,8

160,5

130,4

Kanada

83,0

92,2

126,9

152,0

Vereinigte Arabische Emirate1

82,6

102,0

117,0

137,0

Kuwait1

81,4

58,7

103,3

135,0

Welt (insgesamt)

3 059,1

3 158,1

3 601,3

3 942,2

1) OPEC-Länder
2) UdSSR, einschließlich flüssigen Erdgases


(*Quellen: Meyers Lexikon online, Stat. Jahrbücher, UN Statistics Division, Joint Oil Data Initiative)

 

 

Heißer Tipp

Thomas Gold (1920-2004) beantwortet in
„Biosphäre der heißen Tiefe“ u. a. folgende Fragen:

  • Warum findet man Erdöl unter Urgestein?
  • Warum gibt es viel mehr Erdöl, als sich aufgrund der biologischen Überreste aus früheren Zeiten erwarten und berechnen lässt?
  • Warum füllen sich Ölfelder wieder auf?
  • Warum erstrecken sich Erdöl­vorkommen oft über geographische Räume, die viel größer sind als irgendeine Sedimentablagerung in diesem Gebiet?


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Leserbrief

Zu: P.T. Magazin 3/2010

„Das Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch. Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler. Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue Kontakte zu knüpfen.“

Christian Kalkbrenner