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Freitag, 30. Juli 2010

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Kategorie: P.T. Gesellschaft
Samstag 08. März 2008

Männerbeben

 

Heute ist es wieder soweit: Wie jedes Jahr zum Frauentag stimmen auch an diesem 8. März die Massenmedien das Klagelied der vermeintlich benachteiligten Frauen in unserer Gesellschaft an. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Mit seinem Buch "Männerbeben" schuf der Medienwissenschaftler Arne Hoffmann ein Standardwerk der noch jungen Männerrechtsbewegung.

Buchautor und Medienwissenschaftler Arne Hoffmann

Im Bildungs- und Erziehungssektor sind Männer seit vielen Jahren unterrepräsentiert. Trotz dieser vor allem für Jungen schädlichen Entwicklung unternimmt der Staat nichts dagegen. Förderprogramme zur Erleichterung des Berufseinstiegs, wie sie für Frauen üblich sind, gibt es für Männer nicht.

An den Vorlieben bei der Berufswahl junger Frauen hat sich trotz jahrelanger und millionenschwerer Förderprogramme wie dem „Girl´s Day“ nichts Grundsätzliches geändert.

Seit Beginn des „Girl´s Day“ im Jahr 2000 sank die Anzahl von Frauen in technischen Studiengängen teilweise drastisch. Erreicht werden sollte genau das Gegenteil.

Frauen werden beim Lohn diskriminiert, bei der Besetzung von Führungspositionen benachteiligt, durch Beruf und Familie doppelt so stark belastet wie Männer, und so ziemlich jede von ihnen war irgendwann schon einmal Opfer von Gewalt – männlicher Gewalt natürlich:

So in etwa lassen sich die gängigen Vorurteile zusammenfassen, die seit mehr als drei Jahrzehnten beinahe täglich von Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendern verbreitet werden. Dass es sich dabei zumeist um Mythen handelt, die mit der Realität wenig zu tun haben, wies Arne Hoffmann bereits 2001 in „Sind Frauen bessere Menschen?“ nach.

Vernichtendes Urteil

Sein 2007 erschienenes Werk „Männerbeben“ beschreibt zunächst das hierzulande vorherrschende männerfeindliche Klima, welches die feministische Propaganda hervorgebracht hat. Dabei konstatiert der Autor eine dreifache Form von Diskriminierung: „Sie werden in den Medien abgewertet, von der Politik mit ihren Anliegen ignoriert und vom Gesetzgeber schlechter gestellt.“
Dieses vernichtende Urteil dürfte bei den meisten Menschen bestenfalls ungläubiges Staunen hervorrufen. Doch im Gegensatz zu den unzähligen Pamphleten feministischer Prägung argumentiert Hoffmann mit Fakten und listet für jede seiner Behauptungen überprüfbare und seriöse Quellen auf, die seine Einschätzungen unzweifelhaft bestätigen.

Von geschmacklos...

Ein Blick in die Regale der Buchhandlungen genügt, um sich einen Eindruck vom hierzulande vorherrschenden Männerbild zu verschaffen. Arne Hoffmann wäre es sicherlich nicht schwergefallen, die gesamten 480 Seiten seines Werkes allein mit der Aufzählung männerfeindlicher Literatur zu füllen. Die wenigen Titel, die er anführt, sprechen für sich:

„Männer haben keine Zukunft“, „Auslaufmodell Mann“, „Der Mann. Ein Irrtum der Natur?“, „MännerVersagen“, „Was tun mit nutzlosen Männern?“ Auf dem Cover des letztgenannten Buches kniet ein nackter Mann, zwischen dessen Hinterbacken eine sportliche Frau den Vorderreifen ihres Fahrrades gerammt hat, um ihr Gefährt zu parken, während sie joggen geht.

...bis widerlich

Wo mehr als nur Geschmacklosigkeiten im Raum stehen, geht der Autor ins Detail: „Die Feministinnen Sabina Riedl und Barbara Schweder machen in ihren Büchern wie ‚Mimosen in Hosen’ von der Zweiteilung der Menschheit in männliche Untermenschen und eine weibliche Herrenrasse keinen Hehl...“, schreibt Hoffmann und entlarvt mittels Austauschmethode den wahren Charakter einer Textpassage. Das funktioniert so:

Im Original schreiben Riedl/Schweder: „Männer waren, ebenso wie ihre Samenzellen, als billige, rasch austauschbare Massenware konzipiert, als Kanonenfutter oder menschliche Schilde bei gewalttätigen Auseinandersetzungen.“ Jetzt macht Hoffmann nichts anderes, als das Wort „Männer“ durch das Wort „Neger“ zu ersetzen und kommentiert folgerichtig: „Man würde den lupenrein faschistischen Text ohne Probleme erkennen.“

Geistige Tiefflüge…

Der studierte Medienwissenschaftler fragt, wie solche Machwerke unbeanstandet durchs Lektorat großer Verlage gehen können. Und liefert die Antwort: „Offenbar machte diese Entwicklung eine entsprechende Sprechweise bis in die hohe Politik hinein salonfähig. So erklärte etwa Cornelia Pieper…den Mann im Vergleich zur Frau zu einer Art Untermenschen:

‚Während die Frau sich ständig weiterentwickelt,…blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen…Er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.’“

…politisch salonfähig

Selbstverständlich hat die FDP-Politikerin diese Art geistiger Tiefflüge nicht für sich allein gepachtet. So behauptete Bundeskanzlerin Angela Merkel noch im vergangenen Jahr, dass „Mädchen aufgrund ihres Entwicklungsvorsprungs, größeren Fleißes und höherer Lernmotivation im Vorteil (gegenüber Jungen) sind.“

Zu diesem Zeitpunkt wussten sowohl Wissenschaftler als auch Politiker längst, dass die schlechteren schulischen Leistungen der Jungen in allererster Linie auf deren massive Diskriminierung in den staatlichen Schulen zurückzuführen sind. Im Dezember 2007 wurde das in einer Studie des Bundesbildungsministeriums auch eingeräumt.

Während die Kanzlerin männliche Jugendliche offenbar für doof und faul hält, will Bundesjustizministerin Brigitte Zypries erwachsene Männer zu Kriminellen erklären, wenn sie einen Vaterschaftstest initiieren. Damit scheint sie in der SPD auch die ideale politische Heimat gefunden zu haben, denn im Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten von 2007 heißt es:

„Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Das Feindbild Mann im Parteiprogramm. Ob die Genossinnen und Genossen wissen, dass sie damit möglicherweise 50 Prozent ihrer Wähler verlieren könnten, weil diese sich vor den Kopf oder noch ganz woanders hin gestoßen fühlen?

Feministisches Rauschen

Nein. Diese Gefahr – aus Sicht der SPD – besteht nicht wirklich. Warum der öffentlich zur Schau gestellte Männerhass in unserem Land (aber nicht nur hier) seinen Protagonisten nicht auf die Füße fällt, bringt der „Männerbeben“-Autor zielsicher auf den Punkt:

„Das Problem ist nicht das eine oder andere faschistoide Buch oder der eine oder andere Zeitschriftenartikel, der in diese Richtung geht. Das Problem ist, dass aus derlei Gesumme ein beständiges Hintergrundrauschen unserer Gesellschaft geworden ist. Man dreht sich in der Buchhandlung versehentlich in die falsche Richtung, blättert in einem Magazin den falschen Artikel auf oder zappt sich im falschen Moment durch die Fernsehkanäle, schon wird einem die Botschaft um die Ohren gehauen, dass Frauen eigentlich die perfekten Menschen seien, ihr Jahrtausend gerade beginnen würde und sie eigentlich nur noch von den Resten der bösartigen Unterdrückungsstrukturen der Männer zurückgehalten würden, während letztere, jene Männer eben, näher betrachtet nichts anderes seien als Menschenmüll, biologische und soziale Zumutungen, Gesocks.“

Grün und rosa zugleich

Nach rund vier Jahrzehnten solchen Hintergrundrauschens wird die männer- und damit menschenverachtende feministische Ideologie anscheinend von den meisten Bundesbürgern mittlerweile als normal hingenommen. Wie „normal“ die feministische Vorstellung vom Mann ist, beschreibt Hoffmann so:

„Der eigentliche Trick bestand darin, Männern beizubringen, dass sie beruflich erfolgreich und durchsetzungsstark sein mussten, um von Frauen als begehrenswert wahrgenommen zu werden, gleichzeitig aber bitte kein Macho, sondern bereit, Frauen auf der Karrierebahn Platz zu machen, um nicht als Frauenunterdrücker dazustehen. Sie sollten den Beruf zugunsten der Familie hintanstellen, gefühlvoll und sensibel sein, aber bitte kein Softie. Sexuell erfahren, aber ohne sich durch die Betten gevögelt zu haben. Und wenn Mann es nicht schaffte, sich in diese eierlegende Wollmilchsau zu verwandeln, die grün und rosa zugleich war, dann galt das als erneuter Beleg dafür, dass Männer tief in der Krise steckten und noch viel an sich zu arbeiten hatten.“

Kein Geld für Männergesundheit

Bekanntlich wird Männern häufig vorgeworfen, nicht genug auf ihre Gesundheit zu achten und im Prinzip selbst schuld zu sein, dass sie hierzulande im Durchschnitt sechs Jahre früher sterben als Frauen. Auch diesen Mythos entzaubert der Männerrechtler Hoffmann schonungslos:

„Männer werden häufiger in Berufen eingesetzt, welche die Gesundheit ruinieren, und sie kommen häufiger am Arbeitsplatz ums Leben. Für jeden tödlichen Berufsunfall, der einer Frau zustößt, stehen zwölf Männer, die auf diese Weise ums Leben kommen.“ Wenige Zeilen später nimmt der Autor die deutsche Gesundheitspolitik unter Beschuss:

„Die medizinische Benachteiligung von Männern ist frappant: Während es in jeder größeren Stadt Deutschlands Frauengesundheitszentren gibt, existiert kein einziges für Männer. Der Kölner Urologe Theodor Klotz beklagt, dass für die Erforschung weiblicher Tumore, etwa bei Brustkrebs, wesentlich mehr Geld ausgegeben werde als für typisch männliche Krebsarten wie Magen-, Darm-, Bronchial- und Prostatakarzinome, obwohl diese häufiger seien. Ähnlich sieht es bei Hodenkrebs aus, der häufigsten Todesursache bei jungen Männern zwischen 15 und 34 Jahren. Die Wiener Hormonforscher Meryn und Metka befinden: ‚Der Mann ist bisher bei allen Überlegungen, die das Älterwerden, die Verlängerung der Lebensspanne und die Verbesserung der Lebensqualität betreffen, von der Medizin nachlässig behandelt worden’…Dem Mediziner Hans-Udo Eickenberg zufolge liegt ‚der Wissensstand über den männlichen Körper im Vergleich zur Frauenforschung um rund 30 Jahre zurück.’“

Abgesang und Aufbruch

Runtergemacht in den Massenmedien, benachteiligt von der Politik und in vielen weiteren Feldern des alltäglichen Lebens: Haben Männer in unserer Gesellschaft ausgedient? Haben sie – wenn überhaupt – nur noch als Arbeits- und Zahlsklaven eine Existenzberechtigung?

Ein ganz klares Nein! Im zweiten Teil seines Buches stellt Arne Hoffmann in Interviewform einige maßgebliche und einer breiteren Öffentlichkeit völlig unbekannten Akteure der noch jungen Männerrechtsbewegung vor, nachdem deren Ziele, ihr Kampf und erste Erfolge zuvor auf rund 130 Seiten besprochen wurden. 
  
„Lila Kröte“ für Misandrie

Michail Savvakis gehört zu ihren wichtigsten Persönlichkeiten. Mit der „Lila Kröte“ verleiht er alljährlich „eine negative Auszeichnung für besonders akzentuierte Männerfeindlichkeit in Wort oder Tat“, wie man auf seiner Internetseite www.maskulist.de nachlesen kann. Im Gegensatz zu Savvakis erfreuen sich die Preisträger allesamt einer großen Prominenz.

2004 traf es den SPIEGEL: Der hatte „mit seinem Artikel ‚Eine Krankheit namens Mann’, dessen Titel sogar ursprünglich für die Titelseite vorgesehen war, eine Grenze des ideologischen Sexismus erreicht, die meines Erachtens einen bedenklichen Höhepunkt anzeigte“, begründet Savvakis die „Auszeichnung“ in Hoffmanns Buch.

2005 war der Fernsehsender ARTE dran. „Womit hatte dieser das verdient?“, fragt Hoffmann. Savvakis: „ARTE unternahm in einer ihrer ‚Themenabend’ genannten Sendungen den Versuch, jegliche Regung eines Protestes gegen feministische Entwicklungen zu diffamieren. Sie wollte den Begriff Maskulismus beschmutzen, das Kind gleich nach der Geburt würgen. In der Tendenz war ARTE aggressiv, in der Ausschließlichkeit der Vertretung feministischer Positionen abstrus und insgesamt ziemlich billig.“

Der Vollständigkeit halber soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Preisträger 2006 und 2007 Ursula von der Leyen und Horst Köhler heißen.

Fluch und Segen

Zu den aktivsten und engagiertesten Männerrechtlern gehört Dr. Eugen Maus, Mitbegründer und Vorsitzender von MANNdat e. V. Arne Hoffmann charakterisiert ihn so: „Auch er hat das Ungleichgewicht in der Geschlechterdebatte, schon Jahre bevor es vielen anderen Menschen auffiel, öffentlich thematisiert. Heute führt Eugen Maus mit ruhiger Hand eine kleine Organisation, die sich dem Zeitgeist von Politik und Medien beharrlich und mit klugen Argumenten widersetzt.“

Nur eine Passage des durchweg vorzüglichen Interviews sei hier zitiert: „Es ist des Mannes Fluch und Segen zugleich, dass er sich über Leistung definieren muss, dass er kompetent und potent zu sein hat. Eben deswegen gibt es jede Menge Computer-, Motorrad- und Sportbücher. Und Viagra. Aber kaum Männerbücher…Schnell wurde mir klar, dass man gegen einen institutionalisierten Feminismus als Einzelner, als Leserbriefschreiber, als Rufer in den Foren usw. praktisch nichts ausrichtet“, erklärt Dr. Maus die Anfänge seiner Initiative, aus der sich später der Verein MANNdat (www.manndat.de) entwickelte.

Standardwerk moderner Aufklärung

Jetzt gibt es Männerbücher. Und nicht nur das: Mit „Männerbeben“ gelang Arne Hoffmann ein Standardwerk. Nicht nur für die Männerrechtsbewegung, sondern für Männer überhaupt. Es ist von vorn bis hinten lesenswert, spannend, politisch erfreulich unkorrekt und ohne Tabus – ein feministisches Dogma nach dem anderen wird entzaubert.

Da ist es nicht verwunderlich, dass der Autor – wie schon 2001 für „Sind Frauen bessere Menschen?“ – vergeblich die großen Verlage abklapperte, bis er schließlich beim libertären (freiheitlichen) Verleger André Lichtschlag offene Ohren fand. Besonders hoch ist dem Autor anzurechnen, dass es ihm gelang, für das sehr umfangreiche Werk zahlreiche weibliche Experten zu gewinnen. Die Verlegerin Bettina Peters und die Soziologin Julia Bennwitz seien hier nur stellvertretend genannt. Dadurch gewinnt vor allem die Darstellung der zerstörerischen Wirkung des Feminismus – nicht nur auf die Lebenswelt der Männer, sondern auch auf die der Frauen – an Authentizität.

Doch „Männerbeben“ ist weder ein Klagelied noch eine Anklageschrift. Es ist vielmehr ein aufklärerisches Werk mit Handlungsempfehlungen für alle, die sich gegen Diskriminierung, Verdammung, Diffamierung und Verächtlichmachen alles Männlichen in unserer Gesellschaft aktiv und wirkungsvoll zur Wehr setzen wollen.

Ullrich Rothe


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Zu: P.T. Magazin 3/2010

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Christian Kalkbrenner