Unternehmen, Marketing

Die Top 3 Geheimnisse einer 5.000 Euro Rede

„Guten Morgen meine Damen und Herren, mein Name ist Norman Gräter und ich freue mich, dass Sie alle so zahlreich hergekommen sind. Herr Müller war so nett, mich einzuladen und …“ - Kennen Sie diesen oder einen ähnlichen Einstieg in eine Rede? Sind Sie auch nach dem 2. Satz gelangweilt und verdrehen innerlich schon die Augen?
Norman Graeter 2015
Norman Gräter ist doppelter Europameister im öffentlichen Reden und Experte für Zielsetzung, (c) Joachim Schmitt PHOTO
Wie schaffen Sie es nun, Ihr Publikum ab der ersten Sekunde zu begeistern? Und das unabhängig von Ihrem Thema. Alle erfolgreichen Redner nutzen diese 3 Top Geheimnisse, um ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Und das können Sie auch. 

1. Der erste und der letzte Satz
Ihren Zuhörern werden zwei Dinge im Gedächtnis bleiben:
A) Der erste Satz entscheidet, ob Ihnen zugehört wird oder nicht.
B) Der letzte Satz, denn dieser wird Ihren Zuhörern aktiv im Gedächtnis bleiben.

Somit haben diese beiden Sätze den größten Einfluss auf Ihren Erfolg und Ihre Nachhaltigkeit. Beide bilden die wichtigsten Teile ihres roten Fadens. Mit dem ersten Satz eröffnen Sie Ihr inhaltliches Feld. Dieser Satz leitet geschickt in Ihr Thema ein und mit dem letzten Satz binden Sie die Inhalte nochmals gekonnt ab.

Ein klassischer Einstieg ist zum Beispiel ein Zitat. Wichtig ist, dass Ihre Zuhörer den Zitat Geber auch kennen. Bitte vermeiden Sie Zitate von „Lieschen Müller“. Denn die Aussage des Zitats soll Ihren Vortrag unterstützen und nicht die innerliche Frage anstoßen, wer denn eigentlich „Lieschen Müller“ ist. Benutzen Sie das Zitat geschickt, um einen prominenten Zeugen zu haben, der Ihre nun kommenden Inhalte mit seinem / ihrem Zitat untermauert.

Beispiel für einen ersten Satz: „Erfolg hat drei Buchstaben…TUN. Johann Wolfgang von Goethe“

Für den letzten Teil bzw. Satz greifen Sie genau dieses Zitat nochmals auf.
Beispiel für einen letzten Satz: „All die gerade genannten Inhalte machen jedoch nur Sinn, wenn Sie auch den wichtigsten Punkt bei Ihrer persönlichen Zielerreichung beachten…das TUN. Dann werden Sie auf jeden Fall Erfolg haben.“

So fühlt es sich für Ihre Zuhörer rund an und schließt Ihren Vortrag auch eindeutig ab.

2. Die Interaktion mit Ihren Zuhörern
Diese Interaktion wird sehr oft bereits durch ein Rednerpult unterbrochen. Denn jeder Gegenstand zwischen Ihnen und Ihrem Publikum nimmt Ihnen die Verbindung. Sollten Sie es sich zutrauen, benutzen Sie maximal Moderationskarten und „verstecken“ sich nicht hinter einem Pult.

Je mehr Sie es schaffen, Ihr Publikum zudem aktiv mit einzubeziehen, desto besser. Wir alle kennen das aus der Schule – wenn der Lehrer ein Freund von Hand heben, eine Antwort laut aussprechen o.ä. war, dann waren wir aufmerksamer, um nicht kalt erwischt zu werden. Stellen Sie z.B. eine Frage und lassen die Zuhörer dann die Hand heben.

Interaktion kann auch von Seiten der Zuhörer kommen. Daher ist es ratsam, dass Sie mit spontanen Situationen umzugehen können. Hier möchte ich Ihnen meine Erfahrung mitgeben. Seien Sie mit dem Eingehen auf ungefragte Zwischenrufe oder Anmerkungen vorsichtig. Im Bereich Social Media gibt es eine goldene Regel: Never feed the dragon. Dies bedeutet, dass Sie einen z.B. negativen Kommentar nicht dementieren sollen. Geben Sie dem Drachen, der Sie „angreift“, kein Futter. Denn darauf wartet er nur, um dann richtig loszulegen. Lassen Sie den „Angriff“ ins Leere laufen, indem Sie ihm nach außen keine Rechtfertigung oder aggressive Antwort schenken. So ist es auch mit „Störern“ bei Vorträgen. Auf der einen Seite ist es gut, spontan auf Zwischenrufe oder Fragen einzugehen, wenn Sie Erfahrung damit haben. Jedoch bringt es Sie immer wieder aus dem Konzept und wie ich selbst erfahren habe, öffnen Sie damit redseligen Menschen Tür und Tor. Denn die werden Ihnen immer wieder in den Vortrag reden. Wertschätzen Sie auf jeden Fall eine Frage aus dem Zuschauerraum, antworten jedoch mit: „Herzlichen Dank für Ihre Frage. Darauf werde ich gerne am Ende meines Vortrags eingehen. Sollten Sie weitere Fragen haben sollten, notieren Sie diese bitte ebenfalls für später.“ Damit weisen Sie höflich darauf hin, dass Sie keine weiteren Störungen möchten. 

Zudem ist es am Ende einer Rede ratsam, den Zuhörern auch einen sogenannten „Call to action“ (eine Handlungsaufforderung) mitzugehen. Was sollen die Zuhörer nach Ihrer Rede konkretes umsetzen? Verbinden Sie dies gerne mit Ihrem letzten Satz. Eine Aufforderung zur Handlung macht Ihren Vortrag merkenswert und beschäftigt Ihre Zuhörer auch noch danach mit der Erfüllung dieser Aufforderung.

3. Die Bildhaftigkeit Ihres Inhalts und die Einbindung von Emotion
Erzählen Sie Geschichten, sooft Sie können. Wir alle lieben Geschichten. Wenn Sie es schaffen, diese noch mit Emotionen zu verknüpfen, haben Sie die Königsklasse einer Rede gemeistert. Das Storytelling.

Auch wenn Sie inhaltlich viele Zahlen, Daten und Fakten haben, würzen Sie diese immer wieder mit Geschichten aus Ihrem Arbeitsalltag, mit Kundenaussagen und mit sonstigen Beispielen. Je allgemeiner Ihre Geschichten sind, desto mehr sind Ihre Zuhörer am Ball. Jede Geschichte ist ein Referenzerlebnis, aus dem der Zuhörer etwas lernen kann. 

Emotionen bringen uns alle ins Handeln. Ihre rationalen Fakten schaffen Logik, jedoch bewegen wir uns alle nur, wenn uns klar ist, warum wir uns bewegen sollen. Unsere Gedanken triggern unsere Emotionen, diese führen zu Handlungen und daraufhin erhalten wir ein Resultat. Das wiederum löst dann neue Gedanken, Emotionen, Handlungen und Resultate aus. 

Probieren Sie diese 3 Top Geheimnisse gerne bei Ihrer nächsten Rede mit aus. Denn Sie wissen ja, was Johann Wolfgang von Goethe jetzt sagen würde…“Erfolg hat drei Buchstaben…TUN“. 
 

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Kommentare

  • Angelika L.
    Angelika L. Das jemand Europameister im öffentlichen Reden wird, der sich als Experte für Zielsetzungen bezeichnet, ist tolle (Eigen)Werbung. Aber unabhängig davon sind all die schönen Hinweise und Ratschläge ja eigentlich olle Kamellen. Andererseits nutzt es ja niemandem, wenn er weiß, dass es schon vor seiner Geburt kluge Leute gab, die auch Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen haben. Deshalb: Danke für den Beitrag.
    19.05.2017



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