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Auto-Zulieferer im Wandel

Stagnierende Märkte verlangen neue Strategien
(www.dpa.de) - Die Automobilzulieferindustrie befindet sich seit Jahren in einem fundamentalen Wandel. Weltweit stagnierende Absatzmärkte und die harten Kostenvorgaben der Autobauer drücken auf die Renditen der Lieferanten, die heute für bis zu 70 Prozent der Wertschöpfung eines Automobils verantwortlich sind. Die Krise der Zulieferer in den USA zeigt: Neue Wege sind gefragt, um den Verdrängungswettbewerb zu überleben.

Während es in der amerikanische Zulieferindustrie in den letzten Jahren spektakuläre Konkurse gab und aktuell der Branchenzweite Delphi um seine Zukunft ringt, präsentieren sich die deutschen Zulieferer trotz des Kostendrucks in guter Verfassung. Musterschüler ist die Continental AG aus Hannover, die mit Umsatzrenditen (vor Steuern) von 10,1 Prozent im Jahr 2005 und 8,2 Prozent in 2004 zum weltweiten Spitzenreiter bei der Profitabilität aufgestiegen ist. Ein klarer Wachstumskurs, hohe Kosteneffizienz und ein vernünftiges Maß an Forschungs-Investitionen sind die Erfolgsfaktoren der deutschen Zulieferindustrie.

«Gerade Continental zeigt, dass es falsch verstandene Vaterlandsliebe ist, wenn man die Standortstrukturen in seinem Unternehmen nicht optimiert», sagt der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Forschungsinstitut B&D Forecast. Conti werde sicher Impulse bei den Zulieferern setzen, ihre Standortkosten akribischer zu kalkulieren und weitere Werke nach Ost-Europa zu transferieren. Umgekehrt sichert der weltweite Erfolg auch die Arbeitsplätze in den deutschen Werken und Verwaltungen.

Neben Conti haben es weitere große deutsche Zulieferer mit intelligenten Geschäftsmodellen an die Weltspitze geschafft. Bosch ist klarer Marktführer im zukunftsfähigen Dieselmarkt, das Familienunternehmen Hella hat eine starke Position im Lichtgeschäft, Siemens-Automotive ist gut mit Fahrerassistenzsystemen und anderen Elektronik-Anwendungen unterwegs. ZF Friedrichshafen liefert an die führenden Autohersteller Getriebe, der baden-württembergische Mittelständler Schefenacker ist unangefochtene Nummer eins bei Fahrzeugspiegeln.

Türöffner für die Deutschen auf dem weltweit größten Absatzmarkt USA war 1998 die DaimlerChrylser-Fusion. Im Sog der großen Zulieferer haben auch etliche Mittelständler den Sprung über den großen Teich geschafft. Der Standort Ost-Europa spielt dabei eine Schlüsselrolle. Durch Fabrik-Verlegungen ist es vielen, aber nicht allen Firmen gelungen, ihre Kostenposition im harten Wettbewerb zu behaupten. «Ohne wettbewerbsfähige Kostenstruktur ist ein Unternehmen nicht im Markt zu halten. Von daher müssen wir auch bei den deutschen Zulieferern mit einer gewissen Bereinigung rechnen», glaubt Dudenhöffer. Ein «Zulieferer-Sterben» werde es aber nicht geben.

Auch Familienunternehmen haben sich behauptet, wie der Kühlerspezialist Behr. Obwohl der Kapitalmarkt für sie nur beschränkt offen steht, haben sie über einen verbesserten Cash-Flow sowie durch Kooperationen und Allianzen wichtige Wachstumsziele erreicht. Der internationale Drang zu den Finanzinvestoren aus der Private-Equity- Branche hat dabei den deutschen Familienunternehmen eher geholfen.

Private Equity ist zwar keine langfristige Alternative, stellt aber mittelfristig - bei hohen Kosten - Eigenkapital für den Wachstumskurs zur Verfügung. In jüngster Zeit haben die deutschen Zulieferer und Autobauer bei teuren Zukunftstechnologien wie dem Hybrid-Antrieb auch ihren Willen zur Kooperation bewiesen. Conti und ZF entwickeln gemeinsam Antriebskonzepte, ebenso Porsche und VW sowie BMW, General Motors und DaimlerChrysler.

Alles in allem sind die Zukunftsaussichten für die deutschen Zulieferer nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) deutlich positiv. Die Branche könne mit kräftigen Zuwachsraten kalkulieren. Branchenschätzungen zufolge könnte der Umsatz im reinen PKW-Geschäft von 550 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf über 1.000 Mrd. Euro im Jahr 2020 steigen. «Allein auf Grund des verstärkten Auslandsengagements der Hersteller ergeben sich neue Tätigkeitsfelder für die Zulieferer im Umfeld der ausländischen Automobilstandorte», sagt VDA-Präsident Gottschalk voraus.





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